Recht auf Nahrung

Engagement für die Rechte der Bauernfamilien

 

Redsag

Don Adolso steht auf seinem Feld bei Santa María de Xalapán im Osten von Guatemala. Voller Stolz zeigt er den anderen Bäuerinnen und Bauern, wie er mit einfachen, biologischen Mitteln seine Parzelle bestellt. Und mit Erfolg: Kaffeebäume wachsen neben Amaranth, Bohnen, Mais, zahlreichen Kräutern und Rüebli – um nur einige wenige der Pflanzen zu nennen. Diese Vielfalt garantiert Don Adolso und seiner Familie eine sichere und vielfältige Ernährung. Überschüsse kann er verkaufen.

Doch diese nachhaltige Landwirtschaft wird bedroht. 2014 wurde nach massiven Protesten der Bäuerinnen und Bauern sowie der indigenen Bevölkerung ein Gesetz gestoppt, das die guatemaltekische Regierung im Schnellverfahren verabschieden wollte. Das als «Monsanto-Gesetz» bekannt gewordene Gesetz hätte es Bäuerinnen und Bauern verboten, ihre eigenen Saatgutsorten anzubauen, zu tauschen und zu verkaufen. Gemacht wurde das Gesetz für die Interessen der internationalen Saatgutkonzerne wie Syngenta und Monsanto, die ihr Hightech-Saatgut auf den Markt bringen und mit intellektuellen Eigentumsrechten schützen wollen.

Um die Rechte der Bäuerinnen und Bauern in Guatemala zu schützen, arbeitet Brot für alle mit der Partnerorganisation Redsag zusammen.

Projektnummer

835.8046

Land

Guatemala

Dauer

2014 - 2020

Projektsumme

Fr. 40'000.- / Jahr

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Brot für alle engagiert sich in Guatemala gemeinsam mit Redsag für das Recht auf Nahrung. Redsag ist ein Netzwerk von verschiedenen Basisorganisationen und eine Plattform für indigene Bauern und Bäuerinnen, welche sich für das Recht auf Nahrung in Guatemala einsetzt. Um eine selbständige Ernährung der Bevölkerung zu erreichen, engagiert sich Redsag beispielsweise für eine nachhaltige Landwirtschaft. Sie fördert den Austausch zwischen den Organisationen. Mit Informations- und Bildungsarbeit informieren sie die Menschen für die Folgen von neuen Gesetzen und den Einsatz von gentechnischem Saatgut. Auf politischer Ebene analysiert sie die Entscheidungen der Politik und welchen Einfluss diese auf die Ernährung der Bevölkerung haben.

Brot für alle arbeitet mit Redsag schwerpunktmässig im Bereich Saatgut zusammen. Damit ist insbesondere das Saatgut von Mais gemeint, da dies das Grundnahrungsmittel in Guatemala ist. Gleichzeitig hat Guatemala eine enorme Vielfalt an verschiedenen lokalen Maissorten. Diese drohen durch den Import (auch in Form von Nahrungshilfe) von Hightech- und Gentech-Saatgut verdrängt zu werden. Das gefährdet nicht nur die Ernährungssicherheit der Bevölkerung, sondern auch die natürliche Vielfalt des Maises und damit die Biodiversität in Zentralamerika. Zusätzlich spielt der Mais eine wichtige Rolle in der Kultur der indigenen Bevölkerung.

 

Deshalb ist es wichtig, dass sich die Bäuerinnen- und Indigenenorgani­sationen in die Politik einmischen und sicherstellen, dass ihre Interessen und ihre Rechte berücksichtigt werden. Ein Erfolg war der Stopp des «Monsanto-Gesetzes» 2014. Dies war aber nur ein Schritt auf einem langen Weg. «Gemeinsam mit verschiedenen Organisationen in Guatemala erarbeiten wir jetzt einen Gesetzesvorschlag, der die Rechte der Bäuerinnen und Bauern berücksichtigt» erklärt Ronnie Palacios, Direktor von Redsag, wie die Arbeit weiter geht.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Unterstützung der Bäuerinnen und Bauern im Kampf um ihre Rechte

  • Durchführung von Saatgutmessen und Stärkung bäuerlicher Saatgut-banken Analyse des «Monsanto-Gesetzes» und seiner Folgen sowie Sensibilisierung der Bevölkerung und politischer Entscheidungsträger/-innen

  • Vernetzung von verschiedenen zivilgesellschaftlichen Organisationen in Guatemala, welche zum Saatgut arbeiten

  • Erarbeiten eines Gesetzes für den Schutz der Rechte der Bäuerinnen und Bauern in Guatemala

  • Unterstützung beim agroökologischen Anbau und der Vermarktung von Produkten

Im Norden

  • Lobbyarbeit in der Schweiz und in der EU zur Saatgutthematik. Engagement gegen die internationale Normierung von Saatgutqualität und Eigentumsrechten zu Lasten traditioneller Sorten und der Biodiversität

  • Sensibilisierung der Schweizer Öffentlichkeit für die Wichtigkeit der Saatgutthematik

Partnerorganisation

Redsag, Netzwerk zu Recht auf Nahrung

Redsag arbeitet in diesem Projekt mit 70 Mitgliedorganisationen zusammen wie Entwicklungs- und Umweltorganisationen, Organisationen von Bäuerinnen und Bauern, Frauen, Fischern, etc. Dadurch werden rund 10‘000 Mitglieder, mehrheitlich indigene Personen, direkt erreicht.

www.redsag.net

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für Redsag unterstützen Sie die Bäuerinnen und Bauern darin, ihre Rechte zu sichern.

PC: 40-984-9, Vermerk: Redsag

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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