Recht auf Nahrung

Mit eigenem Saatgut die Ernährung sichern

Growth Partners Africa

Die Bäuerin Gladys Wandia Karuiki hat auf dem Boden eine weisse Decke ausgebreitet und ihr eigenes Saatgut darauf ausgelegt. Sie möchte es verkaufen und so ein kleines Zusatzeinkommen erzielen. So wie sie es schon immer gemacht hat. Doch seit Dezember 2014 ist ein Gesetz in Kraft, das dies verbieten will. Kleinbäuerinnen und Kleinbauern dürfen ihr eigenes Saatgut nun nicht mehr verkaufen, ohne sich beim Staat zu registrieren. Würde Gladys ihr Saatgut trotzdem verkaufen, riskiert sie eine zweijährige Haftstrafe.

Diese Regelung ist nicht nur eine bürokratische Hürde. Sie schränkt uralte Rechte von Bauernfamilien ein und stärkt dafür multinationale Saatgutfirmen. Dazu kommt, dass viele Bauern und Bäuerinnen gar nicht über die Gesetze informiert sind. Deshalb wissen sie nicht, dass sie sich mit dieser seit Jahrhunderten üblichen Praxis strafbar machen.

 

Neben diesen rechtlichen Hindernissen im Bereich Saatgut, sehen sich Kenias Bauern und Bäuerinnen mit weiteren Problemen in der Landwirtschaft konfrontiert. Das sogenannte «Land Grabbing» ist in Kenia in vollem Gange. Riesige Flächen werden beispielsweise für den Anbau von Agrotreibstoffen verwendet. Oder es werden enorme Mengen an Getreide in andere Staaten exportiert. Und das, obwohl es in Kenia Mangelernährung und Hunger gibt. 2 Millionen Menschen sind abhängig von Nahrungsmittellieferungen.

Projektnummer

835.8037

Land

Kenia

Dauer

2014 - 2017

Projektsumme

Fr. 40'000.- / Jahr

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Brot für alle unterstützt Growth Partners Africa und deren Arbeit für das Recht auf Nahrung. Die Organisation klärt die Bauernvereinigungen über die Folgen neuer Gesetze und Politiken auf, welche den Handel, den Tausch und die Wiederverwendung von nicht registriertem Saatgut verbieten können.

Die bäuerliche Landwirtschaft und ihre traditionellen Saatgutsysteme, die die biologische Vielfalt fördern, sind damit bedroht. Profiteure dieser ungerechten Politik sind grosse Agrarkonzerne, die Hightech-Saatgut und chemische Pestizide verkaufen. Growth Partners Africa engagiert sich für den Aufbau einer breiten, nationalen Allianz für das Recht auf Nahrung, in der sich Bauern-, Umwelt- und Entwicklungsorganisationen vernetzen. Auf lokaler Ebene geschieht diese Vernetzung auch mithilfe von Smartphones, welche an aktive Gruppen in den Dörfern verteilt werden. So werden die Menschen gestärkt und können sich für eine nachhaltige Ernährung einsetzen.

 

Neben praktischer Unterstützung für die Bauernfamilien engagiert sich Growth Partners Africa auch auf demokratischem Weg für die Kleinbauern und -bäuerinnen. Durch Lobbyarbeit nimmt sie Einfluss auf die Regierung. Denn nur wenn sich die rechtlichen Rahmenbedingungen zugunsten der Bäuerinnen und Bauern ändern, können die Menschen in Kenia langfristig ihre Ernährung sichern. Brot für alle engagiert sich damit für die Stärkung einer ökologischen Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel für die Menschen vor Ort produziert.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Information der Bäuerinnen und Bauern zu neuen Gesetzen und Politiken, welche z.B. den Tausch und Verkauf von Saatgut verbieten.

  • Engagement auf demokratischem Weg für bessere rechtliche Rahmenbedingungen für die Kleinbäuerinnen und Kleinbauern.

  • Vernetzung und Austausch unter Bauernorganisationen auch mittels Smartphones und neuer Informationstechniken.

Im Norden

  • Lobbyarbeit in der Schweiz und in der EU zur Saatgutthematik. Engagement gegen die internationale Normierung von Saatgutqualität und Eigentumsrechten zu Lasten traditioneller Sorten und der Biodiversität.

  • Sensibilisieren der Öffentlichkeit für die Wichtigkeit der Saatgutthematik.

Partnerorganisation

Growth Partners Africa (GPA)

GPA ist als Nichtregierungsorganisation in Kenia regis­triert. Sie engagiert sich auf politischer sowie auf praktischer Ebene – mit den Bäuerinnen und Bauern in den Dörfern – für eine ökologische, bäuerliche Landwirtschaft, die gesunde Lebensmittel produziert. Ökologischer Anbau, lokale Saatgutvielfalt und der Einsatz gegen Gentechnologie in der Landwirtschaft sind wichtige Schwerpunkte.

www.growthpartnersafrica.org

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für Growth Partners Africa unterstützen Sie Kenias Bauernfamilien im Kampf um ihr eigenes Saatgut.

PC: 40-984-9, Vermerk: Growth Partners Africa

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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