Fairer Handel

Ein alternatives Wirtschaftssystem im Dienst der Menschen

Kaffeproduzentin  © Max Havelaar

Hintergrund

Fairer Handel schafft Perspektiven

Dank langfristigen Handelsbeziehungen und fixen Abnahmepreisen bietet der Faire Handel Bauern und Bäuerinnen im Süden einen Ausweg aus der Armutsspirale. Die Schweiz gehört beim Einkauf von Fairhandels-Produkten zu den Spitzenreiterinnen.

Kleinbauern und Angestellte in Entwicklungsländern leben konstant an der Schwelle zur Armut. Sie leiden unter schwankenden Rohstoffpreisen, immer höheren Lebenskosten und den Folgen des oftmals ausbeuterischen lokalen Zwischenhandels. Hinzu kommt die Angst um Ernteverluste durch den Klimawandel. Viele Kleinbauern verlassen deshalb ihre Felder und ziehen in die überfüllten Grossstädte. Kleinbauern sind jedoch wichtige Pfeiler in der Versorgungssicherheit der Entwicklungsländer. Die Förderung der bäuerlichen Landwirtschaft ist ein zentrales Instrument im Kampf gegen Armut und Hunger.

Der Faire Handel bietet über sechs Millionen Menschen neue Perspektiven. Denn er garantiert stabile Preise, die die Kosten einer nachhaltigen Produktion z.B. von Kakao, Reis oder Kaffee decken. Fairhandels-Prämien ermöglichen den Gemeinschaften, selber in wichtige Projekte zu investieren. Und nicht zuletzt fördert der Faire Handel die Verbesserung von Organisationsstrukturen, Weiterbildungen für Produzenten, faire Arbeitsbedingungen sowie einen umweltschonenden Anbau.

Unterschieden wird zwischen Handelsorganisationen wie claro, die ihre Produkte selber und möglichst direkt bei Produzentenorganisationen beziehen, und Label-Modellen wie Max Havelaar, bei dem alle mitmachen können, welche die Fairtrade-Standards erfüllen.  Wurden anfänglich vor allem Nahrungsmittel über den Fairen Handel abgesetzt, wird der Standard zunehmend auch auf Produkte aus dem Nonfood-Bereich ausgeweitet, beispielsweise auf Bekleidung, Teppiche oder Gold.

Max Havelaar als Gütesiegel

In der Schweiz erteilt Max Havelaar seit 1992 das Gütesiegel für Waren, die nach internationalen Fairhandels-Standards produziert und gehandelt werden. Die Einhaltung der Standards wird regelmässig überprüft. Brot für alle ist Mitbegründerin und -trägerin von Max Havelaar Schweiz. Hierzulande führen heute über 3000 Fachgeschäfte, Supermärkte und Online-Shops Fairhandels-Produkte in ihrem Sortiment. Obwohl die Schweiz weltweit zu den Spitzenreitern gehört, ist der Umsatz für fair gehandelte Produkte noch bescheiden und liegt bei jährlich rund 63 (2014) Franken pro Kopf.

Zahlen und Fakten

Dafür steht Fair Trade

  • 1

    Langfristige und stabile Handelsbeziehungen für Bäuerinnen und Bauern.
  • 2

    Garantierte Abnahme der Produkte zu fairen und vorbestimmten Preisen
  • 3

    Bezahlung von fairen Preisen und existenzsichernden Löhnen.
  • 4

    Bessere Arbeitsbedingungen, die Einhaltung der ILO-Konvention gegen Zwangsarbeit, Diskriminierung oder Kinderarbeit und Förderung von demokratischen Strukturen
  • 5

    Unterstützung für anfängliche Investitionen und Saatgut sowie Prämien für die langfristige Verbesserung der Situation.
  • 6

    Für eine umweltverträgliche Produktion
Fairer Warenkorb  © Max HavelaarFairer Warenkorb © Max Havelaar

Das tut Brot für alle

Vielfältiger Einsatz für faire Handelsbeziehungen

Brot für alle fördert seit über 60 Jahren den Fairen Handel zwischen der Schweiz und den Ländern des Südens. Die Entwicklungsorganisation hat folgende Initiativen und Organisationen mitgegründet und ist noch immer aktiv

