Recht auf Nahrung

Land für die indigenen Völker in Äthiopien

 

Netzwerk gegen Land Grabbing, ASO

Am 15. März 2015 warten der äthiopische Pastor Omot Agwa Okwoy und sechs Mitstreiterinnen und Mitstreiter am Flughafen der Hauptstadt Addis Abeba. Sie wollen nach Kenia, um an einem Workshop zum Thema Ernährungssicherheit und Land Grabbing teilzunehmen, der von Brot für alle mitorganisiert wurde. Doch dort werden sie nicht ankommen. Sicherheits-kräfte nehmen sie noch am Flughafen fest und verhafteten sie wegen «terroristischer Aktivitäten». Ein Jahr später befindet sich einer der Männer noch immer in Haft. Ihm droht eine Gefängnisstrafe von mindestens 20 Jahren.

Dieses Beispiel zeigt, wie gefährlich es für die indigenen Gruppen in Äthiopien ist, sich für ihre Rechte einzusetzen. Omot stammt aus der Provinz Gambella, der Heimat der indigenen Völker Majang und Anywaa. Hier hat der Staat Land als ungenutzt erklärt und somit für die Verpachtung freigegeben, obwohl es inmitten der Siedlungsgebiete liegt. So wurden mindestens eine Million Hektare fruchtbares Ackerland an Investoren verpachtet. Auf schnellen Profit bedacht übernahmen sie die Landflächen, ohne über das nötige Wissen oder Kapital für die Entwicklung der Betriebe zu verfügen. Jetzt liegen viele Hektaren Land brach. Land, das die indigene Bevölkerung ernähren könnte. Gerade in Äthiopien, das immer wieder von internationalen Nahrungsmittelhilfen abhängig ist, wäre dies für die Menschen zentral.

Brot für alle setzt sich mit der Organisation Anywaa Survival Organization (ASO) für die Rechte der indigenen Völker in Äthiopien, gegen Landgrabbing und für die Freilassung des Menschenrechtsverteidigers ein.

Land

Äthiopien

Dauer

2016 - 2017

Projektsumme

Fr. 35'000.- / Jahr

Projektnummer

835.8086

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Um die Rechte der indigenen Völker in Äthiopien zu verteidigen, sammelt ASO Informationen über Land Grabbing und Menschenrechtsverletzungen in Äthiopien. Über internationale Medien werden diese veröffentlicht. So wird eine breite Öffentlichkeit für die Probleme in Äthiopien sensibilisiert und Druck auf die Regierung aufgebaut. Die Organisation nutzt die Gremien der Vereinten Nationen, internationale Konferenzen und weitere Anlässe.

Wie das Beispiel von Pastor Omot zeigt, ist das Engagement für diese fundamentalen Rechte in Äthiopien gefährlich. Menschenrechtsaktivisten werden in ihrer Arbeit behindert und kriminalisiert. Deshalb befindet sich die Anywaa Survival Organisation heute im Exil in England.
Mit einer internationalen Kampagne engagieren sich ASO, Brot für alle und weitere Organisationen für die Freilassung der zu Unrecht verhafteten Äthiopier. Sechs Personen wurden auf Druck der vereinten Bemühungen bereits freigelassen. Deren Familien sind zurzeit ohne Einkommen und werden in dieser schwierigen Situation unterstützt.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Engagement für die Freilassung von Omot Agwa Okwoy sowie Unterstützung seiner Familie und seines Anwalts.

  • Sammeln und Publizieren von verlässlichen Informationen zu Land Grabbing und Menschenrechtsverletzungen in Äthiopien.

Im Norden

  • Brot für alle informiert die Schweizer Bevölkerung über die Folgen von Land Grabbing und die Gefahren für Menschenrechtsaktivisten. Sie fordert die Schweizer Regierung dazu auf, sich für die Menschen in Äthiopien einzusetzen.

  • Brot für alle vernetzt Organisationen, welche sich gegen Land Grabbing weltweit engagieren, zum Beispiel mit einem mehrtägigen Workshop, der im Januar 2016 in der Schweiz durchgeführt wurde.

  • Brot für alle fordert die westlichen Regierungen auf, welche Äthiopien mit Entwicklungsgeldern unterstützen, auf die Einhaltung der Menschenrechte im Land zu bestehen.

Partnerorganisation

Die Anywaa Survival Organisation (ASO) engagiert sich für die Rechte der indigenen Völker in Äthiopien, insbesondere der Anywaa in Gambela. ASO engagiert sich in Menschenrechtskampagnen und Öffentlichkeitsarbeit auf internationaler Ebene. Der Einsatz gegen Land Grabbing ist eines der zentralen Themen für ASO.

Die Organisation befindet sich zurzeit im Exil in England.

www.anywaasurvival.org

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für ASO unterstützen Sie zum Beispiel die Kampagne für die Freilassung des noch inhaftierten Menschenrechtsverteidigers.

PC: 40-984-9, Vermerk: ASO

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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