Recht auf Nahrung

Mit lokalen Initiativen die Ernährung sichern

 

Anpassung an den Klimawandel

Doña Marí und ihre Nachbarn haben ein Plakat von ihrem Dorf in Guatemala gemalt. Darauf sind Strassen, Häuser, Kirchen und die Schule eingezeichnet. Aber nicht nur. Auch die Gefahren sind zu sehen: Hangflächen, die von Erosion bedroht sind und bei starkem Regenfall abrutschen. Oder die Strassen, welche sich bei Regen in Flüsse verwandeln, weil es keinen Abfluss gibt.

Die Karte hilft ihnen, die Gefahren und Probleme bei extremen Wetterereignissen zu erkennen. Erst wenn diese bekannt sind, können sie nach Lösungen suchen. So werden Doña Marí und ihre Kollegen Obstbäume pflanzen und damit die Erosion bekämpfen. Denn diese Bäume werden nicht so schnell abgeholzt und als Feuerholz verwendet. Ein schöner Nebeneffekt: Die Früchte ergänzen den Speiseplan.

Es gibt immer mehr extremes Wetter: Die Folgen des Klimawandels sind schon jetzt spürbar und bedrohen die Existenzgrundlage zahlreicher Menschen im Süden. Speziell betroffen sind Kleinbauern und -bäuerinnen. Ihre Lebensgrundlagen sind besonders verletzlich. Brot für alle engagiert sich deshalb dafür, dass vom Klimawandel betroffene Menschen ihre Anpassungsfähigkeit an Klima- und Katastrophenrisiken stärken können.

Region

Weltweit

Dauer

2015 - 2017

Projektsumme für 2017

Fr. 20'000

Projektnummer

835.8027

Verantwortung

Julia Jawtusch

Das Projekt

Mit Klimatrainings schult Brot für alle ihre Partnerorganisationen weltweit, damit sie selbstständig Klimaworkshops mit ihren Mitgliedern durchführen können. In diesen Workshops werden die lokalen Risiken und Veränderungen durch den Klimawandel angeschaut. In einem zweiten Schritt wird nach Lösungen gesucht, wie sich die Gemeinschaft an die neuen Bedingungen anpassen kann.

Nach diesen Klimatrainings setzten die Partnerorganisationen das Wissen in ihren Projekten um. So auch Tzuul Taq’a, die guatemaltekische Partnerorganisation von Brot für alle. Sie hat den Workshop für Doña Marí und ihre Nachbarn organisiert. Die Materialien wurden von Brot für alle übernommen und den lokalen Bedingungen angepasst. So entstand ein neues, anschauliches Handbuch. Auf Spanisch und in der lokalen Mayasprache werden Kompostmethoden erklärt und aufgezeigt, welche Pflanzen sich besonders gut für die Hangbewirtschaftung eignen. Im illustrierten Handbuch werden nicht nur die lokalen Bedingungen der Landwirtschaft berücksichtigt, sondern auch die Traditionen und das Wissen der Maya.

Durch die Klimatrainings wurde klar, dass die Auswirkungen des Klimawandels eng mit der Frage des Saatguts zusammenhängen. Denn die traditionelle Saatgutvielfalt ist zentral, um sich an neue Klimaverhältnisse anzupassen und Risiken zu reduzieren. Deshalb wird in Westafrika mit einer Studie untersucht, wie die Gesetze in den einzelnen Ländern die traditionellen Saatgutsysteme beeinflussen und wie die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern sich gegen die drohende Privatisierung und Monopolisierung des Saatguts wehren können.
Dank solchen Grundlagenarbeiten können immer mehr Menschen wie Doña Marí Wege finden, um sich dem Klimawandel anzupassen und so ihre Ernährung zu sichern.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Finanzierung von Kleinprojekten, die aus den Klimatrainings entstanden sind, wie zum Beispiel neue Handbücher oder Studien zu Folgen des Klimawandels und traditionellen Saatgutsystemen und Wechselwirkungen mit nationalen Gesetzen.

Im Norden

  • Brot für alle informiert die Bevölkerung über die Folgen des Klimawandels für Menschen im Süden und zeigt, dass eine ökologische Landwirtschaft am besten zur Lösung des Klimawandels beiträgt.

  • Brot für alle engagiert sich in der Schweizer Politik, um Parlament und Bundesrat zu klimafreundlichem Handeln zu bewegen.

Die Tätigkeiten im Klimabereich gehören zum Schwerpunktthema «Recht auf Nahrung» von Brot für alle. Der Klimawandel ist unabdingbar verbunden mit der Frage nach Ernährungssicherung und sozialer Gerechtigkeit. Durch veränderte Klimabedingungen und häufigere Extremereignisse ist das Recht auf Entwicklung der ärmeren Länder noch mehr in Gefahr als bis anhin. Brot für alle unterstützt seine Südpartner, indem Projekte systematisch an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst werden.

www.brotfueralle.ch

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für «Anpassung an den Klimawandel» können zum Beispiel Handbücher in die Lokalsprache übersetzt werden, die erklären, welche Pflanzen sich für die Aufforstung eignen.

PC: 40-984-9, Vermerk: Anpassung an den Klimawandel

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »

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