Medienmitteilung

Swisscom ergreift Massnahmen gegen Benzol

13.09.2016
Produktionshallen in China

Luzern/Bern, 13. September 2016. – Die Kampagne gegen Benzol, die Fastenopfer und Brot für alle letzte Woche lanciert haben, verzeichnet ihren ersten Erfolg. Die beiden Organisationen verlangen von den grössten Schweizer Mobiltelefon-Verkäufern, sich gegen die Verwendung von Benzol bei der Herstellung von Mobiltelefonen einzusetzen. Swisscom hat positiv reagiert und konkrete Massnahmen beschlossen.

Swisscom, der grösste Schweizer Mobiltelefon-Verkäufer, hat auf die Kampagne „Stopp Benzol“ von Brot für alle und Fastenopfer reagiert. In einer Stellungnahme anerkennt das Unternehmen die negativen Folgen durch den Einsatz von Benzol auf die Gesundheit der Arbeiterinnen und Arbeiter in den Fabriken, in denen die Mobiltelefone hergestellt werden.

«Als Vorreiter für Nachhaltigkeit setzt sich Swisscom seit 2011 auch international aktiv dafür ein, Nachhaltigkeit in der Lieferkette umzusetzen durch Audits in den Fabriken der eigenen  Lieferanten», sagt Res Witschi, Leiter Corporate Responsibility bei Swisscom. Swisscom bestätigt, dass das Unternehmen bereit ist, sich aktiv in den brancheneigenen Initiativen, insbesondere in der GeSI (Global e-Sustainability Initiative) und der Joint Audit Cooperation (JAC), dafür einzusetzen, damit Benzol bei der Herstellung von Elektronikprodukten nicht mehr so eingesetzt werden kann, dass Arbeiterinnen und Arbeiter ungeschützt in Kontakt Benzol treten können.  «Dieses Engagement betreffend ‚Stopp Benzol‘ ist ein weiterer Schritt im Bestreben um eine faire Lieferkette bei Elektronikprodukten.», so Res Witschi weiter. Damit soll sichergestellt werden, dass Benzol durch weniger gesundheitsgefährdende Produkte ersetzt wird oder – falls es weiterhin verwendet wird – dass die Arbeiterinnen und Arbeiter über die Risiken informiert sind und entsprechende Massnahmen zu ihrem Schutz getroffen werden (Kleidung, Masken).

Druck auf die Verkäufer ausüben

Benzol tötet. Langsam und unsichtbar. Das Reinigungsmittel, das in der Endphase der Herstellung von Mobiltelefonen zum Einsatz gelangt, ist hochgiftig, verursacht Krebs und kann zum Tod führen. Mit ihrer Kampagne wollen Fastenopfer und Brot für alle die Öffentlichkeit sensibilisieren und die Mobiltelefon-Verkäufer an ihre Verantwortung erinnern. Gemäss internationalen Richtlinien sind die Schweizer Mobiltelefon-Verkäufer ebenfalls verantwortlich für das, was in den Fabriken in Fernost passiert. Sie müssen sich dafür einsetzen, dass die Marken, deren Produkte sie verkaufen, wirksame Massnahmen ergreifen, damit bei der Herstellung kein Benzol mehr verwendet wird.

Für Daniela Renaud, Verantwortliche der Kampagne ‚High Tech – No Rights?‘ der beiden Organisationen, ist diese Reaktion von Swisscom ein erster Schritt: «Nun muss es darum gehen, auch die anderen Mobiltelefon-Verkäufer zum Handeln zu bewegen.» Sunrise zögert, zeigt sich jedoch offen für eine Diskussion. Salt und Mobilzone jedoch stellen sich taub und streiten jegliche Verantwortung ab. Ihr Verständnis der Sorgfaltspflicht ist inakzeptabel. Salt hat sogar seine Abteilung für soziale Unternehmensverantwortung (CSR) 2015 aufgelöst, als das Unternehmen aus der Orange-Gruppe austrat.

Ergänzende Informationen:

Daniela Renaud, Verantwortliche ‚High Tech – No Rights?‘, Brot für alle/Fastenopfer, 031 380 65 82, 079 489 38 24

www.sehen-und-handeln.ch/medien

Petition: www.stopp-benzol.ch

 

Pin It on Pinterest

Share This