Konzernverantwortungsinitiative

Globale Geschäfte - Globale Verantwortung

News

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LafargeHolcim bleibt in der Verantwortung für die Kinderarbeit

03.05.2017

Der Fall zeigt exemplarisch, dass die Schweiz die Sorgfaltspflicht von Unternehmen endlich gesetzlich regeln muss.

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Kommission anerkennt Handlungsbedarf und will indirekten Gegenvorschlag

14.11.2017

Die Kommission für Rechtsfragen des Ständerats anerkennt, dass Menschenrechtsverletzungen durch Konzerne mit Sitz in der Schweiz ein Problem sind und schlägt…

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Bundesrat: Es gibt ein Problem, wir machen aber nichts

15.09.2017

Obwohl der Bundesrat Menschenrechtsverletzungen durch Konzerne mit Sitz in der Schweiz als Problem bezeichnet, setzt er weiter auf freiwillige Massnahmen.

Auf einem Hochhaus werden mit Licht zwei Hände geformt, die eine Weltkugel halten.

Hintergrund

Mit Macht kommt Verantwortung

Weil Schweizer Konzerne immer wieder in Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzung verwickelt sind, haben Brot für alle und rund 80 weitere Organisationen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert. Sie fordert, dass Schweizer Konzerne den Schutz von Menschenrechten und der Umwelt verbindlich in sämtliche Geschäftsabläufe einbauen.

Kein Land hat gemessen an der Bevölkerungszahl mehr global tätige Konzerne als die Schweiz. Viele Rohstoff-, Nahrungsmittel- und Chemiefirmen sind hier ansässig – alles Branchen, bei denen das Risiko für Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen besonders gross ist. Trotzdem setzen Bundesrat und Parlament weiterhin auf freiwilliges Engagement, wenn es um die menschenrechtliche Verantwortung von Unternehmen geht. Dass dies jedoch nicht genügt, zeigt eine Studie von Brot für alle vom April 2016. Die Untersuchung zur Menschenrechtspolitik der 200 grössten Schweizer Konzerne hat ergeben, dass lediglich elf Prozent eine ernstzunehmende Menschenrechtspolitik haben. Mehr als zwei Drittel der Konzerne machen überhaupt nichts in diesem Bereich.

Verbindliche Sorgfaltprüfung

Im April 2015 hat Brot für alle deshalb zusammen mit zahlreichen weiteren Organisationen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert und die geforderten 100‘000 Unterschriften bereits ein Jahr später erreicht. Im Oktober 2016 wurde diese mit 120‘000 Unterschriften eingereicht. Jetzt läuft der politische Prozess in Bundesverwaltung, National- und Ständerat. Die Volksinitiative fordert eine gesetzlich verbindliche Sorgfaltsprüfung für Konzerne, damit sie, ihre Tochterunternehmen und Zulieferer Menschenrechte und Umweltschutz weltweit achten. Mit der Einführung einer Sorgfaltsprüfungspflicht würde die Schweiz einem internationalen Trend folgen: Die USA, die EU, Grossbritannien und andere Staaten haben seit längerem Elemente der Sorgfaltsprüfungspflicht für spezifische Sektoren, Produkte oder geografische Zonen eingeführt.

Deshalb unterstützt Brot für alle die Konzernverantwortungsinitiative

Menschenrechte gelten für alle gleich

  • 1

    Menschenrechte ernst nehmen

    Nimmt der Bundesrat die in der Bundesverfassung verankerten Menschenrechte ernst, muss er dafür sorgen, dass auch private Akteure – und damit Unternehmen – diese einhalten, und zwar weltweit.
  • 2

    Nutzen und Lasten besser verteilen

    Es ist nicht zu rechtfertigen, dass Konzerne durch ihren Sitz in der Schweiz in den Genuss eines verlässlichen Rechtssystems kommen, Gewinne aber dort machen, wo Menschenrechtsverletzungen nicht geahndet werden.
  • 3

    Globale Verantwortung für globale Tätigkeiten

    Während internationale Gesetzgebungen wirtschaftliche Tätigkeiten und Investitionen schützen, gibt es keine Gesetze, die auch die Pflichten von Unternehmen gegenüber Mensch und Umwelt weltweit regeln. Auf die globalisierte Wirtschaft muss deshalb eine Globalisierung der Verantwortung folgen.
  • 4

    Mit Macht kommt Verantwortung

    Wo Gesetze und Regierungen schwach sind, haben Unternehmen durch ihre Macht eine besondere Verantwortung für die Einhaltung der Menschenrechte. So halten es die Uno-Leitprinzipien für Unternehmen und Menschenrechte fest, die 2011 von allen Uno-Mitgliedstaaten unterzeichnet wurden – auch von der Schweiz.
  • 5

    Vorbeugen ist besser als heilen

    Ausbeuterische Arbeitsbedingungen, vergiftete Gewässer, Vertreibungen – die Folgen unverantwortlicher wirtschaftlicher Tätigkeiten begegnen Brot für alle immer wieder in der täglichen Arbeit. Viele Schäden sind nicht mehr rückgängig zu machen. Deshalb steht für uns die Prävention, wie sie die Sorgfaltsprüfungspflicht vorsieht, an oberster Stelle
  • 6

