Recht auf Nahrung

Kampf gegen Land Grabbing in Westafrika

 

Synergie Paysanne und Partner

Auf über 200 Hektaren bauten die Dorfbewohner von Gbawété Lebensmittel an und züchteten Vieh. Doch der einflussreiche Politiker Séfou Fagbouhn vertrieb die Menschen mit Waffengewalt von ihrem Land. Nun müssen sie ihre Nahrungsmittel am Strassenrand anbauen und sich so über Wasser halten.

«Die Investoren entreissen uns das Land und berauben uns der Redefreiheit», sagt ein Dorfbewohner. Seit Synergie Paysanne die Bauernfamilien unterstützt, werde ihnen aber zugehört, fügt er hinzu. Der von Synergie Paysanne gestellte Anwalt konnte beweisen, dass Herr Fagbouhn, das Land gestohlen hat. Die Menschen sollten nun bald auf ihr Land zurückkehren können.

Die Geschichte der Familien in Gbawété ist kein Einzelfall. Die Mehrheit der 8 Millionen Einwohner Benins sind Kleinbäuerinnen und -bauern. Sie sind es, die am meisten von Hunger und Mangelernährung betroffen sind. Investoren machen jedoch den Bauernfamilien das fruchtbare Ackerland streitig. Diese  wittern eine lukrative Einnahmequelle. Während Land oft aus Spekulationsgründen brach liegt, kämpfen Familien, die ihr Land verloren haben, ums Überleben. Frauen sind besonders betroffen.

Projektnummer

835.8056

Land

Benin

Dauer

2009 - 2018

Projektsumme

Fr. 35'000.- / Jahr

Verantwortung

Ester Wolf

Das Projekt

Brot für alle arbeitet eng mit Synergie Paysanne zusammen. Gemeinsam mit ihren Mitgliedern dokumentiert die Gewerkschaft Synergie Paysanne Fälle von Land Grabbing und hält die Regierung an, ihren Verpflichtungen gegenüber der Bevölkerung nachzukommen. Mit Erfolg: Das Parlament lud Synergie Paysanne bereits zu Anhörungen ein und nahm auch einige Vorschläge in das neue Landgesetz auf.

Dieses wurde 2013 verabschiedet und soll exzessive Landaufkäufe verhindern sowie die Landrechte der einfachen Bevölkerung schützen. Die Wenigsten wissen jedoch von diesem Gesetz oder es fehlt ihnen an Mitteln, ihre Rechte geltend zu machen. Synergie Paysanne informiert die Gemeinden über ihre Rechte und wie sie diese einfordern können. Sie stellt Anwälte und fungiert als Sprachrohr zwischen den Menschen auf dem Land und der Regierung. Hunderte von Bauernfamilien haben so schon Zugang zu Land erhalten.

Synergie Paysanne bemüht sich um die aktive Einbindung der Frauen und deren Stärkung. Diese haben selten Besitztitel für das Land, das sie bearbeiten, und können deshalb besonders leicht vertrieben werden. Synergie Paysanne setzt sich z.B. bei den Gemeindeverwaltungen dafür ein, dass Frauen Landtitel bekommen, die ihren Zugang zu Land sichern.

In den anderen Westafrikanischen Ländern ist die Situation ähnlich wie im Benin. Brot für alle unterstützt deshalb den Austausch unter den westafrikanischen Ländern. Darin schliessen sich Bäuerinnen und Bauern aus der Region zusammen. Gemeinsam setzten sie sich dafür ein, dass sie einen gesicherten Zugang zu Land haben und sich in Würde ernähren können. Die Westafrikanischen Regierungen können die Forderungen einer starken Allianz nicht ignorieren.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Synergie Paysanne baut im ganzen Land Beobachtungsstellen auf: Mitglieder der Gewerkschaft werden in Landfragen geschult. Sie beraten die Gemeinden und unterstützen sie bei der Umsetzung des Landgesetzes. Fälle von Landraub werden dokumentiert und die Betroffenen unterstützt.

  • Synergie Paysanne leistet neben den rund 200 vertriebenen Familien aus dem Dorf Gbawété noch zwei weiteren Dorfgemeinden Beistand im Kampf um ihr Land und stellt ihnen einen Anwalt zur Seite.

  • Brot für alle hilft Synergie Paysanne und anderen Partnern aus der Region, sich international und besonders innerhalb Westafrikas zu vernetzen. Durch die Organisation von gemeinsamen Gross-veranstaltungen, Konferenzen und Stellungnahmen wird öffentliche Aufmerksamkeit erreicht. So wird den politischen Forderungen zum Schutz der Rechte der Bäuerinnen und Bauern Nachdruck verliehen.

Im Norden

  • Brot für alle prüft, ob Schweizer Unternehmen in Westafrika in Land Grabbing verwickelt sind und fordert sie auf, die Menschenrechte einzuhalten. Mit den Beispielen aus Westafrika wird die Bevölkerung informiert und sensibilisiert und die Schweizer Regierung dazu aufgefordert, sich gegen Land Grabbing zu engagieren. Die Schweiz trägt als Mitglied von internationalen Institutionen, wie z.B. der afrikanischen Entwicklungsbank und als Mutterland vieler Konzerne Verantwortung.

Partnerorganisation

Synergie Paysanne ist eine beninische Gewerkschaft, die die Bäuerinnen und Bauern in das Zentrum der grossen Herausforderungen des Landes stellt. Dazu gehören die Ernährungssicherung, der Zugang zu Ressourcen und Produktionsmitteln und die Beteiligung an den politischen Entscheidungen. Die Gewerkschaft zählt über 2200 Mitglieder. Neben dem Sekretariat in Cotonou hat sie 8 Regionalbüros und ist in 32 der 77 Gemeinden des Landes vertreten.

www.beninsynergiepaysanne.org

Ihr Beitrag

Mit einer Spende von 50 CHF leisten Sie einen wichtigen Beitrag, um den Anwalt einer Dorfgemeinde, die ihr Land einklagt, zu bezahlen.

PC: 40-984-9, Vermerk: Synergie Paysanne

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »

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