Klimagerechtigkeit

Waldschutz bedeutet Klimaschutz

World Rainforest Movement

Die tropischen Regenwälder Asiens, Afrikas und Südamerikas werden oft als die grünen Lungen unseres Planeten bezeichnet. Dennoch sind Bilder und Geschichten, die von der Abholzung des Regenwalds handeln fast täglich bei uns zu sehen. Weshalb werden diese Wälder nicht besser geschützt? Was heisst denn eigentlich guter Schutz? Und was bedeuten diese Wälder für unser Klima und die Menschen, die von diesen Wäldern abhängig sind?

Diesen Fragen widmet sich das Netzwerk World Rainforest Movement (WRM) seit 1986 und setzt sich unermüdlich für die Wälder unseres Planeten ein. Für sie ist klar: Effektiver Waldschutz ist gleichzeitig auch effizienter Klimaschutz. Der Klimawandel hat weltweit grosse Auswirkungen auf die verschiedenen Waldökosysteme. Was leider weniger bekannt ist: Auch die politischen Bemühungen zur Anpassung an den Klimawandel haben weitreichende Folgen für Menschen und Natur überall auf der Welt. Internationale Initiativen und Aktionspläne – z.B. die UN-Klimakonferenzen – wollen eigentlich Wälder und somit das Klima schützen, doch gibt es bei diesen Projekten oft weitreichende Nebenwirkungen: Die lokale Bevölkerung hat bei solchen Entscheiden «von oben» kein Mitspracherecht und es werden Entscheide getroffen, durch die sie oft ihre Landrechte und dadurch den Zugang zu lebenswichtigen Ressourcen wie Land und Wasser verlieren. So können sie schlussendlich auch den Wald nicht mehr auf traditionelle Weise pflegen und schützen. Gemäss Studien des WRM funktioniert nämlich Waldschutz dann am effektivsten, wenn lokale/ indigene Bevölkerungsgruppen autonom und auf traditionelle Weise ihre Wälder bewirtschaften können. Die Wälder, die im Rahmen der Umsetzung internationaler Klimapolitik-Ziele «unter Schutz» gestellt werden, stehen so den indigenen und anderen lokalen Gruppen aber nicht mehr als Quelle von Ressourcen und Lebensraum zur Verfügung und ihnen wird der Zugang sogar unter Androhung von Strafe untersagt. Klimaschutz wird zum Geschäft: Wirtschaftlich uninteressante Flächen werden «unter Schutz» gestellt, doch attraktive Landflächen werden dabei gleichzeitig sogar oft noch vermehrt abgeholzt. Riesige Waldflächen werden ohne grossen politischen Widerstand seitens der Regierungen an private Unternehmen und andere ausländische Investoren übergeben, um Großprojekte durchzuführen. Landverlust, Abholzung und starke Boden- und Wasserverschmutzung durch Monokulturplantagen oder Bergbauaktivitäten sind die Folgen für die lokale Bevölkerung. Vielerorts werden die Rechte der ansässigen, von Wäldern abhängigen, Gemeinschaften nicht respektiert und sie haben oft keine Chance sich gegen diese Landnahme zu wehren.

Projektnummer

835.8039

Region

Weltweit

Dauer

2018 bis 2020

Projektsumme

Fr. 30 000.- / Jahr

Verantwortung

Miges Baumann

Das WRM fungiert als Bindeglied zwischen den betroffenen lokalen Gemeinschaften und internationalen Institutionen wie beispielsweise die UNO Klimakonferenzen. Das WRM erstellt kritische Analysen und liefert Informationen über internationale Pläne und Projekte, die behaupten, die Entwaldung zu stoppen und teilt diese mit den lokalen Gemeinschaften. Kritische und zugängliche Informationen sind für die Gemeinschaften von entscheidender Bedeutung, um ihre Rechte einfordern zu können. In seiner Arbeit zielt das WRM darauf ab, die vielen verschiedenen Initiativen der lokalen Gemeinschaften zu bündeln und zu stärken.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Dokumentation und Verbreitung von Informationen über das Engagement lokaler Gemeinschaften gegen Klimavergehen.

  • Analyse der direkten und zugrundeliegenden Ursachen der Abholzung und der Auswirkungen auf Wald- und Bauerngesellschaften.

  • Förderung, Unterstützung und Erleichterung der Vernetzung und des Austausches zwischen den verschiedenen Partnern.

  • Hervorhebung der Rolle von Frauen für den Widerstand in betroffenen Gemeinden. Frauen sind oft stärker von Abholzung und Landraub betroffen als Männer.

Engagement im Norden

  • Mit Hilfe der Informationen des WRM wird die Schweizer Gesellschaft über Waldschutz und politische Zusammenhänge informiert und sensibilisiert.

  • Informationen über die Beteiligung von Schweizer Institutionen und Unternehmen an den problematischen Lösungen zur Bewältigung der Klimakrise werden gesammelt und der Schweizer Öffentlichkeit zugänglich gemacht.

  • Schweizer Institutionen und Investoren, die in solche Deals verwickelt sind, werden aufgefordert daraus auszusteigen und sich für effektiven Klimaschutz zu engagieren.

Die World Rainforest Movement (WRM) ist eine internationale Initiative, die 1986 von Aktivisten aus verschiedenen Ländern gegründet wurde. Ziel der Initiative ist, bei Konflikten, Überlegungen und politischen Aktionen von waldabhängigen Gemeinschaften, indigenen Völkern, Bauern und anderen Gemeinschaften im globalen Süden einen Beitrag zu leisten. WRM ist Teil einer globalen Bewegung für soziale und ökologische Gerechtigkeit und setzt sich für die Achtung der Menschen- und Kollektivrechte ein.

https://wrm.org.uy/

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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