Rise up for change

24.09.2020
YM

Yvan Maillard Ardenti arbeitet bei Brot für alle als Fachperson für Unternehmen und Menschenrechte

Meine Erfahrungen im Klimacamp auf dem Bundesplatz

Als Verantwortlicher des Bereichs Klimagerechtigkeit bei Brot für alle konnte ich mir die Aktionswoche Rise up for change des Klimastreiks in Bern nicht entgehen lassen. Dem Beispiel mehrerer Berner Kirchen folgend, welche die Aktivistinnen und Aktivisten beherbergten, beschlossen Brot für alle und Fastenopfer, sich auch am Camp zu beteiligen. Wir planten einen Workshop zum Thema «Klimagerechtigkeit: Was bedeutet das konkret? » durchzuführen. Ziel wäre gewesen, die Auswirkungen des Klimawandels in den Ländern des Südens, in denen wir arbeiten, aufzuzeigen: Dürren und/oder Überschwemmungen, die Ernten vernichten; Taifune, die ganze Regionen verwüsten; Hitzewellen, die ganze Regionen lebensunfähig machen und die Gesundheit der Bevölkerung bedrohen. All diese extremen Wetterereignisse, die immer stärker und häufiger werden, erschweren es den Bauern, genügend Nahrungsmittel für ihre Familien zu produzieren. Das Ergebnis ist ein drastischer Anstieg von Hunger und Unterernährung. All dies geschieht in Ländern, die am wenigsten zum Klimawandel beigetragen haben. Als eines der Länder mit den höchsten CO2-Emissionen pro Kopf, muss die Schweiz ihre Verantwortung wahrnehmen. 

Leider hat die Polizei wenige Stunden vor Beginn unseres Workshops, in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch, die Demonstrierenden vertrieben. Wir mussten unseren Workshop absagen…  

Die Demonstration wäre auf einem anderen Platz als dem Bundesplatz genehmigt worden. Die Demonstrantinnen und Demonstranten entschieden sich jedoch für den Bundesplatz, um ihre Forderungen so nahe wie möglich zum Parlament zu bringen. Ihre Forderungen sind angesichts der Schwere der Klimakrise und ihrer Auswirkungen im Süden, aber auch in der Schweiz, mehr als gerechtfertigt. Die Besetzung des Bundesplatzes hat die Gemüter erhitzt und viele Diskussionen ausgelöst. Schliesslich hat die Stadt Bern das Klimacamp durch die Polizei räumen lassen. 

Bewunderung für die Aktivistinnen und Aktivisten

Ich muss gestehen, dass ich in diesen Tagen im Kontakt mit den jungen und nicht mehr so jungen Leuten, die sich für das Klima engagieren, eine große Bewunderung verspürte: vor allem für die wohlwollende und freundliche Atmosphäre unter den Teilnehmenden, die alle Landessprachen sprachen, und auch für den friedlichen und gewaltlosen Charakter der Demonstration von Anfang bis Ende. Am meisten aber beeindruckte mich die Organisation, welche es ermöglichte, Entscheide auf partizipative Weise in demokratischen Vollversammlungen zu treffen. 

Am Mittwochmorgen wurde unser Workshop abgesagt. Ich hatte jedoch die Gelegenheit, den letzten Aktivistinnen und Aktivisten beim Packen der Zelte und ihrer Ausrüstung zu helfen. Eines ihrer Ziele war, so vielen Leuten wie möglich die Dringlichkeit der Klimakrise und die Notwendigkeit starker Entscheidungen zu verdeutlichen. Angesichts der Medienberichterstattung der letzten Tage scheint mir dieses Ziel erreicht. Und es ist noch nicht vorbei: Der Klimastreik ruft diesen Freitag ab 15.30 Uhr zu einer Demonstration in Bern auf dem Helvetiaplatz auf. 

Weitere Informationen: https://climatestrike.ch/fr/

21.09.2020 - Friedensmarsch zum Bundeshaus

MEDIA_SuperCut01_until8h

Ihre Spende ist wichtig

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!