Recht auf Nahrung

Natürliche Vielfalt und Land als Grundlage für eine sichere Ernährung

 

Biodiversität und Bauernrechte – GRAIN

«Auf meinem Land pflanze ich etwa 70 verschiedene Pflanzen an. Damit ernähre ich meine Familie; auch meine Söhne, die in einem anderen Teil des Landes arbeiten» erzählt eine honduranische Bäuerin. Doch diese Form der Selbstversorgung wird durch die industrielle Landwirtschaft bedroht.

Wo früher Gemüse- und Kräutergärten, umrandet von Obstbäumen an Maisfelder grenzten, wachsen heute Plantagen soweit das Auge reicht. Wo früher eine Familie zahlreiche verschiedene Pflanzensorten anbaute und so die Grundlage für einen vielfältigen Speiseplan hatte, wachsen heute Monokulturen von Palmöl, die für die Herstellung von Schokoriegeln oder Seifen benutzt werden.

«Weltweit wird ein Viertel des Ackerlandes von Kleinbauernfamilien bebaut. Damit produzieren sie etwa Dreiviertel der Nahrung weltweit. Wenn man ihnen das Land wegnimmt, wer produziert dann diese Nahrungsmittel?» beschreibt Henk Hobbelink, Gründer von GRAIN, die Problematik gegen die er sich seit Jahrzehnten engagiert. Internationale Konzerne kaufen in Afrika, Asien und Lateinamerika riesige Ländereien auf. GRAIN hat dafür den Begriff «Land Grabbing» geprägt. In den letzten Jahren wurde das Problem immer grösser. Zahlreiche Kleinbauern und Kleinbäuerinnen verlieren ihre Lebensgrundlage und sind mit ihren Familien dem Hunger ausgesetzt. Deshalb unterstützt Brot für alle gemeinsam mit GRAIN die Menschen vor Ort darin, ihre Rechte zu verteidigen.

Region

Weltweit

Dauer

2014 - 2020

Projektsumme

Fr. 75'000.- / Jahr

Projektnummer

835.8026

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

GRAIN war eine der ersten kritischen Stimmen gegenüber der industriali-sierten Landwirtschaft. Seit den 1980er Jahren setzt sie sich dafür ein, dass die Problematik international diskutiert wird. In Zusammenarbeit mit Bauernorganisationen auf der ganzen Welt engagiert sich GRAIN für die Stärkung von kleinbäuerlicher Landwirtschaft, für Ernährungssouveränität, ökologische Landwirtschaft und dass die biologische Vielfalt erhalten bleibt.

Doch wie kann die kleine Organisation dies bewirken? Seit 2010 wehren sich Frauengruppen aus verschiedenen westafrikanischen Ländern zunehmend dagegen, genetisch verändertes Saatgut zu verwenden. GRAIN nahm die Anliegen der Bäuerinnen aus Benin, Senegal und weiteren Ländern auf und entwickelte gemeinsam mit ihnen Strategien, wie sie sich gegen die Saatgutvorschriften ihrer Regierungen wehren können. Ihre Erfolgsgeschichten veröffentlichte GRAIN. Dies gibt bis heute weiteren ähnlichen Initiativen Aufwind, die in ganz Afrika entstehen.

Das erfolgreiche Projekt aus Westafrika veranschaulicht beispielhaft die Arbeitsweise von GRAIN: Die Organisation arbeitet eng mit Bauernorga-nisationen zusammen, die für die Erhaltung ihrer kleinbäuerlichen Land-wirtschaft und für ihre lokale Vielfalt an Saatgut aber auch den Zugang zu Land kämpfen. GRAIN unterstützt diese Kleinbauernverbände, trägt die Erfahrungen der Betroffenen zusammen, stellt eigene Recherchen an und veröffentlicht ihre Analysen. So verschafft sie den Anliegen der Kleinbauern-familien bei Politikerinnen und Politikern und in der breiten Öffentlichkeit Gehör. Die betroffenen Gemeinschaften können dank diesen Ergebnissen ihre Interessen und Rechte einfordern.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Stärkung von kleinbäuerlichen Organisationen und Netzwerken.

  • Sensibilisierung der breiten Öffentlichkeit für die Zusammenhänge zwischen Klimawandel, industrieller Landwirtschaft, schwindender Biodiversität und steigendem Hunger. Förderung ökologischer Ansätze als Lösungen gegen Klimawandel und Hunger.

  • Erhaltung der Biodiversität als unabdingbare Grundlage für eine nachhaltige ökologische Landwirtschaft und Ernährungssicherheit.

Im Norden

  • Brot für alle fordert Schweizer Unternehmen auf, die Menschenrechte einzuhalten. Die Bevölkerung wird für die Problematik informiert und sensibilisiert und die Schweizer Regierung dazu aufgefordert, sich gegen Land Grabbing zu engagieren. Die Schweiz trägt als Mitglied von internationalen Institutionen, wie z.B. der afrikanischen Entwicklungsbank und als Mutterland vieler Konzerne Verantwortung.

Partnerorganisation

GRAIN engagiert sich seit den 1980er Jahren dafür, dass die negativen Folgen der industriellen Landwirtschaft auf dem internationalen Parkett diskutiert und Lösungen zur Bekämpfung des Hungers gefunden werden. Hinter dem Engagement von GRAIN steht die Überzeugung, dass Biodiversität und kommunale landwirtschaftliche Strukturen wesentlich zur Ernährungssicherheit beitragen. GRAIN hat ihren Hauptsitz in Madrid und beschäftigt Mitarbeitende in Lateinamerika, Afrika, Indonesien, Nordamerika und Europa.

Nebst dem Einsatz für Biodiversität ist GRAIN seit mehreren Jahren Vorreiterin im Kampf gegen «Land Grabbing», also den Aufkauf von Land durch internationale Investoren. 2011 erhielt GRAIN den Alternativen Nobelpreis.

www.grain.org

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für GRAIN ermöglichen Sie zum Beispiel rechtliche Recherchen zum Landraub. Auf dieser Grundlage können die betroffenen Gemeinschaften ihr Land zurückfordern.

PC: 40-984-9, Vermerk: GRAIN

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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