Wirtschaft und Menschenrechte

Einsatz für gerechte Bedingungen im Bergbau

Bench Marks Foundation

Mmathapelo Thobajane ist eine junge Aktivistin und verfolgt die Tätigkeiten einer Minengesellschaft in Sekhukhune, Limpopo aus nächster Nähe. Sie ist eine von vielen Monitoring-Aktivistinnen und -Aktivisten der Bench Marks Foundation in Südafrika.

Diese haben es sich zur Aufgabe gemacht, die umweltschädlichen Praktiken der Minengesellschaften offen zu legen und den betroffenen Menschen eine Stimme zu geben: «Durch den Rohstoffabbau in einer nahegelegenen Mine wird das Trinkwasser vergiftet. Das hat dazu geführt, dass zahlreiches Vieh in den Dörfern von Sekhukhune gestorben ist» erklärt Mmathapelo die schwierige Situation. Sekhukhune ist kein Einzelfall. Der Abbau von Rohstoffen in afrikanischen Ländern bringt internationalen Rohstoffkonzernen viel Geld ein. Dabei bleiben die Rechte und Interessen der lokalen Bevölkerung und der Umwelt aber häufig auf der Strecke: «Ich möchte mich in dieser Angelegenheit engagieren. Mein Ziel war es, die Gemeinschaft zu mobilisieren und die Minenbetreiber gemeinsam mit der Community an einen Tisch zu bringen». Ihr Vorgehen war erfolgreich: Sie konnte das Vertrauen der Dorfgemeinschaft gewinnen und einen Dialog mit der Firma starten. Dank ihrer Hartnäckigkeit hat die Firma nach über einem Jahr das Problem anerkannt und sich bereit erklärt, den Bauern Entschädigungen für jedes verstorbene Tier zu zahlen. Dieser Erfolg ist eine Ermutigung für zahlreiche Dörfer und die Monitoring-Aktivistinnen und -Aktivisten der Bench Marks Foundation.

Land

Südafrika

Dauer

2014 - 2020

Projektsumme

Fr. 54'000.- / Jahr

Projektnummer

835.8072

Verantwortung

Nina Burri

Das Projekt

Brot für alle und die südafrikanische Nichtregierungsorganisation Bench Marks Foundation beobachten deshalb die Aktivitäten grosser Konzerne in Afrika, dokumentieren soziale oder ökologische Missstände und fordern Konzerne auf, Verbesserungsmassnahmen für die lokale Bevölkerung einzuführen.

Dazu werden junge arbeitslose Menschen, die in den Siedlungen am Rande der Minen leben, zu Monitoring-Aktivistinnen und -Aktivisten ausgebildet. Sie tragen Fakten zusammen und dokumentieren diese mit Berichten, Bildern und Videos, die sie im Internet auf einem Blog veröffentlichen. «Die Minengesellschaften haben kein Problem, die Experten beizuziehen, die sie brauchen. Die Gemeinde aber kann sich keine Experten leisten. Deshalb wollen wir sie ausbilden, damit sie eine eigene Stimme haben», begründet Eric Mokuoa von der Bench Marks Foundation das einfache aber wirkungsvolle Konzept.

Mit diesem «Monitoring Action Project» wird das Selbstvertrauen der jungen Menschen gestärkt. Gleichzeitig lässt sich mit den präzisen Beobachtungen belegen, wenn Versprechen der Bergbaukonzerne oder der Politik nicht eingehalten werden. Deshalb lautet das Motto auch «Tunatazama», was auf Kisuaheli so viel wie «Wir schauen hin» bedeutet.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Die lokalen Gemeinschaften werden darin unterstützt, sich eigenständig für ihre Rechte einzusetzen und diese gegenüber den lokalen Behörden und den Konzernen durchzusetzen (aktuell mehr als 40 Siedlungen in den Regionen Vaale, Velkom Kwa Thema, Rustenburg, Limpopo und Mpumalanaga mit einer Bevölkerung von insgesamt 1.7 Millionen).

  • Über das Nachwuchsprogramm werden jedes Jahr über 100 «Community Monitors» In den letzten Jahren waren es mehr als 700 junge Menschen.

  • Die ausgebildeten Aktivistinnen und Aktivisten evaluieren das Verhalten der Bergbauunternehmen und veröffentlichen ihre Evaluationen im Internet, im Radio und in monatlichen Newslettern. So stellen sie sicher, dass diese ihre Unternehmensverantwortung wahrnehmen, konkrete Verbesserungen für Mensch und Umwelt vornehmen oder Entschädigungen im Falle von Schäden zahlen.

Engagement im Norden

  • Brot für alle dokumentiert in Zusammenarbeit mit Bench Marks Foundation Missstände in Bergbauregionen. Die Ergebnisse werden einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht, um eine Regulierung des Rohstoffsektors in der Schweiz durchzusetzen.

  • Mit der Konzernverantwortungs-Initiative fordert Brot für alle, dass Schweizer Konzerne ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt auch im Ausland wahrnehmen müssen.

Partnerorganisation

Die Bench Marks Foundation ist eine Initiative verschiedener südafrikanischer Kirchen und fokussiert sich in ihrer Arbeit auf die ethische Unternehmensführung und Investition. Sie überwacht in Afrika tätige multinationale Konzerne in Bezug auf die Einhaltung minimaler sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Standards. Die Bench Marks Foundation verfasst Studien zu diesem Thema und dokumentiert Missbräuche.

www.bench-marks.org.za

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für die Bench Marks Foundation kann ein neuer Studiengang für zukünftige Internet-Aktivisten finanziert werden.

PC: 40-984-9, Vermerk: Bench Marks Foundation

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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