Kampf gegen Land Grabbing

Gegen Gewalt auf Plantagen in Kamerun

RADD

Um das Dorf Mbongo erstrecken sich Ölpalmplantagen soweit das Auge reicht. «Was wir hier mit der Firma erleben, ist schrecklich», sagt Agathe Killeng. Sie wählt klare Worte, wenn sie über das Unternehmen spricht, das sich in Kamerun rund um ihr Heimatdorf Mbongo immer mehr Land aneignet. Sogar die Sümpfe rund um die Dörfer wurden trockengelegt und mit Ölpalmen bepflanzt. Die Menschen in den Dörfern haben deshalb zu wenig Land, um sich selbst zu versorgen. Zudem sind die Böden, die Gewässer und sogar die Luft verschmutzt. Schuld ist die Chemie, welche auf den Plantagen eingesetzt oder von der Fabrik, wo das Palmöl verarbeitet wird, ausgestossen werden. «Doch ohne Land und Wasser können wir nicht leben. Die Firma hat uns alles weggenommen», erzählt Agathe Killeng.

Maman Agathe, wie sie von allen genannt wird, bewirtschaftet selbst drei Hektaren mit Ölpalmen. Sie berichtet, dass sogar die Verwendung für den eigenen Konsum die Frauen in den Dörfern in Schwierigkeiten bringen kann. «Sie haben uns die Palmnüsse aus der Pfanne genommen», sagt Maman Agathe. Dies ist einer Frau passiert, die in unmittelbarer Nähe der Plantage lebt. Die Wachleute der Plantage haben die eigenen Palmnüsse der Frau aus der Pfanne vom Herd weggenommen und sie beschuldigt, diese in den Plantagen gestohlen zu haben.

Die Frauen leiden besonders unter der Situation auf den Ölpalmplantagen. Sie sind dafür verantwortlich, dass ihre Kinder und Familien genügend zu essen haben. Deshalb haben sich rund 50 Frauen aus den umliegenden Dörfern zu einer Frauengruppe zusammengeschlossen. Sie fordern die Rückgabe der kleinen Äcker, die ihnen das Überleben ermöglichen und ein Ende der Gewalt gegen Frauen.

Projektnummer

835.8050

Land

Kamerun

Dauer

2017 bis 2022

Projektsumme

Fr. 40'000.- / Jahr

Verantwortung

Silva Lieberherr

Das Projekt

Brot für alle arbeitet eng mit ihrer Partnerorganisation RADD zusammen. RADD informiert und sensibilisiert Frauen und Familien, welche noch nicht direkt betroffen sind, über die Auswirkungen industrieller Monokulturen und über ihre Rechte. Bereits betroffene Frauen werden untereinander vernetzt und dabei unterstützt, sich mit Aktionen gegen die Gewalt zu wehren.

Diese regionale Vernetzung und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen in Kamerun und den umliegenden Ländern soll zu einer Allianz führen, welche die Interessen dieser Frauen vorwärtsbringen kann. Dies ist wichtig, da es oft die gleichen Firmen sind, die in den unterschiedlichen Ländern investieren. Dank einer solchen Allianz gewinnt die Stimme der Frauen an Gewicht und sie gibt ihnen die Möglichkeit, sich gegen diese Ungerechtigkeit zu wehren, sich zu organisieren und ihre Interessen gemeinsam zu vertreten.

Weiter entwickelt RADD Strategien, wie sie auf politischer Ebene Einfluss nehmen können. Die Regierung soll die Frauen besser vor den Firmen schützen, ihre Rechte stärken und ihre wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten verbessern. RADD sammelt Beweise für die Situation der Frauen und veröffentlicht sie, um Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erregen und Einfluss auf die Entscheidungsträgerinnen und -träger zu nehmen.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • RADD hilft den betroffenen Frauen, sich zu organisieren, gibt ihnen rechtliche Beratung und unterstützt sie, ein alternatives Einkommen aufzubauen.

  • Information und Sensibilisierung von möglichst vielen Menschen in Kamerun und den umliegenden Ländern über die Situation der Frauen und Familien, die nahe bei oder in einer Monokultur leben, sowie deren Rechte.

  • Mit Studien und politischen Aktionen Druck auf die regionalen und lokalen Entscheidungsträger und -trägerinnen in Kamerun und den umliegenden Ländern ausüben.

Engagement im Norden

  • Brot für alle prüft, ob Schweizer Unternehmen in Land Grabbing verwickelt sind und fordert sie auf, die Menschenrechte einzuhalten. Mit den Beispielen aus Westafrika wird die Schweizer Bevölkerung informiert und sensibilisiert und die Regierung dazu aufgefordert, sich gegen Land Grabbing und Gewalt an Frauen zu engagieren.

  • Zusammen mit anderen Organisationen hat Brot für alle in Frankreich eine Klage gegen die Besitzer der Ölpalmplantagen in Kamerun eingereicht. Sie sollen ihre bisher leeren Versprechen einhalten.

RADD (Le Réseau des Acteurs du Développe-ment Durable) wurde 2009 gegründet und ist eine kamerunische Organisation. RADD unterstützt Netz-werke von Frauenver-bänden in ihren Aktivitäten. Fokus sind Trainings, die den Frauen helfen, ihren Lebensunterhalt zu sichern und zu verbessern und die Ernährungssicherheit ihrer Familien zu verbessern.

Ihr Beitrag

Mit einer Spende leisten sie einen wichtigen Beitrag, dass sich Frauen in Kamerun gegen grosse Investoren und Firmen wehren können.
 
PC: 40-984-9, Vermerk: RADD

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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