Recht auf Nahrung

Widerstand gegen Land Grabbing für Palmölproduktion

Kampf gegen industrielle Palmölplantagen

Das Dorf Sungai Kelik in West-Kalimantan ist in Aufruhr. Palmölkonzerne haben hier Plantagen angelegt. Viele Bewohner wehren sich. Der Widerstand ist gut begründet, wie Pak Lei Lei erzählt:
«Mein Verwandter hat Land von der Gemeinde gekauft. Aber der Konzern Bumitama hat uns für seine Plantage rund 36 Hektar Land weggenommen.» Lei Lei und seine Familie wehren sich vor Gericht – doch der Fall wird verschleppt. Wenigstens haben sie die Erlaubnis erhalten, Grenzsteine setzen zu dürfen – aber nur ein Dutzend Meter rund ums Wohnhaus und die Wasserstelle.

Den mächtigen Palmölkonzernen zu widerstehen ist hart. Die weltweite Nachfrage nach dem Öl steigt ständig. Und davon wollen viele profitieren. Entsprechend schnell vergrössern die Konzerne ihre Plantagen. Die Rechte der Menschen in den Dörfern bleiben dabei auf der Strecke. Das Meer von Ölpalmen breitet sich aus – eintönig und fast ohne Leben unter dem dicken Blätterdach. Der Bevölkerung steht nur noch ein kleiner Teil des nutzbaren Bodens zur Verfügung. So fehlt vielen das Land, um Nahrung für sich und die Familie anzubauen. Und nur wenige finden Arbeit auf den Plantagen oder in der Verarbeitung des Palmöls.

Die Millionen von Hektaren Regenwald, welche in Indonesien für Ölpalmplantagen gerodet wurden, betreffen auch die Schweiz: Zusammen mit Malaysia ist Indonesien wichtigster Exporteur von Palmöl für die Schweizer Warenhäuser. Rund 50% aller Produkte im Supermarkt enthalten Palmöl. Gleichzeitig investieren Schweizer Banken und Investoren in die Plantagen. Brot für alle setzt sich für die Menschen ein, welche dadurch ihr Land und damit ihre Lebensgrundlage verlieren.

Projektnummer

835.8057

Land

Indonesien

Dauer

2015 bis 2017

Projektsumme

Fr. 20'000.- / Jahr

Verantwortung

Miges Baumann

Das Projekt

In dieser alarmierenden Situation ist es unerlässlich, dass die betroffenen Gemeinschaften informiert und gestärkt werden. Deshalb engagiert sich Brot für alle gemeinsam mit der indonesischen Partnerorganisation Walhi.

Walhi arbeitet auf zwei Ebenen: Mit Kampagnen sensibilisiert sie die Politik und Öffentlichkeit für die Probleme, welche durch Ölpalmplantagen ausgelöst werden. So soll der Staat dazu gebracht werden, sich für die Rechte seiner Bevölkerung einzusetzen. Gleichzeitig werden die lokalen Gemeinschaften darin gestärkt, sich für den Erhalt ihres Landes und damit ihrer Lebensgrundlagen einzusetzen. Dazu führt Walhi Trainings durch, in denen die Gemeinschaften zum Beispiel ihre Rechte kennenlernen oder wie sie ihr Land vermessen und kartographieren können. Mit diesen Grundlagen können sie sich wehren, damit sie nicht noch mehr Land verlieren, oder sich vor Gericht gegen die Konzerne behaupten.

Neben dieser Arbeit in Indonesien selbst erarbeitet Walhi Studien und Grundlagen, die Brot für alle auch für ihre Arbeit in der Schweiz verwenden kann. Brot für alle liess untersuchen, wie Schweizer Banken und Investoren Firmen finanzieren, die grosse Ölpalmplantagen betreiben. Diese Informationen von Brot für alle helfen auch den Organisationen vor Ort. Mit ihnen zusammen findet Brot für alle heraus, wie die Situation auf den Plantagen aussieht, in denen auch Schweizer Geld steckt und wie sich die Bevölkerung wehren kann. Gleichzeitig informiert Brot für alle die Schweizer Bevölkerung und Politik darüber, welche Bedeutung Schweizer Investitionen für die Plantagen in Indonesien haben.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Brot für alle organisiert mit ihrer Partnerorganisation Walhi Workshops für die Gemeinschaften, die von Palmölplantagen betroffen sind. Dort werden sie über ihre Rechte informiert und können sich über Möglichkeiten, wie sie sich wehren können, austauschen.

Im Norden

  • Brot für alle informiert die Bevölkerung in der Schweiz über die Folgen der Palmölproduktion. Brot für alle übt Druck auf die politischen und wirtschaftlichen Entscheidungsträgerinnen und -träger aus, damit die Finanzierung von Land Grabbing für Plantagen abnimmt.

Partnerorganisation

Walhi West Kalimantan ist eine Umweltorganisation, welche 1991 gegründet wurde. Die Organisation engagiert sich mit Kampagnen und politischer Einflussnahme gegen die Ausbreitung von industriellen Plantagen, die die Umwelt und die Lebensgrundlagen der lokalen Gemeinschaften zerstören. Gleichzeitig werden die Menschen dabei unterstützt, ihr Land zu verteidigen und sich für ihre eigenen Rechte einzusetzen.

www.walhi.or.id

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für den Kampf gegen Palmölplantagen können Workshops organisiert werden, um die Betroffenen in ihrem Kampf gegen Land Grabbing zu stärken.

PC: 40-984-9, Vermerk: Palmöl Indonesien

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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