Wirtschaft und Menschenrechte

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LafargeHolcim bleibt in der Verantwortung für die Kinderarbeit

03.05.2017

Der Fall zeigt exemplarisch, dass die Schweiz die Sorgfaltspflicht von Unternehmen endlich gesetzlich regeln muss.

KOVI_Bundeshaus

Bundesrat: Es gibt ein Problem, wir machen aber nichts

15.09.2017

Obwohl der Bundesrat Menschenrechtsverletzungen durch Konzerne mit Sitz in der Schweiz als Problem bezeichnet, setzt er weiter auf freiwillige Massnahmen.

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Auftrieb für Konzernverantwortungsinitiative: Frankreich führt Sorgfaltsprüfungspflicht ein

22.02.2017

Frankreich hat gestern Abend eine vorbildliche Sorgfaltsprüfungspflicht für multinationale Konzerne verabschiedet.

Einblick in eine asiatische Smartphone-Fabrik

Globale Geschäfte - globale Verantwortung

Zwangsumsiedlungen, unmenschliche Arbeitsbedingungen, Kinderarbeit: Immer wieder verletzen globale Konzerne die Menschenrechte und schädigen die Umwelt. Um dies zu verhindern, muss auf die wirtschaftliche Globalisierung auch eine Globalisierung der Verantwortung folgen.

Um Produktionskosten zu senken, Steuern zu sparen und Gesetze zu umgehen, können Konzerne ihre Tätigkeiten heute einfach in andere Länder verlagern. Denn während sich die Wirtschaft globalisiert hat, sind Gesetze nach wie vor an Staaten gebunden. Gerade in Entwicklungsländern ist der Staat aber oft nicht in der Lage, Mensch und Umwelt gegenüber den Tätigkeiten globaler Konzerne zu schützen. Die Folge sind ausbeuterische Arbeitsbedingungen, die Zerstörung von Lebensgrundlagen und grosse Schäden an der Umwelt, wie die Beispiele von Glencore, Apple, Addax oder Vitol zeigen. Deshalb stehen auch die Länder in der Pflicht, in denen diese Konzerne ihren Hauptsitz haben – Länder wie die Schweiz.
Einblick in den Uno-Menschenrechtsrat

Hintergrund

Menschenrechte gelten auch für Konzerne

Seit 2011 besteht ein internationaler Konsens, dass die Menschenrechte nicht alleine in der Verantwortung der Staaten liegen, sondern dass auch globale Unternehmen, ihre Töchter und Zulieferer die Menschenrechte achten und einhalten müssen.

 2011 hat der Uno-Menschenrechtsrat einstimmig die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte verabschiedet. Darin werden zum ersten Mal globale Standards festgelegt, die Menschenrechtsverletzungen und Umweltverschmutzungen durch Konzerne verhindern sollen. Sie sind das Resultat eines mehrjährigen Prozesses, an dem Regierungen, Wirtschaftsfachleute sowie Gewerkschaften und Nichtregierungsorganisationen beteiligt waren. Kernstück ist eine rechtlich verbindliche Sorgfaltsprüfung: Konzerne müssen Menschenrechtsrisiken im Rahmen ihrer Tätigkeiten identifizieren, dagegen Massnahmen ergreifen, den Erfolg der Massnahmen überprüfen und öffentlich darüber kommunizieren. In der Schweiz haben die Konzerne bislang kaum etwas davon umgesetzt, wie eine Studie von Brot für alle zeigt.

Zahlen und Fakten

Konzerne oft mächtiger als Staaten

  • 1

    Konzerne dominieren die Weltwirtschaft

    International tätige Konzerne erwirtschaften mehr als ein Viertel des weltweiten Bruttoinlandprodukts und kontrollierenrund zwei Drittel des Welthandels.
  • 2

    Mächtiger als viele Staaten

    Bereits 2006 waren 45 der 100 grössten Volkswirtschaften weltweit Konzerne - und nicht mehr Staaten.
  • 3

    Konzernmagnet Schweiz

    Die Steuervorzüge und das Aktienrecht machen den Standort Schweiz attraktiv für immer mehr Zuzüger aus dem Ausland. Zwischen 2003 und 2009 haben 269 ausländische Firmen ihren regionalen oder globalen Hauptsitz in die Schweiz verlagert.
  • 4

    Klumpenrisiko Rohstoffbranche

    Zwischen 1998 und 2010 ist der Rohstoffhandel in der Schweiz geradezu explodiert und hat seine Nettoeinnahmen um den Faktor 15 gesteigert. Sieben der zwölf umsatzstärksten Schweizer Konzerne sind mittlerweile im Rohstoffbereich tätig.
  • 5

    Menschenrechtspolitik - für viele Konzerne ein Fremdwort

    60 Prozent der grössten 200 Schweizer Konzerne haben weder eine Menschenrechtspolitik noch einen Verhaltenscodex für Menschenrechtsfragen.
Vier Männer stehen vor einer Mine in Guatemala

Das fordert Brot für alle

Verantwortung übernehmen

Brot für alle setzt sich dafür ein, dass Konzerne ihre Verantwortung für Menschen und Umwelt in allen Ländern wahrnehmen, in denen sie tätig sind. Grundlage dafür ist eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung.

