Recht auf Nahrung

Kampf gegen Land Grabbing in Westafrika

 Synergie Paysanne und Partner

Auf über 200 Hektaren bauten die Dorfbewohner von Gbawété Lebensmittel an und züchteten Vieh. Der einflussreiche Politiker Séfou Fagbouhn vertrieb die Bewohner jedoch vor 15 Jahren gewaltsam von ihrem Land und seither müssen sie ihre Nahrungsmittel an Strassenrändern anbauen. Ein typischer Fall von Land Grabbing.

«Die Investoren entreissen uns das Land und berauben uns der Redefreiheit», sagt ein Dorfbewohner. Seit Synergie Paysanne die Bauernfamilien unterstützt, werde ihnen aber zugehört, fügt er hinzu. Die Betroffenen haben sich mit Hilfe von Synergie Paysanne erfolgreich vor Gericht gewehrt. Sie haben erreicht, dass Fagbouhn per Haftbefehl gesucht wurde und aus dem Land flüchtete. Inzwischen ist er aus dem Exil zurück und steht unter bewachtem Hausarrest. Leider haben die Menschen von Gbawété ihr Land trotzdem bis heute noch nicht offiziell zurückerhalten.

Die Geschichte der Familien in Gbawété ist kein Einzelfall. Die Mehrheit der 8 Millionen Einwohner Benins sind Kleinbäuerinnen und -bauern. Sie sind es, die am meisten von Hunger und Mangelernährung betroffen sind. Investoren machen den Bauernfamilien das fruchtbare Ackerland jedoch streitig: Sie wittern darin eine lukrative Einnahmequelle. Während Land oft aus Spekulationsgründen schlussendlich brach liegt, kämpfen Familien, die ihr Land verloren haben, ums Überleben. Frauen sind dabei besonders betroffen, weil sie oft über keine formalen Landtitel verfügen.

Projektnummer

835.8056

Land

Benin

Dauer

2009 - 2020

Projektsumme

Fr. 30'000.- / Jahr

Verantwortung

Ester Wolf

Das Projekt

Gemeinsam mit ihren Mitgliedern dokumentiert die Gewerkschaft Synergie Paysanne Fälle von Land Grabbing und hält die Regierung an, ihren Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung nachzukommen. Mit Erfolg: Das Parlament lud Synergie Paysanne bereits zu Anhörungen ein und nahm auch einige Vorschläge in das neue Landgesetz auf. Dieses wurde 2013 verabschiedet und soll exzessive Landaufkäufe verhindern sowie die Landrechte der einfachen Bevölkerung schützen.

Die Wenigsten wissen jedoch von diesem Gesetz oder es fehlt ihnen an Mitteln, ihre Rechte geltend zu machen. Synergie Paysanne informiert die Gemeinden über ihre Rechte und wie sie diese einfordern können. Sie stellt Anwälte und fungiert als Sprachrohr zwischen den Menschen auf dem Land und der Regierung. Hunderte von Bauernfamilien haben so schon Zugang zu Land erhalten.

Synergie Paysanne bemüht sich um die aktive Einbindung der Frauen und deren Stärkung. Diese haben selten Besitztitel für das Land, das sie bearbeiten, und können deshalb besonders leicht vertrieben werden. Synergie Paysanne setzt sich z.B. bei den Gemeindeverwaltungen dafür ein, dass Frauen Landtitel bekommen, die ihren Zugang zu Land sichern.

In den anderen Westafrikanischen Ländern ist die Situation ähnlich wie in Benin. Brot für alle unterstützt deshalb den Austausch unter den westafrikanischen Ländern. Bäuerinnen und Bauern aus der Region schliessen sich zusammen und gemeinsam setzten sie sich dafür ein, dass sie einen gesicherten Zugang zu Land haben und sich in Würde ernähren können. Die Westafrikanischen Regierungen können die Forderungen einer starken Allianz nicht einfach ignorieren.

Unsere Ziele

Aktivitäten im Süden

    • Synergie Paysanne berät Gemeinden und unterstützt diese bei der Umsetzung des Landgesetzes. Fälle von Landraub werden dokumentiert und die Betroffenen unterstützt.
    • Zwei Dorfgemeinden wird ein Anwalt vermittelt, der ihnen beim Kampf um ihr Land zur Seite steht.
    • Durch eigene Versammlungen und spezielle Ausbildungen wird die Position der Frauen innerhalb von Synergie Paysanne gestärkt. Sie erhalten besseren Zugang zu Informationen und können ihre Anliegen so besser einbringen.
    • Synergie Paysanne informiert über agrarökologische Methoden, die nachhaltige Nutzung des Bodens und zeigt den Zusammenhang zum Klimawandel auf.

Engagement im Norden

  • Brot für alle prüft, ob Schweizer Unternehmen in Westafrika in Land Grabbing verwickelt sind und fordert sie auf, die Menschenrechte einzuhalten. Mit den Beispielen aus Westafrika wird die Schweizer Bevölkerung informiert und sensibilisiert und die Regierung dazu aufgefordert, sich gegen Land Grabbing zu engagieren.

Partnerorganisation

Synergie Paysanne ist eine beninische Gewerkschaft, die die Bäuerinnen und Bauern in das Zentrum der grossen Herausforderungen des Landes stellt. Dazu gehören die Ernährungssicherung, der Zugang zu Ressourcen und Produktionsmitteln und die Beteiligung an den politischen Entscheidungen. Die Gewerkschaft zählt über 2200 Mitglieder. Neben dem Sekretariat in Cotonou hat sie 8 Regionalbüros und ist in 32 der 77 Gemeinden des Landes vertreten.

www.beninsynergiepaysanne.org

Ihr Beitrag

Mit einer Spende von 50 CHF leisten Sie einen wichtigen Beitrag, um den Anwalt einer Dorfgemeinde, die ihr Land einklagt, zu bezahlen.

PC: 40-984-9, Vermerk: Synergie Paysanne

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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