Recht auf Nahrung

Gegen Gewalt auf Plantagen in Kamerun

RADD

Wie viele andere lebt die Kamerunerin Neyla Batinga, 28, mit ihrer Familie hauptsächlich von dem, was ihr Land und der Wald hergeben. Die Regierung von Präsident Paul Biya hat ihr Land jedoch ohne ihre Zustimmung an einen ausländischen Investor verpachtet, um industriell Palmöl anzubauen. Die Frauen sind von solchen Investitionen besonders betroffen. Einerseits besitzen sie oft kein Land und können bei solchen Geschäften nicht mitreden. Andererseits ist der Verlust ihres Landes besonders gravierend für die Frauen, die ihre Familien ernähren müssen. So ist Neyla gezwungen jeden Tag viele Stunden zu gehen, um sauberes Wasser und landwirtschaftliches Land zu finden. «Wir Frauen werden nie gefragt bei solchen Geschäften, aber jetzt haben wir viel mehr Arbeit, um unsere Familien ernähren zu können.»

Frauen nutzen traditionellerweise Palmöl aus dem Wald als wichtiges Lebensmittel. Dies ist kaum mehr möglich, wenn das Land für Monokulturplantagen genutzt wird. Wenn die Frauen doch noch ein paar Ölpalmen nutzen, kann sogar das gefährlich werden. Neyla erzählt: «Wenn Sicherheitsleute bei ihren Kontrollen Palmfrüchte bei uns finden, werden diese beschlagnahmt und wir werden hart bestraft.» Gewalt von Seiten der Sicherheitsleute und Plantagenarbeiter ist eine ständige Gefahr für die Frauen auf den Plantagen. Geschichten wie die von Neyla sind keine Einzelfälle. Immer stärker beginnen sich die Frauen zu wehren gegen die grossen Plantagen und ihre Auswirkungen auf die Frauen.

Projektnummer

835.8050

Land

Kamerun

Dauer

2017 bis 2018

Projektsumme

Fr. 15'000.- / Jahr

Verantwortung

Silva Lieberherr

Das Projekt

Brot für alle arbeitet eng mit ihrer Partnerorganisation RADD zusammen. Gemeinsam mit ihren Partnern informiert und sensibilisiert RADD Frauen und Familien, welche noch nicht direkt betroffen sind, über die Auswirkungen industrieller Monokulturen und über ihre Rechte. Bereits Betroffene Frauen werden untereinander vernetzt und in ihren Mobilisierungen unterstützt.

Diese regionale Vernetzung und die Zusammenarbeit mit anderen Organisationen in Kamerun und den umliegenden Ländern soll eine Allianz, welche die Interessen dieser Frauen regional vorwärtsbringen kann, hervorbringen. Dies ist wichtig, da es oft die gleichen Firmen sind, die in diesen Ländern investieren. Dank einer solchen Allianz gewinnt die Stimme dieser Frauen an Gewicht und sie gibt ihnen die Möglichkeit, sich gegen diese Ungerechtigkeit zu wehren, sich zu organisieren und ihre Interessen gemeinsam zu vertreten.

Weiter entwickelt RADD Strategien, wie sie auf politischer Ebene Einfluss nehmen können. Die Regierung soll die Frauen besser vor den Firmen schützen, ihre Rechte stärken und ihre wirtschaftlichen und sozialen Möglichkeiten verbessern. Mit einer Petition gegen Gewalt an Frauen auf industriellen Plantagen versucht RADD, Aufmerksamkeit für dieses Thema zu erregen und Einfluss auf die Entscheidungsträgerinnen und -träger zu nehmen.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Information und Sensibilisierung von möglichst vielen Menschen in Kamerun und in umliegenden Ländern über die Situation der Frauen und Familien, die nahe bei oder in einer Monokultur leben, sowie deren Rechte.

  • Druck ausüben auf die regionalen und lokalen Entscheidungsträger in Kamerun und umliegenden Ländern. Dies geschieht mit einer Petition mit Unterschriften aus Kamerun, der Region und weltweit. Die Petition beinhaltet Themen zu Palmölproduktion und Land Grabbing, doch der Fokus liegt stärker auf Gewalt gegen Frauen auf Palmölplantagen.

  • Hilfe beim strukturellen Aufbau der Partnerorganisation RADD.

Engagement im Norden

  • Brot für alle prüft, ob Schweizer Unternehmen in Westafrika in Land Grabbing verwickelt sind und fordert sie auf, die Menschenrechte einzuhalten. Mit den Beispielen aus Westafrika wird die Schweizer Bevölkerung informiert und sensibilisiert und die Regierung dazu aufgefordert, sich gegen Land Grabbing und Gewalt an Frauen zu engagieren.

  • Die Petition wird in unseren Netzwerken beworben und verbreitet.

RADD (Le Réseau des Acteurs du Développement Durable) wurde 2009 gegründet und ist eine kamerunische Organisation. RADD unterstützt Netzwerke von Frauenverbänden in ihren Aktivitäten. Fokus sind Trainings, die den Frauen helfen, ihren Lebensunterhalt zu sichern und zu verbessern und die Ernährungssicherheit ihrer Familien zu verbessern.

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende leisten sie einen wichtigen Beitrag, dass sich Frauen in Kamerun gegen grosse Investoren und Firmen wehren können.
 
PC: 40-984-9, Vermerk: RADD

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »