Recht auf Nahrung

Frauen sichern ihre lokalen Gemüse- und Getreidesorten

Cofersa

Mit viel Herzblut setzt sich Alimata Traoré für die Anliegen der malischen Frauen ein. Denn obwohl sie eine wichtige Rolle für die Gemeinschaft und die Ernährung ihrer Familie spielen, müssen sie immer wieder für ihre Rechte kämpfen und von Neuem dafür einstehen. Dies zeigt sich vor allem beim Zugang zum Saatgut: «In Afrika waren schon immer die Frauen die Hüterinnen des Saatguts», erzählt Traoré, die sich als Präsidentin von Cofersa für den Erhalt des bäuerlichen Saatguts einsetzt.

Die malischen Bäuerinnen sind seit Generationen für den Erhalt und die Züchtung des Saatguts zuständig. Dazu tauschen sie das Saatgut mit demjenigen von anderen Gemeinschaften in der Region, um es gesund zu behalten. Mit diesem erfolgreichen System bleiben die Bauernfamilien unabhängig vom Staat oder internationalen Unternehmen und bestimmen, was sie anbauen und essen. «Indem wir diese alte Praktik weiterverfolgen, machen wir nichts Geringeres, als dass wir selbst die Kontrolle darüber behalten, was wir essen», betont Traoré. Doch vielen Frauen ist die Bedeutung vom Saatgut und dem traditionellen Umgang damit nicht bewusst. Heute ist in Mali über 90 Prozent des verwendeten Saatguts bäuerliches Saatgut. Damit ist es eine wichtige Grundlage für eine sichere Ernährung. Doch dieses erfolgreiche System wird durch neue Gesetze und Regulationen gefährdet, die die Verwendung von solchem Saatgut verbieten.

Projektnummer

835.8049

Land

Mali

Dauer

2017 bis 2018

Projektsumme

Fr. 15'000.- / Jahr

Verantwortung

Maryline Bisilliat

Das Projekt

Cofersa setzt sich mit der Unterstützung von Brot für alle dafür ein, dass die Frauen auch in Zukunft ihr eigenes Saatgut entwickeln, verwenden und weiterverbreitet können. Es werden Weiterbildungen organisiert, in denen die Frauen für die Bedeutung ihrer Arbeit sensibilisiert und dazu ermutigt werden, sich für ihre Rechte einzusetzen. Mit gegenseitiger Unterstützung erweitern die Frauen ihr Wissen und fördern ihre Selbständigkeit. Mit Erfolg: «Vorher durften wir vor den Männern nicht das Wort ergreifen. Jetzt wagen immer mehr Frauen, sich zu äussern und vor dem Dorfrat oder an Vorträgen für ihre Sache einzustehen. Auch in ihrer Familie erfahren sie Solidarität und Anerkennung für ihr Engagement bei Cofersa», freut sich Traoré.

Neben den Weiterbildungen, der Informations- und Sensibilisierungsarbeit arbeiten die Frauen auch in der Vermarktung zusammen und verkaufen ihre Produkte gemeinsam am regionalen Markt. Um ihre Anliegen einzubringen arbeitet Cofersa international mit anderen Organisationen zusammen und setzt sich für Gesetze ein, die die Bauernfamilien stärken.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Die Arbeit von Cofersa richtet sich an ca. 4000 Mitglieder in 40 Kooperativen.

  • 2018 werden in zwei Dörfern Workshops zum Thema «Saatgut» durchgeführt, die sich insbesondere an Frauen richten.

  • Information und Sensibilisierung der ländlichen Gemeinschaften für die Bedeutung des bäuerlichen Saatguts.

  • Medienarbeit über Radio und Fernsehen, um das bäuerliche Saatgut bekannt zu machen.

  • Informieren von staatlichen Institutionen zum Thema Saatgut sowie Vernetzung mit anderen Organisationen, die ebenfalls zu Saatgut arbeiten.

Engagement im Norden

  • Einsatz, dass die Schweiz das Recht auf Saatgut erkennt (zum Beispiel in der Uno-Deklaration für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern)

  • Recherche, Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit zum Thema

  • Internationale Vernetzung der Partner von Brot für alle, welche zum Thema Saatgut arbeiten

Cofersa ist eine bäuerliche Genossenschaft, die sich zum Ziel gesetzt hat, die Wirtschaftskraft der beteiligten Frauen sowie deren sozialen und politischen Status zu stärken. Dazu verteidigt sie die Rechte der Frauen und setzt sich für eine nachhaltige agroökologische Landwirtschaft ein, unterstützt die Frauen, darin die eigenen Produkte lokal zu vermarkten und damit den Lebensunterhalt der Familie zu sichern. Dadurch werden die ländlichen Gemeinschaften unterstützt und Frauen ermutigt, eigene Gruppen zu gründen, in denen sie sich gegenseitig unterstützen können.

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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