Ökumenische Kampagne

Von Benin nach Rio: Modellprojekt für mehr Gerechtigkeit

09.04.2012

Sechs Projekte mit Modellcharakter haben Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein in der ökumenischen Kampagne vorgestellt. Damit haben sie gezeigt, wie mit mehr Gleichberechtigung der weltweite Hunger reduziert werden kann. Am meisten zu begeistern vermochte eine Frau aus Benin. Ihr Projekt wird im Juni am Weltgipfel in Rio der breiten Öffentlichkeit vorgestellt. Die Kampagne wurde auch zahlenmässig zum Erfolg: 160‘000 verkaufte Rosen, 100‘000 Brote zum Teilen und eine breite Unterstützung durch tausende Freiwillige.

In vielen Ländern dürfen Frauen keinen Boden besitzen, nicht erben oder sie profitieren selten von landwirtschaftlichen Förderprogrammen und haben kaum Zugang zu Krediten. Wie es anders geht, zeigten die kirchlichen Hilfswerke Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein in der ökumenischen Kampagne «Mehr Gleichberechtigung heisst weniger Hunger» anhand von sechs erfolgreichen Frauenprojekten. Über 10‘000 Frauen und Männer haben im Rahmen von „A Voice in Rio“ ihre Stimme abgegeben.

Am meisten begeistert hat Salamatou Gazéré Dotia von der Organisation Synergie Paysanne in Benin. Ihr Projekt wird im Juni 2012 am Weltgipfel für nachhaltige Entwicklung Rio+20 als Modell einer gerechteren Entwicklung vorgestellt: Ein selber gegrabener Brunnen, Verarbeitung der Feldfrüchte, bessere Lagermöglichkeiten und weitere Ideen der Gewerkschafterin Gazéré bringen heute einer ganzen Gruppe von Frauen mehr Einkommen.

«Dieses Projekt und auch alle andern zeigen, was die gleichberechtigte Mitsprache von Frauen bewirkt, wie sich gut organisierte Basisbewegungen einbringen und den Lauf der Dinge beeinflussen können», macht Beat Dietschy, Zentralsekretär von Brot für alle, Mut, gegen Ungerechtigkeiten anzukämpfen: «Es sind Projekte, die deutlich machen, was wirklich nachhaltige Entwicklung und eine Alternative zum vorherrschenden Raubbaumodell der Wirtschaft ist.»

Freiwillige und Spenden helfen

Der Erfolg der Frauengruppen und vieler anderer Projekte von Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein ist nur dank der grossen Unterstützung durch Freiwillige und grosszügige Spenderinnen und Spender möglich «Ohne dieses Engagement gäbe es unsere Werke nicht. Das Mittragen der ökumenischen Kampagne durch eine breite Öffentlichkeit ist Voraussetzung für unsere Arbeit zugunsten der Ärmsten dieser Welt», ist Antonio Hautle, Direktor des Fastenopfers, überzeugt: «Und es braucht auch künftig diesen Einsatz für eine gerechte und menschenwürdige Welt.»

Rund 4000 Freiwillige verkauften an 680 Orten 160’000 Max Havelaar-Rosen. In 590 Läden boten Bäckereien in der ganzen Schweiz in der Fastenzeit 2012 ein besonderes Brot mit einem Solidaritätszuschlag an. Besonders stark stieg dieses Jahr die Beteiligung in der Westschweiz. Insgesamt wurden rund 100‘000 Fähnchen mit den Logos der Werke bestellt, um die Brote zum Teilen auszuzeichnen.