Faire Lieferketten

Arbeitsbedingungen verbessern durch die Marktmacht öffentlicher Beschaffer

Electronics Watch

«Der Regen schwemmt die ausgehobene Erde aus der Mine die steilen Hänge hinab. Der Schlamm enthält giftige Metallrückstände. Er beeinträchtigt unsere Gesundheit und verschmutzt unsere Fischgründe», erklärt Cecilia, die für eine philippinische NGO arbeitet. «Zuerst wurden die Leute aus den Dörfern umgesiedelt, um Platz für die Nickelmine zu machen – und jetzt erhalten sie nicht einmal die versprochene Arbeit. Denn die Firma stellt lieber Tagelöhner aus der nahegelegenen Stadt ein.»

Mindanao auf den Philippinen gehört weltweit zu den wichtigsten Fördergebieten von Nickel. Ein Grossteil des Rohstoffs geht nach China in die Stahlindustrie – sowie zunehmend in die Batterieproduktion für Elektrofahrzeuge. Die Nachfrage nach dem Schwermetall wird noch schneller steigen, seit Tesla angekündigt hat, in den eigenen Batterien Kobalt – das mit Kinderarbeit in der Demokratischen Republik in Verbindung gebracht wird – vermehrt durch Nickel zu ersetzen.

Electronics Watch hat 2019 damit begonnen, nebst den Arbeitsbedingen in Elektronikfirmen in Asien auch die Bedingungen im Rohstoffsektor zu überwachen. Das Pilotprojekt auf den Philippinen soll zur Verbesserung der Situation von lokalen Minenarbeitenden und von Angestellten des zugehörigen Nickel-Verarbeitungsbetriebs beitragen. Dazu wird ein konstruktiver Dialog mit den verantwortlichen Managern gefördert. Gleichzeitig sucht Electronics Watch das Gespräch mit dem Rohstoffabnehmer in Japan, einem Elektronikkonzern und einem Batteriehersteller, der Grosskunden in aller Welt beliefert – auch öffentliche Beschaffer in der Schweiz. Trotz Verzögerungen im Pilotprojekt durch die Auswirkungen von Covid-19 wird Electronics Watch ab 2020 die bereits gemachten Erfahrungen nutzen, um ähnliche Programme in der Demokratischen Republik Kongo (Kobalt) und in Bolivien (Zinn) umzusetzen.

Projektnummer

835.8042

Land

China

Dauer

2020 - 2021

Projektsumme

Fr. 70'000 (2 Jahre)

Verantwortung

Karin Mader

Das Projekt

Electronics Watch engagiert sich seit 2015 erfolgreich für die Verbesserung der Arbeitsbedingungen in der Elektronikindustrie, insbesondere bei Lieferbetrieben von internationalen Markenfirmen in Asien. Seit 2019 engagiert sich Electronics Watch mit Unterstützung von Brot für alle zusätzlich auch im Rohstoffsektor, der diese Firmen beliefert.

Als Hebel dient der Organisation dabei ihre Mitgliederbasis, die vor allem aus öffentlichen Beschaffern in Europa besteht. Dank ihrer grossen und durch Electronics Watch vereinten Kaufkraft können sie gemeinsam Einfluss auf die Herstellungsbedingungen nehmen. Umgekehrt bietet Electronics Watch den öffentlichen Beschaffern konkrete Dienstleistungen zur verantwortungs-vollen Beschaffung an, und unterstütz sie dabei, ihrer öffentlichen Vorbildrolle in Europa gerecht zu werden. In den Produktions- und Rohstoffländern stützt sich Electronics Watch auf ein Netzwerk aus lokalen NGOs. Diese nehmen Missstände direkt wahr, und suchen – mit Rückendeckung und Unterstützung durch Electronics Watch – das Gespräch mit verantwortlichen Fabrik- und Minenmanagern, um Abhilfe zu schaffen.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Lokale Netzwerkpartner von Electronics Watch besuchen Betriebe, wenn Missstände in diesen bekannt werden. Sie kontaktieren Betroffene und befähigen sie, im Dialog mit den Verantwortlichen in den Firmen und Rohstoffbetrieben die Gründe zu analysieren, und für Verbesserungsmassnahmen zu sorgen.

Engagement im Norden

  • Electronics Watch bietet ihren Mitgliedern in Europa konkrete Dienstleistungen zum verantwortungsvollen Einkauf von IT- und anderen elektronischen Geräten.

  • Brot für alle engagiert sich im Beirat von Electronics Watch und hat gleichzeitig Einsitz in verschiedene Gremien in der Schweiz, die auf eine nachhaltige und verantwortungsvolle öffentliche Beschaffung abzielen. Der spezielle Arbeitsansatz von Electronics Watch fliesst dabei als vorbildliches Praxisbeispiel ein.

  • Brot für alle vermittelt Kontakte zwischen Electronics Watch und öffentlichen Beschaffern in der Schweiz, um sie für die Mitgliedschaft bei Electronics Watch zu gewinnen, und den innovativen Ansatz auf diese Weise weiter zu stärken.

Electronics Watch ist eine unabhängige Monitoring-Organisation für öffentliche Beschaffer mit Sitz in Holland. Electronics Watch erbringt für ihre Mitglieder Dienstleistungen, welche ihre soziale Verantwortung stärken und zur Verbesserung der Arbeitsbedingungen im Elektroniksektor beitragen.
Zu den Mitgliedern von Electronics Watch zählen einzelne öffentliche Institutionen, wie auch Einkaufskonsortien in Deutschland, Grossbritannien, Holland, Spanien, Schweden und in der Schweiz.

www.electronicswatch.org

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für Electronics Watch wird zum Beispiel eine Fabrik auf die Einhaltung der Arbeitsrechte untersucht.

PC: 40-984-9, Vermerk: Electronics Watch

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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