Recht auf Nahrung

Lebensperspektiven für Bauernfamilien schaffen

 

Projekt: Anafae

Ein Bauer steht auf seinem Feld und säht Mais. Neben dem roten, gelben und weissen Mais wachsen auch Bohnen und Karotten. Seit jeher behält er das Saatgut von seinen besten Ernten zurück, trocknet es und pflanzt es in der nächsten Saison wieder an.

Doch damit soll nun Schluss sein. Ein neues Gesetz, welches zurzeit erarbeitet wird, würde den grossen Agrarkonzernen exklusive Rechte für ihr patentiertes Saatgut geben. Bäuerinnen und Bauern könnten zudem ihr eigenes Saatgut weder selbst züchten noch im Folgejahr wieder verwenden. «Es kann doch nicht sein, dass wir unser althergebrachtes Saatgut nicht mehr untereinander tauschen und mischen dürfen, damit es stark bleibt. Stattdessen sollen wir Jahr für Jahr neues, teures Hightech-Saatgut bei grossen Unternehmen kaufen? Dies macht uns nicht nur abhängig, sondern treibt unsere Familien in den Ruin und zerstört die Zukunft des Landes», erklärt eine Bäuerin die schwierige Lage.

Obwohl Honduras über fruchtbares Land und eine einzigartige Artenvielfalt verfügt, herrscht in den ländlichen Gebieten grosse Armut. Von den rund acht Millionen Einwohnern lebt ein Viertel von weniger als 1.25 US-Dollar pro Tag. Es mangelt den Betroffenen am Zugang zu Land und sauberem Wasser. Dazu kommt der Klimawandel, welcher schon die ersten negativen Folgen zeigt: Regenfälle werden unregelmässig oder bleiben ganz aus. Dies erschwert es den Bäuerinnen und Bauern, die Anbauzeit zu definieren. Das neue Gesetz verschärft die Situation der Bauernfamilien zusätzlich und zeigt: «Die Regierung stellt die Rechte der Unternehmen über die der Bevölkerung», so Octavio Sanchéz Direktor von Anafae.

Land

Honduras

Dauer

2009 bis 2018

Projektsumme

Fr. 35'000.- / Jahr

Projektnummer

835.8036

Verantwortung

Ester Wolf

Das Projekt

Anafae, Partnerorganisation von Brot für alle, arbeitet derzeit zusammen mit anderen nationalen Organisationen und Netzwerken an einem Alternativ-vorschlag zum sogenannten «Monsanto-Gesetz» (Ley para la protección de obtenciones de vegetales).

Das Gesetz gefährdet tausende von Familien, die seit jeher ihr eigenes Saatgut züchten und verbessern, um ihre Ernährung zu sichern. So unterstützt Anafae die Bauern dabei, ihr Saatgut aus lokalen und angepassten Sorten zu gewinnen und weiterzuverwenden. Damit wird das traditionelle Wissen gestärkt und die Unabhängigkeit der Bauern bewahrt. Mit Saatgutbanken und an Saatgutmessen können die Bauern das Saatgut und ihre Erfahrungen im Anbau austauschen. Die so entwickelten Sorten sind den lokalen Gegebenheiten angepasst und benötigen weder Pestizide noch Kunstdünger. Dies schützt die Böden, das Grundwasser sowie die Artenvielfalt und das Klima auf lange Sicht.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern im Kampf um ihre Rechte

  • Aufbau von Saatgutbanken und Saatgutmessen

  • Analyse des «Monsanto-Gesetzes» und seiner Folgen sowie Sensibilisierung der Bevölkerung

  • Vernetzung von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Honduras, welche zum Saatgut arbeiten

  • Arbeit mit Kommunalverwaltungen, damit sie das heimische Saatgut anerkennen, registrieren und somit für den Gebrauch der Bäuerinnen und Bauern sichern

Im Norden

  • Lobbyarbeit in der Schweiz und in der EU zur Saatgutthematik. Engagement gegen die internationale Normierung von Saatgutqualität und Eigentumsrechten zu Lasten traditioneller Sorten und der Biodiversität.

  • Sensibilisierung der Schweizer Öffentlichkeit für die Wichtigkeit der Saatgutthematik

Partnerorganisation

Die Organisation Anafae (Asociación Nacional de Fomento de la Agriculture Ecológica) umfasst 36 Mitglieder wie NGOs, Bauernorganisationen, Produzentengruppen und Bildungseinrichtungen. Anafae schult Kleinbauernfamilien in agroökologischen Anbaumethoden, fördertden Austausch zwischen den Produzierenden und unterstützt die lokale Vermarktung. Auf politischer Ebene setzt sich Anafae für Ernährungssouveränität ein und betreibt Informations- und Sensibilisierungsarbeit. Die Organisation koordiniert das nationale Netzwerk für Ernährungssouveränität (SARA).

www.anafae.org

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für Anafae ermöglichen Sie den Aufbau einer neuen Saatgutbank.

PC: 40-984-9, Vermerk: Anafae

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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