Recht auf Nahrung

Land für die indigenen Völker in Äthiopien

 

Netzwerk gegen Land Grabbing, ASO

Eine Firma pachtet 300 000 Hektaren Land, bepflanzt aber nur einen verschwindend kleinen Teil davon. Das Projekt ist wirtschaftlich ein Flop, die Firma zieht sich aus dem Land zurück und verlangt von der Regierung finanzielle Entschädigung für ihren Misserfolg. Einige Monate später entscheidet sie sich jedoch wieder um und will das Land zurückhaben. Was absurd tönt, ist für die Menschen in der Provinz Gambella leider überhaupt kein Witz. Sie werden durch die indische Firma Karaturi Global von ebendiesem Land vertrieben. Jungen und Mädchen in der Region wurden gezwungen auf den Plantagen zu arbeiten – unter miserablen Bedingungen und unter Missachtung jeglicher Arbeitsrechte. Dazu kommt, dass die Pestizide, welche auf den Plantagen verwendet werden, Boden und Wasser vergiften. Viele Menschen müssen deshalb hungern – einige sind schon nach Kenia geflohen und leben nun in Flüchtlingscamps.

Die Menschen in Gambella lassen dieses Unrecht nicht einfach geschehen. Sie wehren sich mit ihren Mitteln dagegen. Doch das ist gefährlich, wie das Beispiel von Pastor Omot Agwa Okwoy zeigte. Auch er hat sich für die Rechte der indigenen Bevölkerung in Gambella engagiert. Im März 2015 wollte er an einem von Brot für alle mitorganisierten Workshop in Kenia teilnehmen. Doch er wurde am Flughafen von der Hauptstadt Addis Abeba verhaftet wegen «terroristischer Aktivitäten». Die Anklage war völlig haltlos, die äthiopische Regierung konnte keine Beweise vorbringen. Nach zwei Jahren Gefängnis und unermüdlichem Einsatz von Brot für alle wurde er schlussendlich freigelassen.
 
Die Geschichten von Karaturi Global und dem Pastor Omot Agwa Okwoy sind leider exemplarisch für die Situation in der Provinz Gambella, der Heimat der indigenen Völker Majang und Anywaa. Hier hat der Staat Land als ungenutzt erklärt und somit für die Verpachtung freigegeben, obwohl es inmitten der Siedlungsgebiete liegt. So wurden mindestens eine Million Hektare fruchtbares Ackerland an Investoren verpachtet. Auf schnellen Profit bedacht übernahmen sie die Landflächen, ohne über das nötige Wissen oder Kapital für die Entwicklung der Betriebe zu verfügen. Jetzt liegen viele Hektaren Land brach. Land, das die indigene Bevölkerung ernähren könnte. Gerade in Äthiopien, das immer wieder von internationalen Nahrungsmittelhilfen abhängig ist, wäre dies für die Menschen zentral.
 
Brot für alle setzt sich mit der Organisation Anywaa Survival Organization (ASO) für die Rechte der indigenen Völker in Äthiopien und gegen Landgrabbing ein.

Land

Äthiopien

Dauer

2018

Projektsumme

Fr. 30'000.- / Jahr

Projektnummer

835.8086

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Um die Rechte der indigenen Völker in Äthiopien zu verteidigen, sammelt ASO Informationen über Land Grabbing und Menschenrechtsverletzungen in Äthiopien. Über internationale Medien werden diese veröffentlicht. So wird eine breitere Öffentlichkeit für die Probleme in Äthiopien sensibilisiert und Druck auf die Akteure aufgebaut, die für Land Grabbing verantwortlich sind. Die Organisation nutzt die Gremien der Vereinten Nationen, internationale Konferenzen und weitere Anlässe.

Wie das Beispiel von Pastor Omot zeigt, ist das Engagement für diese fundamentalen Rechte in Äthiopien gefährlich. Menschenrechtsaktivisten werden in ihrer Arbeit behindert und kriminalisiert. Deshalb befindet sich die Anywaa Survival Organisation heute im Exil in England.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Sammeln und Publizieren von verlässlichen Informationen zu Land
    Grabbing und Menschenrechtsverletzungen in Äthiopien.

  • Vernetzen mit indigenen Gemeinschaften in Äthiopien.

Im Norden

  • Brot für alle informiert die Schweizer Bevölkerung über die Folgen von Land Grabbing und die Gefahren für Menschenrechtsaktivisten. Sie fordert die Schweizer Regierung dazu auf, sich für die Menschen in Äthiopien einzusetzen.

  • Brot für alle vernetzt Organisationen, welche sich gegen Land Grabbing weltweit engagieren.

  • Brot für alle fordert die westlichen Regierungen auf, welche Äthiopien mit Entwicklungsgeldern unterstützen, auf die Einhaltung der Menschenrechte im Land zu bestehen.

Partnerorganisation

Die Anywaa Survival Organisation (ASO) engagiert sich für die Rechte der indigenen Völker in Äthiopien, insbesondere der Anywaa in Gambela. ASO engagiert sich in Menschenrechtskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit auf internationaler Ebene. Der Einsatz gegen Land Grabbing ist eines der zentralen Themen für ASO.
 
Die Organisation befindet sich zurzeit im Exil in England.
 
www.anywaasurvival.org

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für ASO unterstützen Sie die Menschen in der Provinz Gambella, damit sie ihr eigenes Land bewirtschaften können.
 
PC: 40-984-9, Vermerk: ASO

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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