Uno-Deklaration

Mehr Rechte für Bäuerinnen und Bauern

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Eine nachhaltige Landwirtschaft basiert auf dem Wissen und der Arbeit von Bauern und Bäuerinnen © Paul Jeffrey, EAAEine nachhaltige Landwirtschaft basiert auf dem Wissen und der Arbeit von Bauern und Bäuerinnen © Paul Jeffrey, EAA

Hintergrund

Schutz für die, die uns ernähren

Obwohl sie die Mehrheit der Lebensmittel produzieren, erhalten Kleinbäuerinnen und –bauern in vielen Ländern kaum Unterstützung und leiden unter Hunger und Armut. Eine Uno-Deklaration soll die Rechte der Bäuerinnen und Bauern besser schützen.

Bauernfamilien produzieren nach wie vor etwa 70 Prozent aller Lebensmittel weltweit. Trotzdem werden sie zunehmend an den Rand der Gesellschaft gedrängt. Anstatt ländliche Gebiete zu fördern, setzen viele Regierungen im Weltsüden auf globale Konzerne und Investoren, die Entwicklung und Steuereinnahmen bringen sollen. Die Folge davon ist, dass viele Bauernfamilien für den Anbau von Palmöl, Mais oder Agrotreibstoffen von ihrem Land verdrängt werden. Oder sie können wegen dem Import von ausländischen Billigprodukten ihre eigenen Produkte nicht mehr verkaufen. Zudem verbieten neue Saatgutgesetze in immer mehr Ländern den Anbau und Verkauf von eigenem Saatgut. Politischen Einfluss haben die Bauern und Bäuerinnen, die oft arm, unorganisiert und weit ab der Hauptstädte sind, wenig. Wehren sie sich gegen ihre Entrechtung, werden sie zunehmend als Kriminelle hingestellt.

Eine Uno-Deklaration als erster Schritt

Um die Rechte der Bauern und Bäuerinnen besser zu schützen, will der Uno-Menschenrechtsrat in Genf eine Deklaration für Bauern und Bäuerinnen erarbeiten. Sie soll ihre Sicherheit, aber auch ihren Zugang zu Land, Wasser, Saatgut und anderen Ressourcen schützen. Als internationale Bauernbewegung spielt La Via Campesina in diesem Prozess eine wichtige Rolle. Ihr Anliegen ist es, möglichst viele Bäuerinnen und Bauern aus aller Welt in die Diskussionen einzubeziehen. Zudem sollen den Regierungen die Realitäten und Forderungen der Bauern nahe gebracht werden. Es soll sie dazu bewegen, ein Regelwerk zu schaffen, das die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bäuerinnen und Bauern weltweit verbessert.

Zahlen und Fakten

Landwirtschaft – ein vernachlässigter Sektor

  • 1

    Die halbe Welt lebt auf dem Land

    Etwa 3,36 Milliarden Menschen oder 46 Prozent der Weltbevölkerung wohnen in ländlichen Gebieten.
  • 2

    Landwirtschaft ist die wichtigste Lebensgrundlage weltweit

    Knapp 2,5 Milliarden - also mehr als ein Drittel aller Menschen weltweit - leben vorwiegend von der Landwirtschaft. In Afrika südlich der Sahara sind es gar 62 Prozent.
  • 3

    Leben auf dem Land bedeutet oft Armut

    70 Prozent aller Menschen, die unter extremer Armut leiden, leben auf dem Land.
  • 4

    Absatzmärkte für Kleinbauern brechen weg

    Afrika ist von einem Nettoexporteur landwirtschaftlicher Produkte zu einem Nettoimporteur von Nahrungsmitteln geworden. Seit den 1980er Jahren, als die Preise für landwirtschaftliche Rohstoffe sanken, stiegen die Importe stärker an als die Exporte.
  • 5

    Von der Entwicklungshilfe vernachlässigt

    Während die offiziellen Entwicklungshilfegelder zwischen 1980 und 2006 von 7 Milliarden US-Dollar auf 27 Milliarden anstiegen, nahm der Anteil der Finanzmittel, die dem Agrarsektor zukamen von 20 Prozent auf 4 Prozent ab und sank auch in absoluten Zahlen.
Demonstration von Via CampesinaDemonstration von Via Campesina

Das tut Brot für alle

Gemeinsam für eine Uno-Deklaration für Bauern und Bäuerinnen

  • Brot für alle arbeitet direkt mit La Via Campesina zusammen und setzt sich dafür ein, dass die Schweiz den Prozess der Uno-Deklaration unterstützt.
  • Zusammen mit ihren Partnern engagiert sich Brot für alle dafür, dass Bauernfamilien weltweit über die Prozesse der Uno-Deklaration informiert werden und ihre Stimme am Uno-Menschenrechtsrat einbringen können. Dazu werden Bäuerinnen und Bauern u.a. von Menschenrechtsexperten geschult und begleitet.

Das haben wir bisher erreicht

Schweizer Regierung dank intensivem Lobbying ins Boot geholt

Es zeigt sich bereits, dass die Stimme der Bäuerinnen und Bauern gehört wird. Dank des Engagements und der Überzeugungskraft der Delegierten von La Via Campesina aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa wurde schon einiges erreicht. «Noch vor einigen Jahren, wäre es undenkbar gewesen, dass Bäuerinnen und Bauern bei den Uno auf gleicher Augenhöhe mit Regierungsvertretungen diskutieren», sagt Diego Montón.

Bereits mehrere Regierungen wie Argentinien, Brasilien oder die Schweiz, die zunächst gegen ein solches Uno-Regelwerk waren, konnten davon überzeugt werden, sich für den Schutz der Bäuerinnen und Bauern einzusetzen. In der Schweiz gelang es Brot für alle gemeinsam mit anderen Schweizer NGOs, die Regierung mit Hilfe von Lobbyarbeit, öffentlichem Druck und Medianarbeit zur Änderung ihrer Position zu bewegen.

Unsere Partner

International

La Via Campesina ist eine internationale Bewegung, die etwa 200 Millionen Bäuerinnen und Bauern aus 73 Ländern Asiens, Afrikas, Europas und Lateinamerikas vertritt. Darunter Landlose, Gruppierungen von Bäuerinnen, indigene Bevölkerungsgruppen und Landarbeiterinnen und -arbeiter. Sie setzt sich für eine nachhaltige, bäuerliche Landwirtschaft ein, die soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde fördert. Zum Projektbeschrieb »

FIAN International ist eine internationale Menschenrechtsorganisation mit Sektionen und Mitgliedern in Asien, Afrika, Europa und Lateinamerika. FIAN engagiert sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung und setzt besonders den Schutz der Rechte von Bäuerinnen und Bauern ein. Zum Projektbeschrieb »

ANAFAE, Honduras ist ein Netzwerk mit 36 Mitgliedern, darunter NGOs, Bauernorganisationen, Produzentengruppen und Bildungseinrichtungen. ANAFAE schult Kleinbauernfamilien in agroökologischen Anbaumethoden, fördert den Austausch zwischen den Produzierenden und unterstützt die lokale Vermarktung. Auf politischer Ebene setzt sich ANAFE für Landrechte, wie z.B. den Schutz der Bäuerinnen und Bauern vor Minenkonzessionen ein und kämpfen für Schutz des lokalen Saatgutes. Zum Projektbeschrieb »


Allianzen im Norden

CETIM

Swissaid

Kontakt

EW
Ester Wolf

Recht auf Nahrung

021 614 77 13

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