  • Max Havelaar: Die Max Havelaar-Stiftung (Schweiz) vergibt ein Gütesiegel für fair gehandelte Produkte, das auf internationalen Standards des Fairen Handels beruht. Sie verbessert durch fairen Handel die Lebens- und Arbeitsbedingungen von Kleinbauern und Plantagenarbeiterinnen in Entwicklungsländern. Brot für alle ist im Stiftungsrat von Max Havelaar. www.maxhavelaar.ch
  • Fair Wear Foundation: Die internationale Organisation setzt sich für faire Arbeitsbedingungen, für existenzsichernde Löhne und höhere Sicherheit der Angestellten in der Textilindustrie ein. Brot für alle ist als Mitglied der Zivilgesellschaft im Stiftungsrat der Fair Wear Foundation vertreten, gleichberechtigt mit der Vertretung der Textilindustrie und der Gewerkschaften. www.fairwear.org
  • Swiss Fair Trade ist der Dachverband der Fair Trade-Organisationen in der Schweiz. Eine aktuelle Kampagne des Verbands sind die Fair Trade Towns. Dabei werden Städte und Gemeinden ausgezeichnet, wenn sie fünf Kriterien des Fairen Handels erfüllen. Brot für alle ist Mitglied von Swiss Fair Trade. www.swissfairtrade.ch
  • Claro ist ein Handelsunternehmen für Produkte des fairen Handels und arbeitet direkt mit seinen Produzent/innen im Süden zusammen. Die Produkte (Lebensmittel, Textilien und Kunsthandwerk) werden über Weltländen in der ganzen Schweiz, über den Fachhandel und eine Online-Shop verkauft. Brot für alle ist Aktionärin von Claro. www.claro.ch
  • Label STEP engagiert sich für gute Arbeits- und Lebensbedingungen der Menschen in den Produktionsgebieten von handgefertigten Teppichen, insbesondere der Knüpferinnen und Knüpfer, bekämpft missbräuchliche Kinderarbeit und setzt sich für die Förderung ökologisch verträglicher Teppichherstellungsverfahren ein. Brot für alle ist im Vorstand des Vereins Label STEP vertreten. www.label-step.org
  • TerrEspoir ist eine Stiftung für Fairen Handel zwischen Afrika und der Schweiz mit Sitz in der Westschweiz. Die Produzenten sind mehrheitlich in Kamerun zu Hause. Durch den Fairen Handel mit frischen und getrockneten Früchten erhalten Dutzende von afrikanischen Familien ein Zusatzeinkommen. Brot für alle ist im Vorstand von TerrEspoir. www.terrespoir.com
  • Akte: Der arbeitskreis tourismus & entwicklung (akte) setzt seit 1977 auf die Solidarität der Reisenden mit Benachteiligten aus Tourismusgebieten. Zudem macht sich akte bei Wirtschaft und Politik für einen Tourismus stark, der die Rechte von Einheimischen respektiert und zur nachhaltigen Entwicklung beiträgt. Brot für alle hat akte mitgegründet, ist Mitglied und lässt sich von Fastenopfer im Vereinsvorstand vertreten. www.akte.ch oder www.fairunterwegs.org

Das können Sie tun

Kaufen Sie bewusst ein

  • 1

    Kaufen Sie regional und saisonal ein

    Kaufen Sie Nahrungsmittel möglichst unverarbeitet und der Saison entsprechend von regionalen Produzenten. Sie unterstützen damit eine bäuerliche und nachhaltige Landwirtschaft.
  • 2

    Achten Sie beim Einkauf auf Fair Trade Labels

    Achten Sie beim Kauf von Nahrungsmitteln und anderen Produkten aus dem Weltsüden auf Fair Trade Labels. Die Vielfalt an Fair Trade Produkten nimmt laufend zu. Mehr als 2200 in der Schweiz erhältliche Produkte tragen inzwischen das Max Havelaar-Label.
  • 3

    Bevorzugen Sie beim Kleiderkauf Mitglieder der Fair Wear Foundation

    Markenfirmen, die der Fair Wear Foundation beitreten, verpflichten sich zu fairen Arbeitsbedingungen in der Textilindustrie.
  • 4

    Informieren Sie sich bei grösseren Anschaffungen über faire Alternativen

    Auch bei Handys, Computern oder Möbeln gibt es jeweils bessere oder fairere Alternativen. Informieren Sie sich vor dem Kauf über die sozialen und ökologischen Bedingungen, unter denen das Produkt hergestellt wurde.

 

Kontakt

Photo: Marion Nitsch
Miges Baumann

Leiter Entwicklungspolitik

031 380 65 72 

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