FAIRER KONSUM

Handgefertigte Teppiche: Fair produziert

News

Fair Wear Foundation warnt vor Stornierungen

30.04.2020

Fabriken werden geschlossen, Millionen von Fabrikarbeiterinnen und -arbeiter werden nach Hause geschickt. Ohne Einkommen, um ihre Familien zu ernähren oder sie in dieser Krise zu schützen.

«Black Friday» – ein wirklich schwarzer Freitag

27.11.2019

Die Menschen, die an den Fliessbändern der Elektronik-Firmen die Geräte produzieren, gehen am Black Friday vergessen. Sie sind die Opfer am anderen Ende der g…

Gesetz für Nachhaltigkeit in der öffentlichen Beschaffung

21.06.2019

Das Parlament hat heute ein Bundesgesetz über das öffentliche Beschaffungswesen (BöB) verabschiedet. Es schafft neue Möglichkeiten für sozial und ökologis…

Frauen in einer fairen TeppichproduktionFaire Teppichproduktion in Nepal © Label STEP

Hintergrund

Viel Handarbeit für wenig Geld

Handgefertigte Teppiche sind edle Textilien und benötigen nebst viel Fingerfertigkeit auch viel Arbeit. Das von Brot für alle mitgegründete Label STEP sorgt dafür, dass Teppichknüpferinnen und -knüpfer unter fairen Bedingungen arbeiten können.

Kaum eine andere Branche hat – je nach Region – so unterschiedliche und oft unstrukturierte Organisationsformen wie die Teppichherstellung. Im Iran zum Beispiel arbeiten rund 10’000 Knüpferinnen – fast ausschliesslich Frauen – in Heimarbeit; ohne Verträge oder Sozialleistungen. In Nepal hingegen sind die meisten Knüpferinnen und Knüpfer in Manufakturen angestellt, auf deren Gelände sie mit ihren Familien auch wohnen. In Indien wiederum ist missbräuchliche Kinderarbeit in der Teppichherstellung an der Tagesordnung.

Die grenzüberschreitende Gemeinsamkeit dieser Branche ist, dass es zum Teppichknüpfen keine qualifizierte Ausbildung braucht. Oft gehören die Knüpferinnen und Knüpfer einer besonders benachteiligten Bevölkerungsschicht an, können weder lesen noch schreiben und kennen ihre Rechte nicht. Vielerorts wird Teppichknüpfen nicht als offizieller Beruf anerkannt, die Arbeitenden haben weder eine Lobby noch Zugang zu staatlichen Sozialleistungen.  

Durch die arbeitsteilige Produktion sind die Lieferketten in der Teppichindustrie kompliziert: Sie sind von zahlreichen Zwischenhändlern und Kleinstunternehmern geprägt, was eine umfassende Kontrolle der Produktionsbedingungen erschwert.

Geografische Karte der wichtige Teppichländer, wie Marokko, Türkei, Iran, Afghanistan, Pakistan, Indien, Nepal und KirgistanLabel STEP ist in allen wichtigen Teppichländern aktiv © Label STEP

Das tut Brot für alle

Stärkung des fairen Teppichhandels über Label STEP

Brot für alle gehört zu den Mitbegründern des Labels STEP, das sich seit 1995 für faire Bedingungen bei Produktion und Handel von handgefertigten Teppichen einsetzt.

Heute unterstützt Brot für alle Label STEP als Trägerorganisation.

Label STEP ist weltweit die einzige Organisation, die in allen wichtigen Teppichherkunftsländern mit lokalen Angestellten vor Ort arbeitet. Sie engagiert sich insbesondere

  • für gute Arbeitsbedingungen und faire Einkaufspreise, die gerechte Löhne ermöglichen
  • gegen missbräuchliche Kinderarbeit
  • für unabhängige Produktions- und Handelskontrollen
  • für umweltfreundliche Produktionsmethoden

Zur Umsetzung dieser Ziele überprüft Label STEP regelmässig die Produktionsstätten seiner Lizenznehmer und achtet auf die Einhaltung fairer Bedingungen, die im Label STEP Standard definiert sind. Weiter führt Label STEP in den Herstellungslländern Projekte durch, welche die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie ihre Familien und Dorfgemeinschaften unterstützen oder die Nachhaltigkeit der gesamten Branche fördern. In Ländern wie der Schweiz oder Deutschland fördert Label STEP die Nachfrage nach fair produzierten Teppichen und vermittelt den kulturellen Wert handgefertigter Teppiche.

Knüpferinnen und ihre Familien bei einem STEP-WorkshopKnüpferinnen und ihre Familien bei einem STEP-Workshop, der Bewusstsein und Wissen über Sicherheit, Gesundheit, Rechte und weitere soziale Themen vermittelt.

Was bislang erreicht wurde

Vertriebskanäle und gesicherte Einkommen

Im Süden

Durch den Aufbau von Vertriebskanälen nach Europa und über die Kontrolle der Fair-Trade-Standards ermöglicht Laben STEP zahlreichen Familien in Ländern wie Pakistan, Afghanistan, Irak oder Nepal ein gesichertes und faires Einkommen. Darüber hinaus unterstützt Label STEP die Arbeiterinnen und Arbeiter sowie deren Familien in Bereichen wie medizinische Versorgung, Bildung für Kinder und Erwachsene, Frauenförderung, Vermittlung von Fachwissen, Kleingewerbeförderung, Stärkung lokaler Selbsthilfegruppen, Sicherheit am Arbeitsplatz und Umweltschutz.

Label STEP lancierte anlässlich der Covid-19-Krise einen Nothilfefonds: Weil die Lieferketten als Folge der weltweiten Krise zusammenbrachen, verloren die Knüpferinnen und Knüpfer Arbeit und Einkommen. Label STEP konnte in dieser prekären Lage auf sein bewährtes Netzwerk zurückgreifen und die am schwersten Betroffenen schnell und wirksam mit dem Nötigsten versorgen.

Im Norden

Rund 30 Verkaufsstellen in der Schweiz sowie insgesamt 40 Unternehmen aus sechs Ländern bieten STEP-geprüfte Teppiche an. Zudem sensibilisiert Label STEP Konsumentinnen und Konsumenten für die Situation der Menschen in der Teppichindustrie und stärkt das Bewusstsein für das Kulturgut Teppich.

Das können Sie tun

Achten Sie beim Teppichkauf auf das Label STEP

Achten Sie beim Teppichkauf auf das Label STEP. Sie erhalten diese Teppiche u.a. bei verschiedenen Möbel Pfister und Migros-Filialen sowie bei zahleichen Teppichhändlern. Eine Übersicht der Verkaufsstellen finden Sie hier »

Logo_STEP

Das Label STEP wurde 1995 von Brot für alle und anderen Werken gegründet. Seit 2014 wird STEP als unabhängiger Verein von den beiden Gründungsorganisationen Brot für alle und Fastenopfer getragen.

 

Kontakt

Yvan Maillard Ardenti

Unternehmen und Menschenrechte

031 380 65 73

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