    Wirtschaften im Dienst des Menschen

    Die Wirtschaft muss im Dienst des Menschen stehen – nicht umgekehrt. Denn Unternehmen sind ein Bestandteil der Gesellschaft und damit mitverantwortlich für deren Wohlergehen.
Eine Aktivistin bitten einen Passanten um eine Unterschrift.Mitarbeitende von Brot für alle sammeln Unterschriften für die Konzernveranwortungsinitiative. © Patrik Kummer

Das tut Brot für alle

So unterstützen wir die Konzernverantwortungsinitiative

  • Menschenrechtsverletzungen von Konzernen aufdecken: Ob Glencore in der DR Kongo, Vitol in Südafrika oder Apple-Zulieferer in China: Brot für alle und ihre Südpartner dokumentieren Fälle von Menschenrechtsverletzungen durch Konzerne und bringen sie an die Öffentlichkeit. Damit machen sie Druck auf die Politik und die Konzerne und zeigen die Dringlichkeit einer verbindlichen Sorgfaltsprüfung für Menschenrechte auf.
  • Die Öffentlichkeit sensibilisieren: Mit verschiedenen Kampagnen schärft Brot für alle das Bewusstsein für die Problematik, so etwa mit der Ökumenischen Kampagne zum Thema Gold oder der Kampagne zur Verwendung von giftigen Stoffen in der IT-Produktion.
  • Unterschriften für die Initiative sammeln:  Brot für alle hat bei der Unterschriftensammlung mit über 10’000 Unterschriften massgeblich zum Zustandekommen der Initiative beigetragen.
  • Lobby-Arbeit bei Parlament und Verwaltung: Brot für alle liefert interessierten Parlamentarierinnen und Parlamentariern sowie interessierten Vertreter/innen aus Verwaltung und Wirtschaft umfassende Informationen zu Menschenrechten und Unternehmen.

Viele Aktivistinnen halten ein Transparent der Initiative hoch

Das haben wir bisher erreicht

Langjähriges Engagement, das Wirkung zeigt

  • 120‘000 Unterschriften für Recht ohne Grenzen: Mit der Petition Recht ohne Grenzen forderten Brot für alle und eine Allianz von zivilgesellschaftlichen Organisationen vom Bundesrat, eine verbindliche Sorgfaltsprüfung für Konzerne einzuführen. Nachdem eine entsprechende Motion am 11. März im Parlament hauchdünn abgelehnt wurde, lancierte die Koalition die Konzernverantwortungsinitiative.
  • Zahlreiche Vorstösse im Parlament: Dank der Mitarbeit von Brot für alle sind in den vergangenen Jahren verschiedene Vorstösse im Parlament zu Fragen der Unternehmensverantwortung gemacht worden und haben den Bundesrat so dazu gezwungen, Stellung zu nehmen  
  • Thema an die Öffentlichkeit gebracht: Das Bewusstsein, dass sich Konzerne bei Tätigkeiten im Ausland immer wieder über Menschen und Umwelt hinwegsetzen, ist dank zahlreichen Kampagnen und Medienberichten heute einer breiten Schweizer Öffentlichkeit bekannt
  • Bereits über 140‘000 Unterschriften für Kovi: Bereits ein Jahr nach der Lancierung sind die nötigen 100‘000 Unterschriften für die Konzernverantwortungsinitiative mehr als erreicht. Brot für alle und ihr kirchliches Netzwerk haben sich aktiv an der Unterschriftensammlung beteiligt und über 22‘000 Unterschriften beigetragen.

Unsere Partner

In der Schweiz

Kovi: Brot für alle gehört zu einer Allianz von rund 80 Organisationen, die im April 2015 zusammen die Konzernverantwortungsinitiative lanciert hat. Diese wurde im Oktober 2016 bei der Bundeskanzlei eingereicht. Sie fordert eine Sorgfaltsprüfungspflicht für Konzerne in Bezug auf Menschenrechte und Umweltschutz. Zur offiziellen Webseite der Initiative

Im Süden

Afrewatch: Afrewatch beobachtet in der DR Kongo die Tätigkeiten des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore sowie anderer Minenkonzerne. Zudem unterstützt Afrewatch die Betroffenen durch die Gründung von Dorfkomittees und der Vermittlung von Rechten. Zum Projektbeschrieb »

Bench Marks Foundation: Bildet von Minenprojekten betroffene Menschen zu Monitoring-Aktivist/innen aus, welche die Probleme vor Ort beobachten und darüber berichten. Die Befunde dienen auch als Grundlage, um Studien zu verfassen und Druck auf Regierungen und Unternehmen aufzubauen. Zum Projektbeschrieb »

Kontakt

Portrait von Chatal Peyer
Chantal Peyer

Teamleiterin Ethisch Wirtschaften

021 614 77 10

Mail

Weitere Informationen

Buchhinweis:

Markus Mugglin: „Konzerne unter Beobachtung – Was NGO-Kampagnen bewirken können“
„Es ist ein wichtiger Beitrag zur Debatte um die Konzernverantwortungs-Initiative, mit der den UN-Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte in der Schweiz zum Durchbruch verholfen werden soll.“ (Daniel Hitzig/Alliance Sud)
Details und Bestellung »

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