Recht auf Nahrung

Einsatz gegen die Ausbreitung von Palmölplantagen

 

Kampf gegen industrielle Palmölplantagen

Um den Lebensunterhalt für sich und ihre Familie zu verdienen, ist Bäuerin Gaynell Ateba aus Kamerun von morgens bis abends auf den Beinen. Neben der Arbeit auf dem Feld ist sie viel in den Wäldern rund um ihr Dorf unterwegs: Hier findet sie Nahrungsmittel, Holz und Medizinalpflanzen für die Familie oder zum Verkauf auf den lokalen Märkten. Wie schon ihre Mutter nutzt auch sie die Früchte der Ölpalmen, um daraus rotes Speiseöl herzustellen. Dieses ist ein wichtiger und gesunder Bestandteil der lokalen Küche.

Doch in den letzten Jahren ist aus dieser so nützlichen Pflanze eine Bedrohung geworden. Investoren haben die Profitmöglichkeiten der Ölpalme entdeckt, in der Lebensmittel- und Kosmetikindustrie oder als Biotreibstoff. Deshalb breiten sich in Afrika die Plantagen sehr schnell aus – in den letzten zehn Jahren wurden 3.5 Millionen Hektaren für Palmölplantagen verpachtet: Wo früher Wälder die Landschaft prägten, sind heute riesige, gerodete Flächen zu sehen. Wo früher die Bäuerinnen und Bauern ihre Felder bewirtschafteten, wachsen heute Ölpalmen soweit das Auge reicht. Die Bauernfamilien verlieren ihren Zugang zu Land, ihre Grundlage für den Anbau von Nahrungsmitteln und Ölpalmen zum Eigengebrauch.

Projektnummer

835.8059

Land

Westafrika

Dauer

2015 bis 2017

Projektsumme

Fr. 35'000.- / Jahr

Verantwortung

Silva Lieberherr

Das Projekt

Brot für alle wehrt sich gegen diese Entwicklung und unterstützt die lokale, regionale und globale Vernetzung von Menschen und Organisationen, die sich gegen dieses Land Grabbing zum Anbau von Palmölplantagen einsetzt.

In Afrika unterstützt Brot für alle die Vernetzung von lokalen Organisationen, um sie zu stärken und um ihnen zu helfen, Strategien gegen Land Grabbing zu entwickeln. In Workshops kommen Betroffene aus zehn afrikanischen Ländern zusammen und tauschen Informationen über die aktuellen Ent-wicklungen aus. Ein besonderer Fokus liegt auf den Frauen und den Auswirkungen der Palmölplantagen auf ihren Alltag. Die Menschen lernen ihre Rechte kennen und entwickeln Strategien, wie sie diese durchsetzen können. Dies stärkt die Solidarität zwischen den betroffenen Gemein-schaften über Ländergrenzen hinweg. Es sind viele verschiedene Gemeinschaften betroffen, doch die Konzerne, die das Land pachten und die Plantagen betreiben, sind oft die gleichen. Die regionalen Workshops helfen den Betroffenen, die Strategien der Konzerne zu verstehen und ihre Verträge zu vergleichen. Brot für alle deckt die Aktivitäten der Konzerne auf, veröffentlicht sie und stärkt so die lokalen Gemeinschaften.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Brot für alle organisiert mit seinen Partnerorganisationen Workshops für die Gemeinschaften, die von Palmölplantagen betroffen sind. Dort werden sie über ihre Rechte informiert und können sich über Möglichkeiten, wie sie sich wehren können, austauschen.

Engagement im Norden

  • Brot für alle informiert die Bevölkerung in der Schweiz über die Folgen der Palmölproduktion. Wir üben Druck auf die politischen Entscheidungs-trägerinnen und -träger aus, damit Regulierungen bezüglich der schweizerischen Finanzierung solcher Plantagen geschaffen werden.

Partnerorganisation

GRAIN engagiert sich seit den 1980er Jahren dafür, dass die negativen Folgen der industriellen Landwirt-schaft auf dem internatio-nalen Parkett diskutiert und Lösungen zur Bekämpfung des Hungers gefunden werden. Hinter dem En-gagement von GRAIN steht die Überzeugung, dass Biodiversität und kommu-nale landwirtschaftliche Strukturen wesentlich zur Ernährungssicherheit beitragen. GRAIN hat ihren Hauptsitz in Madrid und beschäftigt Mitarbeitende in Lateinamerika, Afrika Indonesien, Nordamerika und Europa.

Nebst dem Einsatz für Biodiversität ist GRAIN seit mehreren Jahren Vorreiterin im Kampf gegen «Land Grabbing», also den Aufkauf von Land durch internatio-nale Investoren. 2011 erhielt GRAIN den Alternativen Nobelpreis.

 www.grain.org

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für den Kampf gegen Palmölplantagen können Workshops organisiert werden, um die Betroffenen in ihrem Kampf gegen Land Grabbing zu stärken.

PC: 40-984-9, Vermerk: Palmöl Westafrika

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »


Den von GRAIN produzierten Dokumentarfilm zum Thema Palmöl finden Sie auch hier.

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