Recht auf Nahrung

Umsetzung der Rechts auf Nahrung

FIAN Ecuador

Die Region Kimsakocha ist ein ökologisch wertvolles Feuchtgebiet mit drei grossen Seen. Hier leben seit Jahrhunderten indigene Gemeinschaften. Doch genau in dieser Region hat die ecuadorianische Regierung Minenlizenzen vergeben. Der Gold- und Kupferabbau zerstört das empfindliche Ökosystem und damit die Lebensgrundlage der indigenen Gemeinschaften. Grosse Waldflächen werden gerodet und Chemikalien verseuchen die Trinkwasserquellen. Wer sich gegen die Minenbetreiber wehrt, wird oft bedroht.

In Ecuador leiden zwischen 12 und 15 Prozent der Bevölkerung an Mangel- und Unterernährung. Besonders Frauen und Mädchen, indigene Bevölkerungsgruppen, Kleinbauernfamilien und ältere Menschen sind davon betroffen. Hauptursache für den Hunger ist die ungerechte Verteilung der Ressourcen – insbesondere des Agrarlandes. Zwar schreibt die Verfassung von 2008 das Recht auf Nahrung unter Berücksichtigung der kulturellen Identitäten und Traditionen des Landes sowie den gleichberechtigten Zugang zu Land und Ressourcen, wie Wasser oder Saatgut, fest. Auch schuf die Regierung Gremien und Pläne, wie den «Plan de tierras», zur Durchsetzung der Ernährungssouveränität und des Rechts auf Nahrung. In der Praxis mangelt es aber an der Umsetzung und dem Schutz dieser Rechte. Immer wieder werden Bauernorganisationen kriminalisiert, weil sie sich für ihre Rechte einsetzen. Verhaftungen und Morddrohungen sind an der Tagesordnung. Im Jahr 2011 wurde ein lokaler Partner von FIAN Ecuador ermordet.

Projektnummer

835.8016

Land

Ecuador

Dauer

2009 - 2016

Projektsumme

Fr. 20'000.- / Jahr

Verantwortung

Ester Wolf

Das Projekt

FIAN Ecuador lässt sich nicht einschüchtern und setzt sich an der Seite von Bäuerinnen und Bauern für deren Landrechte ein. So unterstützen sie auch die Menschen aus Kimsakocha.

Die Menschenrechtsorganisation dokumentiert Verletzungen des Rechts auf Nahrung, wie zum Beispiel wenn Gemeinschaften unrechtmässig von ihrem Land vertrieben werden und damit ihre Lebensgrundlage verlieren. Gleichzeitig hilft FIAN den betroffenen Gemeinden, ihre Rechte geltend zu machen. Dies geschieht beispielsweise durch rechtliche Beratung oder Lobby-Arbeit bei der eigenen Regierung und bei den Vereinten Nationen. In Schulungen lernen Bäuerinnen und Bauern was das Recht auf Nahrung beinhaltet und wie sie sich dafür einsetzen können. Dieses Engagement zeigt Wirkung: «Wir haben es geschafft, unser Land zu bekommen, weil wir es eingefordert haben und nicht weil wir auf Knien darum gebettelt haben.» sagt der Bauer Sergio Leyton stolz. Er gehört zu einer von FIAN unterstützen Gemeinde, die ihre offiziellen Landtitel erhalten hat.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Brot für alle unterstützt die Menschenrechtsorganisation FIAN Ecuador darin, die Regierung und Öffentlichkeit in Ecuador auf die Missstände bei der Umsetzung des Rechts auf Nahrung aufmerksam zu machen.

  • Brot für alle und FIAN begleiten lokale Gemeinschaften, die für ihre Landrechte kämpfen, und helfen ihnen dabei, ihre Rechte einzufordern.

  • Zusammen mit FIAN hält Brot für alle die Regierung dazu an, ihren Menschenrechtsverpflichtungen nachzukommen und den «Plan de tierras» (Aktionsplan zu Landfragen) und entsprechende Gesetze umzusetzen.

Im Norden

  • Brot für alle informiert die Schweizer Bevölkerung über die Arbeit von FIAN Ecuador und die Bedeutung der Umsetzung des Rechts auf Nahrung. Sie setzt sich dafür ein, dass die Schweizer Regierung und internationale Unternehmen die Rechte der Bäuerinnen und Bauern anerkennen und respektieren.

Partnerorganisation

FIAN (FoodFirst Information and Action Network) ist eine internationale Menschenrechtsorganisation, mit Sektionen in Afrika, Asien, Europa und Lateinamerika. Ihre Mitglieder stammen aus über 50 Ländern. FIAN Ecuador wurde 2006 gegründet und setzt sich für die Verwirklichung des Rechts auf Nahrung und besonders den Schutz der Rechte von Bäuerinnen und Bauern ein.

www.fianecuador.org.ec

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für FIAN helfen Sie einer Dorfgemeinde dabei, ihr Land zu verteidigen und ihre Ernährung zu sichern.

PC: 40-984-9, Vermerk: FIAN Ecuador

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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