Klimagerechtigkeit

Gerechtigkeit für die Opfer des Klimawandels

Walhi

Ibu Deli wohnt auf der kleinen, idyllischen indonesischen Insel Pari. Zwei Stunden nur dauert die Überfahrt von der lärmigen Metropole Jakarta. Es leben 1200 Meschen auf der 2 Kilometer langen und 70 bis 400 Meter breiten Insel und die meisten von ihnen bewohnen Häuser in unmittelbarer Nähe zum Meer. Viele von ihnen leben vom Wochenend-Tourismus aus Jakarta und vom Fischfang. Durch den Klimawandel sind nicht nur ihre Häuser und Dörfer bedroht, sondern auch ihre wirtschaftliche Existenz.

Dessen Auswirkungen werden mit jedem Jahr gravierender für die Inselbewohnerinnen und -bewohner. «Früher erreichte das Wasser nicht einmal bei starker Flut und heftigem Wind unser Haus. Doch letztes Jahr stieg in der Regenzeit der Wasserspiegel so stark an, dass unser Haus vom Salzwasser überflutet wurde», erzählt uns Ibu Deli. Heute rechnen die Bewohner von Pari bereits mit jährlichen Fluten.

Obwohl gerade einmal 50 Kilometer zwischen Pari und dem indonesischen Regierungssitz in Jakarta liegen, könnten ihre Ansichten nicht weiter voneinander entfernt sein. Während Ibu Deli und die anderen Inselbewohnerinnen und -bewohner tagtäglich die Auswirkungen des Klimawandels spüren, unterstützt die Regierung weiterhin den Kohleabbau und die Rodung des Regenwaldes. «Die Politiker und Konzernchefs müssen endlich ihre Verantwortung wahrnehmen und handeln», sagt Yuyun Harmono, der Verantwortliche für das Klimaprogramm bei Wahli. Die Menschen auf Pari nehmen ihr Schicksal aber nicht ohne Gegenwehr hin. Sie schützen die Küste, indem sie Mangroven und Bäume pflanzen, um Wellen zu brechen und Fluten zurückzuhalten.

Projektnummer

835.8061

Land

Indonesien

Dauer

2020 bis 2022

Projektsumme

Fr. 64 000.- / Jahr

Verantwortung

Miges Baumann

Das Projekt

Das indonesische Umwelt-Netzwerk Walhi ist das grösste und älteste Umwelt- und Menschrechtsnetzwerk des Landes. Es engagiert sich auf allen Ebenen dafür, dass die Umwelt und insbesondere die Tropenwälder des Landes intakt bleiben. Denn sie sind nicht nur die Lebensgrundlage der Bevölkerung, sondern auch zentral für den Klimaschutz. Walhi kämpft seit Jahren gegen diese Zerstörung an. Mit Kampagnen, juristischen Klagen, an Konferenzen und mit mutigen Aktionen vor Ort leistet Walhi wertvolle und unermüdliche Arbeit, um die Natur Indonesiens und damit auch die Lebensgrundlagen der Bevölkerung zu schützen. Denn intakte Wälder, die viel Kohlenstoff speichern können und über eine grosse Biodiversität verfügen, sind entscheidend für uns alle.

Dass der Kampf nicht sinnlos oder aussichtslos ist, zeigt sich immer wieder. Zuletzt im vergangenen Herbst, als das Oberste Gericht des Landes einer Klage von Walhi bezüglich verheerender Waldbrände stattgegeben hat. Schuldig gesprochen wurde die Regierung Indonesiens, einschliesslich des Präsidenten und des Landwirtschaftsministers: Ihnen wurde vorgeworfen nicht genug gegen die Waldbrände unternommen zu haben. Solche Urteile sind ein Schritt in die richtige Richtung, denn allzu oft wird in Klimafragen die Verantwortung von allen Seiten abgelehnt. Angespornt durch solche Erfolge führen Walhi und Brot für alle gemeinsam den Kampf gegen den fortschreitenden Klimawandel entschieden weiter.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Der Schwerpunkt des Programms für Klimagerechtigkeit liegt auf dem Klimaschutz, der Anpassung an den Klimawandel und der Katastrophenvorsorge. Lokale Gemeinschaften, die vom Klimawandel und von der Zerstörung der Natur betroffen sind, sollen gestärkt und Lösungen für mehr Klimaschutz aufgezeigt werden. Dazu engagieren sich Brot für alle und Walhi gemeinsam in grossen Allianzen mit politischem Gewicht.

    • Neue Modelle zur Anpassung an den Klimawandel werden gefördert
    • Lokale Gemeinschaften werden darin unterstützt, klimafreundliche Ernährungssysteme aufzubauen.
    • Massnahmen für den Katastrophenschutz werden ausgeweitet.
    • Durch Kampagnen und Advocacy-Arbeit soll die Regierung dazu bewegt werden in erneuerbare Energien zu investieren anstatt in fossile Brennstoffe.

Engagement im Norden

  • Brot für alle informiert die Schweizer Bevölkerung über die Folgen des Klimawandels für die Menschen im Süden, und zeigt, dass eine ökologische Landwirtschaft am besten zur Lösung des Klimawandels beiträgt.

  • Brot für alle engagiert sich in der Schweizer Politik, um Parlament und Bundesrat zu klimafreundlichem Handeln zu bewegen und Verantwortung für die mitverursachten Folgen des Klimawandels zu übernehmen

Walhi ist eine Umweltorganisation, die 1991 gegründet wurde. Die Organisation engagiert sich mit Kampagnen und politischer Einflussnahme gegen die Ausbreitung von industriellen Plantagen, die die Umwelt und die Lebensgrundlagen der lokalen Gemeinschaften zerstören. Gleichzeitig werden die Menschen dabei unterstützt, ihr Land zu verteidigen und sich für ihre eigenen Rechte einzusetzen.

www.walhi.or.id

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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