Klimagerechtigkeit

Waldschutz bedeutet Klimaschutz

World Rainforest Movement

Die Bilder gingen um die Welt: Im August 2019 waren die Feuersbrünste im brasilianischen Regenwald so heftig, dass sich der Himmel über São Paulo verdunkelte. Auslöser der Feuer waren Grossbauern, die durch Brandrodung neue Flächen für den Sojaanbau und die Viehzucht gewinnen wollten. 2020 hat die Anzahl der Waldbrände ein noch höheres Niveau erreicht.

«Die Waldbrände sind das Ergebnis einer Reihe von Massnahmen, die seit Beginn der Regierung Jair Bolsonaro von Agrarunternehmen und grossen Bergbaukonzernen ergriffen wurden. Bolsonaro und sein Umweltminister führen eine aggresive Rhetorik gegen die brasilianischen Umweltschutzgesetzgebung und -mechanismen, und kriminalisieren diejenigen, welche die brasilianische Biodiversität in der Vergangenheit geschützt haben – Kleinbauernfamilien und die indigene Bevölkerung», berichtet ein brasilianischer Kleinbauer. Doch nicht nur der Regenwald im Amazonasgebiet ist bedroht. Die tropischen Regenwälder Asiens, Afrikas und Südamerikas geraten immer mehr unter Druck. Aber weshalb werden diese Wälder nicht besser geschützt? Und was heisst eigentlich guter Schutz?

Diesen Fragen widmet sich das Netzwerk World Rainforest Movement (WRM). Für sie ist klar: «Eine der wirkungsvollsten Möglichkeiten, die Abholzung des Regenwaldes zu stoppen, ist es, die lokale oder indigene Bevölkerung in den Schutz mit einzubeziehen», berichtet eine Mitarbeiterin des World Rainforest Movement. Grosse Auswirkungen auf Menschen und Natur haben auch die politischen Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel. Internationale Initiativen und Aktionspläne – z.B. die UN-Klimakonferenzen – wollen eigentlich Wälder und somit das Klima schützen. Doch bei diesen Projekten gibt es oft weitreichende Nebenwirkungen: Die lokale Bevölkerung hat bei solchen Entscheiden «von oben» kein Mitspracherecht. Es werden Entscheidungen getroffen, durch die sie oft ihre Landrechte und dadurch den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Land und Wasser verlieren. So können sie den Wald nicht mehr auf traditionelle Weise pflegen und schützen.

Klimaschutz wird zum Geschäft: Wirtschaftlich uninteressante Flächen werden «unter Schutz» gestellt, attraktive Landflächen demgegenüber sogar noch stärker abgeholzt. Riesige Waldflächen werden ohne grossen politischen Widerstand seitens der Regierungen an private Unternehmen und ausländische Investoren übergeben. Landverlust, Abholzung und starke Boden- und Wasserverschmutzung durch Monokulturplantagen oder Bergbauaktivitäten sind die Folgen.

Projektnummer

835.8039

Region

Weltweit

Dauer

2018 bis 2023

Projektsumme

Fr. 53 000.- / Jahr

Verantwortung

Yvan Maillard Ardenti

WRM fungiert als Bindeglied zwischen den betroffenen lokalen Gemeinschaften und internationalen Institutionen wie beispielsweise den UN-Klimakonferenzen. Weiter erstellt das WRM kritische Analysen und liefert Informationen über internationale Pläne und Projekte, die behaupten, die Entwaldung zu stoppen, und teilt diese mit den lokalen Gemeinschaften. Kritische und zugängliche Informationen sind für die Gemeinschaften von entscheidender Bedeutung, um ihre Rechte einfordern zu können. Schlussendlich zielt das WRM in seiner Arbeit darauf ab, die vielen verschiedenen Initiativen der lokalen Gemeinschaften zu bündeln und zu stärken.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Dokumentation und Verbreitung von Informationen über das Engagement lokaler Gemeinschaften gegen Klimavergehen.

  • Analyse der direkten und zugrundeliegenden Ursachen der Abholzung und der Auswirkungen auf Wald- und Bauerngesellschaften.

  • Förderung, Unterstützung und Erleichterung der Vernetzung und des Austausches zwischen den verschiedenen Partnern.

  • Hervorhebung der Rolle von Frauen für den Widerstand in betroffenen Gemeinden. Frauen sind oft stärker von Abholzung und Landraub betroffen als Männer.

Engagement im Norden

  • Mit Hilfe der Informationen des WRM wird die Schweizer Gesellschaft über Waldschutz und politische Zusammenhänge informiert und sensibilisiert.

  • Informationen über die Beteiligung von Schweizer Institutionen und Unternehmen an problematischen Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise werden gesammelt und der Schweizer Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

  • Schweizer Institutionen und Investoren, die in solche Deals verwickelt sind, werden aufgefordert, daraus auszusteigen und sich für effektiven Klimaschutz zu engagieren.

Die World Rainforest Movement (WRM) ist eine internationale Initiative, die 1986 von Aktivisten und Aktivistinnen aus verschiedenen Ländern gegründet wurde. Ziel der Initiative ist, bei Konflikten, Überlegungen und politischen Aktionen von waldabhängigen Gemeinschaften, indigenen Völkern, Bauern- und anderen Gemeinschaften im globalen Süden einen Beitrag zu leisten. WRM ist Teil einer globalen Bewegung für soziale und ökologische Gerechtigkeit und setzt sich für die Achtung der Menschen- und Kollektivrechte ein.

https://wrm.org.uy/


Die Südaktivitäten dieses Projekts werden von der DEZA mitfinanziert.

Projektauskunft

Yuri Forster

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

forster@bfa-ppp.ch


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