Medienmitteilung

Xstrata-Mine: Todesspirale dreht sich weiter

05.02.2013

Die tödliche Gewalt in der Region von Tampakan auf den Philippinen nimmt weiter zu. Das Schweizer Bergbauunternehmen Xstrata plant dort eine Mine. Nun droht die Situation weiter zu eskalieren. Brot für alle, Fastenopfer und Misereor fordern Xstrata und die philippinische Regierung auf, ihre Verantwortung wahrzunehmen.

Am Dienstag 29. Januar wurde erneut ein Mitglied der indigenen B‘laan im Gebiet des Tampakan-Minenprojekts, im Süden der philippinischen Insel Mindanao, erschossen. Die genauen Umstände der Tat sind noch nicht geklärt. Damit erhöht sich die Anzahl Todesopfer in Zusammenhang mit dem Minenprojekt auf mindestens acht.

Unbestätigten Zeitungsberichten zufolge ist das Militär von einer bewaffneten Gruppe der B’laan bei einer Routinepatrouille angegriffen worden. Bei dem folgenden Schusswechsel wurde Kitari Capion an der Hüfte verletzt und erlag später im Krankenhaus seiner Verletzung. Er war der jüngere Bruder des Indigenenführers Daguil Capion, dessen Frau und zwei Söhne im Oktober 2012 vom Militär erschossen worden waren.

Die Spannungen um die grösste Kupfer-Gold-Mine in Südostasien haben damit in erschreckendem Masse zugenommen. Hinter dem Projekt stehen SMI, ein Tochterunternehmen des Schweizer Xstrata-Konzerns, und andere Unternehmen. „Das Minenprojekt hat schon in der aktuellen Vorbereitungsphase so viel Schaden angerichtet, dass mit Beginn der eigentlichen Minenarbeiten das Schlimmste zu befürchten ist“, sagt Daniel Hostetter, Fachverantwortlicher für Menschenrechte bei Fastenopfer.
Die philippinische Regierung reagiert auf den zunehmenden Widerstand gegen das Projekt mit der Entsendung von noch mehr Militär. So wurden vor etwa zwei Wochen zusätzliche Soldaten auf dem Gebiet der künftigen Mine stationiert.

Xstrata betont in seinen Verlautbarungen, dass das Unternehmen die Uno-Leitlinien für Wirtschaft und Menschenrechte unterstützen und anwenden würde. Diese Leitlinien halten fest, dass ein Unternehmen mit der nötigen Sorgfalt gegenüber der lokalen Bevölkerung vorzugehen hat. Vieles deutet darauf hin, dass Xstrata dieser Verantwortung nicht in ausreichendem Masse nachgekommen ist.

Mitarbeiter von Fastenopfer und Misereor waren im November 2012 in der Tampakan-Region und haben mit Betroffenen gesprochen. Die Hilfswerke befürchten, dass die zunehmende Militarisierung der Region den Konflikt nicht lösen, sondern noch weiter verschärfen wird.

Fastenopfer, Brot für alle und Misereor fordern nun eine unabhängige und lückenlose Aufklärung der tödlichen Vorfälle. Sie appellieren mit Nachdruck an die Verantwortlichen in Politik und Militär, ebenso wie an die Verantwortlichen bei SMI und Xstrata, umgehend geeignete Massnahmen zur Deeskalation des Konfliktes zu ergreifen. Eine weitere Militarisierung der Region dient diesem Ziel nach fester Überzeugung der drei Hilfswerke sicher nicht. Die tödliche Gewaltspirale in Tampakan darf sich nicht weiterdrehen.