Recht auf Nahrung

Gemeinsam den Klimawandel angehen

Klimatrainings

Willem Beukes schüttelt den Kopf und betrachtet seine Ziegen. Sie sind auf der Suche nach etwas Fressbarem. In Pella, einem abgelegenen 1300-Seelen-Dorf im südafrikanischen Northern Cape, wo er und seine Frau Elisabeth leben, ist es in den letzten Jahren immer trockener und heisser geworden.

«Meine Ziegen finden kaum noch Futter» sorgt er sich. Er hat bereits einige Tiere verloren, weil sie verhungert sind. Und auf die Dauer kann er es sich nicht leisten, zusätzliches Futter für die Tiere zu kaufen. Auch die Menschen in Pella leiden unter der zunehmenden Hitze und Dürre: Draussen zu arbeiten, ist tagsüber nicht mehr möglich. Gärten verdorren, heftige Sandstürme und unregelmässige, sintflutartige Regenfälle machen ihnen das Leben zusätzlich schwer.

 

So wie Beukes geht es vielen Menschen in südlichen Ländern: Der Klimawandel bedroht ihre Existenzgrundlage. Speziell betroffen sind Menschen, deren Leben von fruchtbarem Land, Wasser, Bäumen und vielfältigen Ackerpflanzen abhängt. Brot für alle engagiert sich deshalb dafür, dass vom Klimawandel betroffene Menschen ihre Anpassungs-fähigkeit an Klima- und Katastrophenrisiken stärken können.

 

Projektnummer

835.8017

Region

Südliche Länder

Dauer

2014 - 2018

Projektsumme

Fr. 50'000.- / Jahr

Verantwortung

Julia Jawtusch / Maryline Bisilat

Das Projekt

Brot für alle und ihre Partnerwerke engagieren sich seit vielen Jahren für die ländliche Entwicklung. Damit Ackerbau, Viehzucht und Fischerei nicht durch die negativen Folgen des Klimawandels beeinträchtigt werden, organisiert Brot für alle seit 2009 Klimatrainings mit den kirchlichen Projektpartnern im Süden.

Im Vorfeld der Trainings analysieren Klimaexpertinnen von Brot für alle gemeinsam mit einigen Projektpartnern und der lokalen Bevölkerung, wo und wie der Klimawandel ihre Lebensgrundlage bedroht. Anhand eines konkreten Projektes sammeln sie Informationen zu bisher angewandten Bewältigungsstrategien. Für diese Projektanalyse hat Brot für alle eigens ein Instrument zur Klima- und Katastrophenrisikoprüfung entwickelt. Damit Frauen und Männer ihre Sichtweisen und Erfahrungen gleichwertig einbringen können, wird der Workshop nach Geschlechtern getrennt durchgeführt. Die Ergebnisse werden anschliessend zusammengetragen und weiter entwickelt.

 

Danach findet das eigentliche Training statt, an dem jeweils rund 20-30 Personen aus lokalen und regionalen Organisationen teilnehmen. Klimaexpertinnen von Brot für alle vermitteln in dieser Trainingswoche gemeinsam mit lokalen Fachpersonen Wissen zur Klimaveränderung. Die Teilnehmenden lernen am Beispiel der vorliegenden Projektanalyse, konkrete Strategien zu entwickeln, wie sie die Menschen in ihren Projekten vor negativen Auswirkungen des Klimawandels schützen können. Im Rahmen einer Exkursion – zum Beispiel beim Besuch eines landwirt-schaftlichen Forschungsinstituts – vertiefen sie ihr praktisches Wissen. Nach dieser Woche können die Teilnehmenden selbst Klimatrainings durchführen und in weiteren Projekten Anpassungsstrategien entwickeln.

 

Seit 2009 hat Brot für alle 27 Trainings und 23 Projektanalysen in 22 Ländern durchgeführt. Eine der Analysen fand in Pella, Südafrika, statt: «Diese Woche hat uns gezeigt, dass es Hoffnung gibt», zieht Rosina Secondt Bilanz. Als Vorsteherin ihrer Dorforganisation will sie den von Brot für alle angestossenen Prozess mit der lokalen Partnerorganisation, aber auch mit Behörden und politischen Parteien weitertreiben.

 

Unsere Ziele

Im Süden

  • Mit den Klimatrainings will Brot für alle gemeinsam mit ihren Schweizer Partnerwerken erreichen, dass ländliche Projekte, welche die kirchlichen Hilfswerke im Süden unterstützen, gut gegen Klima- und Katastrophenrisiken gewappnet sind. Mittels der Trainings erarbeiten sich lokale Partner das nötige Rüstzeug, um die Bauernfamilien darin zu unterstützen, ihre Existenzgrundlagen den veränderten klimatischen Bedingungen anzupassen.

Im Norden

  • Brot für alle informiert die Bevölkerung über die Folgen des Klimawandels für Menschen im Süden und zeigt, wie jeder und jede etwas gegen den Klimawandel tun kann.

  • Brot für alle engagiert sich in der Schweizer Politik, um Parlament und Bundesrat zu klimafreundlichem Handeln zu bewegen.

Partnerorganisation

Die Tätigkeiten im Klimabereich gehören zum Schwerpunktthema «Recht auf Nahrung» von Brot für alle. Der Klimawandel ist unabdingbar verbunden mit der Frage nach Ernährungssicherung und sozialer Gerechtigkeit. Durch veränderte Klimabedingungen und häufigere Extremereignisse ist das Recht auf Entwicklung der ärmeren Länder noch mehr in Gefahr als bis anhin. Brot für alle unterstützt seine Südpartner, indem Projekte systematisch an die Auswirkungen des Klimawandels angepasst werden.

www.brotfueralle.ch

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für die Klimatrainings unterstützen Sie die Menschen in Südafrika, Guatemala oder Kambodscha, sich an den Klimawandel anzupassen.

PC: 40-984-9, Vermerk: Klimatrainings

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »

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