  • Globale Geschäfte – globale Verantwortung: Konzerne müssen Menschenrechte und Umweltschutzbestimmungen in allen Ländern einhalten, in denen sie tätig sind. Und sie müssen dasselbe auch von ihren Zulieferern oder anderen Geschäftspartnern fordern.
  • Eine verbindliche Sorgfaltsprüfung: Auch die Schweiz hat die Uno-Leitprinzipien 2011 unterzeichnet. Deshalb ist sie gefordert, ihre  Verantwortung wahrzunehmen und eine verbindliche menschenrechtliche Sorgfaltsprüfung für Konzerne einzuführen. Denn nur Konzerne, die ihren Einfluss auf Menschen und Umwelt kennen, können Schlimmes verhindern.
  • Betroffene müssen zu ihrem Recht kommen: Gemeinschaften, deren fundamentale Rechte durch die Tätigkeiten globaler Konzerne verletzt wurden, müssen eine Möglichkeit haben, Klage zu erheben.

Viele Aktivistinnen halten ein Transparent der Initiative hoch

Das tut Brot für alle

Im Norden

  • Brot für alle setzt sich als Teil einer breiten zivilgesellschaftlichen Koalition für eine gesetzlich verankerte  Sorgfaltsprüfung für Schweizer Konzerne ein.
  • Mit Berichten über Menschenrechtsverletzungen durch Schweizer Konzerne und mit Kampagnen, z.B. zu Missständen in der Rohstoffbranche oder in der IT-Industrie, zeigt Brot für alle Öffentlichkeit, Parlament und Bundesrat die Notwendigkeit auf, Menschenrechte auch für Konzerne verbindlich zu machen. Dass nur die wenigsten ihre Verantwortung freiwillig wahrnehmen, zeigt eine Studie von Brot für alle zur Menschenrechtspolitik der 200 grössten Schweizer Konzerne. Lesen Sie die Studie

Zwei Vertreterinnen einer Partnerorganisation besuchen Näherinnen

Im Süden

  • Brot für alle bringt Menschenrechtsverletzungen durch Schweizer Konzerne ans Licht
  • Brot für alle unterstützt Partnerorganisationen, die sich im Süden für die Menschenrechte einsetzen und diese gegenüber Konzernen und Regierungen verteidigen.
  • Brot für alle unterstützt verschiedene Multistakeholder-Initiativen, die sich für die faire Produktion von Textilien, IT-Produkten, Teppichen oder Lebensmitteln einsetzen und aufzeigen, wie eine fortschrittliche menschenrechtliche Sorgfaltspflicht aussehen kann.

Das können Sie tun

Schauen Sie genauer hin

  • 1

    Unterstützen Sie die Konzernverantwortungsinitiative

    Unterstützen Sie die Konzernverantwortungsinitiative: Im Oktober 2016 wurde diese mit 120‘000 Unterschriften eingereicht. Jetzt läuft der politische Prozess in Bundesverwaltung, National- und Ständerat. Nehmen Sie an der Diskussion über die Verantwortung der Konzerne teil. Und kommt die Volksabstimmung, sagen Sie an der Urne „Ja“ zu diesem wichtigen Anliegen.
  • 2

    Bevorzugen Sie saubere Unternehmen

    Ziehen Sie bei Ihren Einkäufen Unternehmen vor, die Menschenrechte achten und die Umwelt schützen. Erkundigen Sie sich im Internet über Marken, Labels oder fragen Sie das Verkaufspersonal in Ihrem Fachgeschäft. Hinweise finden Sie auch auf unserer Website unter Fairer Konsum.
  • 3

    Unterstützen Sie die Betroffenen

    Brot für alle arbeitet im Süden mit verschiedenen Partnerorganisationen zusammen, die Missbräuche durch Konzerne aufdecken und sich mit den Betroffenen für deren Recht einsetzen. Unterstützen Sie diese Arbeit mit einer Spende.
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Danke für Ihre Unterstützung!

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