Kampf gegen Land Grabbing

Einsatz gegen die Ausbreitung von Palmölplantagen

Kampf gegen industrielle Palmölplantagen

«Wie sollen wir jetzt unsere Kinder ernähren?», fragten die Teilnehmerinnen eines Austauschtreffens der west- und zentralafrikanischen Palmölallianz in Sierra Leone. Die Workshop Teilnehmerinnen kamen aus verschiedenen Regionen Sierra Leones, aus Liberia, Kamerun und Guinea. Durch die Ausweitung von Ölpalmplantagen haben viele von ihnen ihr Land verloren, auf dem sie Lebensmittel für ihre Familien anbauten. Den Frauen fällt oft traditionsgemäss die Verantwortung zu, die Kinder zu ernähren, doch gleichzeitig verfügen meist nicht sie über die Landtitel, sondern die Männer. Das führt oft zu grossen Konflikten und Problemen. «Unsere Männer geben das Land weg ohne uns zu fragen, und wir können die Misere dann ausbaden», berichten die Frauen. Der Landverlust ist eine Katastrophe für sie, aber als Frauen werden sie nicht in die Verhandlungen einbezogen, in denen Regierungs- und Firmenvertreter die Chiefs oder Landbesitzer davon überzeugen, ihr Land abzugeben.

Es gibt aber auch positive Entwicklungen. Unter den Teilnehmerinnen war auch die engagierte Dorfchefin Mamusu Dumbuya. Motiviert durch das von Brot für alle ermöglichte Treffen der Palmölallianz, gelang es ihr gemeinsam mit anderen Frauen auch die Männer aus dem Dorf zu überzeugen, sich ihr Land zurückzuholen. Gemeinsam zogen sie die Firma, die sich ihr Land angeeignet hatte, vor Gericht und gewannen schliesslich. Für Mamusu Dumbuya ein unglaublicher Erfolg: «Es waren die Proteste von uns Frauen, die Bewegung in die Sache gebracht haben. Niemand hatte sich für uns eingesetzt – nicht einmal unseren Ehemännern konnten wir trauen».

Projektnummer

835.8059

Land

Westafrika

Dauer

2017 bis 2024

Projektsumme

Fr. 50'000.- / Jahr

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Brot für alle unterstützt die lokale, regionale und globale Vernetzung von Menschen und Organisationen, die sich gegen Land Grabbing zum Anbau von Palmölplantagen wehren.

Die von Brot für alle finanzierte west- und zentralafrikanische Allianz gegen die Ausbreitung von Ölpalmplantagen entwickelt Strategien gegen Land Grabbing. In Workshops kommen Betroffene aus zehn afrikanischen Ländern zusammen und tauschen Informationen über die aktuellen Ent-wicklungen aus. Ein besonderer Fokus liegt auf den Frauen und den Auswirkungen der Palmölplantagen auf ihren Alltag. Die Menschen lernen ihre Rechte kennen und wie sie diese durchsetzen können. Dies stärkt die Solidarität zwischen den betroffenen Gemeinschaften über Ländergrenzen hinweg. Das gegenseitige Lernen und koordinierte Vorgehen zahlt sich aus, denn die Konzerne, die das Land pachten und die Plantagen betreiben, sind oft die gleichen. Die regionalen Workshops helfen den Betroffenen, die Strategien der Konzerne zu verstehen und ihre Verträge zu vergleichen. Brot für alle deckt die Aktivitäten der Konzerne auf, veröffentlicht sie und stärkt so die lokalen Gemeinschaften.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Brot für alle unterstützt die Palmölallianz darin, weitere Workshops für die von Palmölplantagen betroffen Gemeinschaften durchzuführen. Dort werden sie über ihre Rechte informiert und können sich über Möglichkeiten, wie sie sich wehren können, austauschen. Dazu entwickeln die Mitglieder der Allianz gemeinsam Informationsmaterial, Radiobeiträge oder auch Theateraufführungen.

    Weiter führt die Allianz Recherchen vor Ort durch und verfasst Berichte über die Auswirkungen der Plantagen auf die Dorfbevölkerung. Diese dienen der Medienarbeit in den Ländern sowie auf internationaler Ebene.

Engagement im Norden

  • Brot für alle informiert die Bevölkerung in der Schweiz über die Folgen der Palmölproduktion. Wir üben Druck auf die politischen Entscheidungs-trägerinnen und -träger aus, damit Regulierungen bezüglich der schweizerischen Finanzierung solcher Plantagen geschaffen werden.

Partnerorganisation

GRAIN engagiert sich seit den 1980er Jahren dafür, dass die negativen Folgen der industriellen Landwirt-schaft auf dem internatio-nalen Parkett diskutiert und Lösungen zur Bekämpfung des Hungers gefunden werden. Hinter dem En-gagement von GRAIN steht die Überzeugung, dass Biodiversität und kommu-nale landwirtschaftliche Strukturen wesentlich zur Ernährungssicherheit beitragen. GRAIN hat ihren Hauptsitz in Madrid und beschäftigt Mitarbeitende in Lateinamerika, Afrika Indonesien, Nordamerika und Europa.

Nebst dem Einsatz für Biodiversität ist GRAIN seit mehreren Jahren Vorreiterin im Kampf gegen «Land Grabbing», also den Aufkauf von Land durch internatio-nale Investoren. 2011 erhielt GRAIN den Alternativen Nobelpreis.

 www.grain.org

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für den Kampf gegen Palmölplantagen können Workshops organisiert werden, um die Betroffenen in ihrem Kampf gegen Land Grabbing zu stärken.

PC: 40-984-9, Vermerk: Palmöl Westafrika

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »


Den von GRAIN produzierten Dokumentarfilm zum Thema Palmöl finden Sie auch hier.

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

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