Uno-Deklaration

Mehr Rechte für Bäuerinnen und Bauern

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News zum Thema

«Weltbodentag»: Fruchtbare Böden sind zentral, um den Klimawandel einzudämmen

05.12.2018

Der heutige «World Soil Day» soll uns an einen sorgsamen Umgang mit unseren Böden erinnern.

Mercosur-Abkommen: eine genaue Analyse ist nötig

24.08.2019

Ohne verbindliche Kriterien für Nachhaltigkeit, Menschenrechts-, Tier- und Konsumentenschutz wird die NGO-Koalition zu Mercosur das Vertragswerk im Parlament b…

Gemeinsam bringen wir die Schweiz auf Klimakurs!

10.05.2019

Heute beginnt die Unterschriftensammlung für die Volksinitiative für ein gesundes Klima (Gletscher-Initiative).

Eine nachhaltige Landwirtschaft basiert auf dem Wissen und der Arbeit von Bauern und Bäuerinnen © Paul Jeffrey, EAA

Hintergrund

Schutz für die, die uns ernähren

Obwohl sie die Mehrheit der Lebensmittel produzieren, erhalten Kleinbäuerinnen und –bauern in vielen Ländern kaum Unterstützung und leiden unter Hunger und Armut. Eine Uno-Deklaration soll nun die Rechte der Bäuerinnen und Bauern besser schützen.

Bauernfamilien produzieren nach wie vor etwa 70 Prozent aller Lebensmittel weltweit. Trotzdem werden sie zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Anstatt ländliche Gebiete zu fördern, setzen viele Regierungen im Weltsüden auf globale Konzerne und Investoren, die Entwicklung und Steuereinnahmen bringen sollen. Mit der Folge, dass viele Bauernfamilien für den Anbau von Palmöl, Mais oder Agrotreibstoffen von ihrem Land verdrängt werden. Oder sie können wegen dem Import von ausländischen Billigprodukten ihre eigenen Produkte nicht mehr verkaufen. Zudem verbieten neue Saatgutgesetze in immer mehr Ländern den Anbau und Verkauf von eigenem Saatgut. Politischen Einfluss haben die Bauern und Bäuerinnen, die oft arm sind und weit abseits der Hauptstädte leben, wenig. Wehren sie sich gegen ihre Entrechtung, werden sie zunehmend als Kriminelle hingestellt.

Eine Uno-Deklaration als Meilenstein

Um die Rechte der Bauern und Bäuerinnen besser zu schützen, haben 122 von 193 Staaten an der Uno-Vollversammlung Ende 2018 einer Deklaration für Bauern und Bäuerinnen zugestimmt  im Herbst.2018 eine Deklaration für Bauern und Bäuerinnen verabschiedet., Diese 122 Staaten vertreten dreiviertel der Weltbevölkerung.Die Deklaration soll die Sicherheit der Bäuerinnen und Bauern, aber auch ihren Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und anderen Ressourcen schützen.

Zahlen und Fakten

Landwirtschaft – ein vernachlässigter Sektor

  • 1

    Die halbe Welt lebt auf dem Land

    Etwa 3,36 Milliarden Menschen oder 46 Prozent der Weltbevölkerung wohnen in ländlichen Gebieten.
  • 2

    Landwirtschaft ist die wichtigste Lebensgrundlage weltweit

    Knapp 2,5 Milliarden - also mehr als ein Drittel aller Menschen weltweit - leben vorwiegend von der Landwirtschaft. In Afrika südlich der Sahara sind es gar 62 Prozent.
  • 3

    Leben auf dem Land bedeutet oft Armut

    70 Prozent aller Menschen, die unter extremer Armut leiden, leben auf dem Land.
  • 4

    Absatzmärkte für Kleinbauern brechen weg

    Afrika ist von einem Nettoexporteur landwirtschaftlicher Produkte zu einem Nettoimporteur von Nahrungsmitteln geworden. Seit den 1980er Jahren, als die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe sanken, stiegen die Importe stärker an als die Exporte.
  • 5

    Von der Entwicklungshilfe vernachlässigt

    Während die offiziellen Entwicklungshilfegelder zwischen 1980 und 2006 von 7 Milliarden US-Dollar auf 27 Milliarden anstiegen, nahm der Anteil der Finanzmittel, die dem Agrarsektor zukamen von 20 Prozent auf 4 Prozent ab und sank auch in absoluten Zahlen.
Demonstration von Via Campesina

Das tut Brot für alle

Gemeinsam für eine Uno-Deklaration für Bauern und Bäuerinnen

  • Brot für alle arbeitete direkt mit La Via Campesina und anderen Südpartnern zusammen und setzte sich erfolgreich dafür ein, dass die Schweiz den Prozess der Uno-Deklaration unterstützt hat.
  • Zusammen mit ihren Partnern engagiert sich Brot für alle dafür, dass Bauernfamilien weltweit über die Uno-Deklaration informiert werden. Brot für alle setzt sich gemeinsam mit den Partnerorganisationen für die konkrete Anwendung dieses Instrumentes durch die Regierungen ein – damit den Worten nun Taten folgen.

Das haben wir bisher erreicht

Schweizer Regierung dank intensivem Lobbying ins Boot geholt

Die Stimme der Bäuerinnen und Bauern wurde von der Staatengemeinschaft gehört. «Noch vor einigen Jahren, wäre es undenkbar gewesen, dass Bäuerinnen und Bauern bei den Uno auf gleicher Augenhöhe mit Regierungsvertretungen diskutieren», sagt Diego Montón. Dank ihres Beraterstatus an der Uno, konnte Brot für alle sich nicht nur direkt in Diskussionen an der Uno einbringen, sondern ihre Stimme auch direkt an die Betroffenen delegieren.

In der Schweiz gelang es Brot für alle gemeinsam mit anderen Schweizer NGOs, die Regierung mit Hilfe von Lobbyarbeit, öffentlichem Druck und Medianarbeit zur Änderung ihrer Position zu bewegen. Die Schweizer Regierung änderte ihre anfangs ablehnende Haltung und wurde zur einer wichtige Referenz für andere Staaten.

Unsere Partner

International

Bauernorganisationen verteidigen ihren Zugang zu Land und Saatgut

835.8048 - Convergence, Westafrika

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Bauernorganisationen setzen sich gemeinsam für ihr Saatgut ein

835.8096 - Jinukun, Westafrika

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Kampf gegen Land Grabbing in Westafrika

835.8056 - Synergie Paysanne, Benin und Westafrika

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Ein Gemüsehändler auf dem Markt in Tegucigalpa, Honduras

Ökologische Landwirtschaft schafft Lebensperspektiven für Bauernfamilien

835.8036 - Anafae, Honduras

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Weitere Partner

International

La Via Campesina ist eine internationale Bewegung, die etwa 200 Millionen Bäuerinnen und Bauern aus 73 Ländern Asiens, Afrikas, Europas und Lateinamerikas vertritt. Darunter Landlose, Gruppierungen von Bäuerinnen, indigene Bevölkerungsgruppen und Landarbeiterinnen und -arbeiter. Sie setzt sich für eine nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft ein, die soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde fördert.

FIAN International ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Sektionen und Mitgliedern in Asien, Afrika, Europa und Lateinamerika. FIAN engagiert sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung und setzt besonders den Schutz der Rechte von Bäuerinnen und Bauern ein.


Allianzen im Norden

CETIM, Swissaid, FIAN, HEKS, Uniterre, Fastenopfer

Kontakt

Ester Wolf

Recht auf Nahrung

021 614 77 13

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FIAN-Film (französisch)