Klimagerechtigkeit

Klimawandel und Gerechtigkeit

Am 6. September 2020 stehen über 200 Menschen am Trient-Gletscher, besser gesagt dort, wo der Trient-Gletscher war. Dieser hat sich um 1000 Meter zurückgezogen. Weiter sind in der Schweiz 500 kleine Gletscher bereits verschwunden. Mit dabei an dieser Gedenkfeier ist auch César Murangira aus Ruanda. Er berichtet von den Auswirkungen des Klimawandels in seinem Heimatland: «Die Regenfälle werden selten und wenn sie kommen, sind sie heftig und führen zur Zerstörung von Häusern, Strassen und Ernten». Die Forderung der Teilnehmer ist klar: Starke und wirksame Massnahmen zur Reduktion des CO2-Ausstosses der Schweiz umsetzen. Für Brot für alle hört es dabei aber nicht auf, denn viele Bauern und Bäuerinnen des Südens sind, wie César Murangira erklärte, vom Klimawandel stark betroffen und haben nicht die Mittel sich dagegen zu wehren. «Klimagerechtigkeit erfordert, dass die Länder des Nordens nicht nur ihre Emissionen reduzieren, sondern auch die Bevölkerungen des Südens finanziell unterstützen, damit sie sich daran anpassen können», erinnert Yvan Maillard Ardenti von Brot für alle. Auch der Nobelpreisträger für Chemie Jacques Dubochet war an der Gedenkfeier dabei und bestätigte: «Wir müssen so schnell wie möglich auf fossile Brennstoffe verzichten und den ungezügelten Wachstums-Krebs loswerden».

Arme Länder sind bereits jetzt stark von den Folgen des Klimawandels betroffen, obwohl sie am wenigsten dazu beitragen. Für Brot für alle ist es eine Frage der Gerechtigkeit, dass reiche Länder wie die Schweiz, welche hauptsächlich für Treibhausgasemissionen verantwortlich sind, endlich Verantwortung übernehmen. Die Ernährung von Millionen armer Menschen in unseren Programmländern ist durch die Klimaerwärmung bedroht: Dürren und Überschwemmungen kommen öfters vor, Missernten häufen sich. Um den Klimawandel jetzt noch zu stoppen, braucht es die konsequente Umsetzung des Pariser Klimaabkommens. Dazu gehört die agrarökologische Landwirtschaft, welche nicht Natur zerstört, sondern sich in diese einfügt. Es braucht den Ausstieg aus fossilen und Investitionen in erneuerbare Energien, die sozial und ökologisch verträglich sind. Gleichzeitig soll die Bevölkerung in armen Ländern, die notwendigen Mittel bekommen, um sich an den Klimawandel anpassen zu können. Auch sie sollen Zugang zu nachhaltig produzierter Energie erhalten.

Damit die globale Erwärmung nicht weiter steigt, bleibt uns – als Gesellschaft und als Individuen – nichts anderes übrig, als unseren Lebensstil zu ändern und genügsamer zu leben. Brot für alle fordert deshalb, dass die Schweiz bis spätestens 2040 «Netto-0» umsetzt. Zentral dafür ist ein politischer Fahrplan mit konkreten Meilensteinen, welche die Emissionen ab sofort deutlich reduzieren. Die grosse Klimakrise ist noch abwendbar, wenn wir alle entschieden unseren Beitrag leisten.

Projektnummer

900.8367

Region

Schweiz

Dauer

2018 bis 2021

Projektsumme 2020

CHF 183'000.-

Verantwortung

Miges Baumann

In ihrer Klimaarbeit in der Schweiz rückt Brot für alle den Fokus verstärkt auf die Verursacher des Klimawandels im industrialisierten Norden und engagiert sich in der Schweiz in der Klima-Allianz und für die Gletscher-Initiative. Die Forderungen zielen insbesondere auf die klimaschädliche Agrarindustrie, auf Tätigkeiten der Privatwirtschaft sowie auf effektive Politiken zur Reduktion des CO2– Ausstosses und zur Unterstützung von vom Klimawandel betroffenen armen Ländern ab. Weiter beteiligt sich Brot für alle an einer Kampagne zur Schweizer Nationalbank, damit sie ihre Beteiligungen in Kohle-, Erdgas- und Erdöl-Unternehmen verkauft und ihr Portfolio an nachhaltigen und klimafreundlichen Kriterien ausrichtet. Dazu wird beispielsweise eine öffentliche Veranstaltung über die Schweizer Nationalbank (SNB) in Bern im Oktober 2020 organisiert, um die SNB dazu zu bewegen ihre Anlagen kompatibel mit dem 2-Grad Ziel des Pariser Abkommens zu machen.

Projektziele

    Engagement in der Schweiz

    • Brot für alle informiert die Schweizer Bevölkerung über die Folgen des Klimawandels für Menschen im Süden und zeigt, wie jeder und jede etwas gegen den Klimawandel tun kann.

    • Brot für alle engagiert sich in der Schweizer Politik, um Parlament und Bundesrat zu klimafreundlichem Handeln zu bewegen und ihre Verantwortung für die Folgen des Klimawandels in armen Ländern wahrzunehmen.

    • Emissionen reduzieren: Kirchgemeinden gehen als Beispiel voran und setzen sich wirksame Reduktionsziele bis 2030.

    • Aktionen zur Sensibilisierung der Schweizer Öffentlichkeit, bspw. SNB-Kampagne oder Gletscher-Gedenkfeier.

    Die Tätigkeiten im Bereich Klima gehören zum Programm «Klimagerechtigkeit» von Brot für alle. Der Klimawandel ist unabdingbar verbunden mit der Frage nach Ernährungs-sicherung und sozialer Gerechtigkeit. Durch veränderte Klimabedin-gungen und häufigere Extremwetterereignisse ist das Recht auf Entwicklung der ärmeren Länder noch mehr in Gefahr als bis anhin. Brot für alle sensibilisiert die Schweizer Bevölkerung und fordert, dass auch die Politik entsprechend handelt.


    Die Südaktivitäten dieses Projekts werden von der DEZA mitfinanziert.

    PROJEKTAUSKUNFT

    Yuri Forster

    Bürenstrasse 12
    3007 Bern

    Tel +41(0) 31 380 65 62
    Fax +41(0) 31 380 65 64

    forster@bfa-ppp.ch


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