Ethisch Wirtschaften

Einsatz für gerechte Bedingungen im Bergbau

 

Bench Marks Foundation

Norman Thubeli arbeitet in einer Platinmine Südafrikas. Gerade gegenüber wohnt er mit den anderen Arbeitern in einer kleinen Siedlung ohne Strom oder fliessend Wasser. «Wir alle wissen, dass die Minengesellschaften die Situation in den Dörfern rund um die Minen verbessern müssen. Wer eine Lizenz erhält, muss eigentlich etwas für die lokale Bevölkerung tun. Aber wir hier sehen keine Entwicklung. Es ist alles nur leeres Gerede», berichtet Thubeli. So muss beispielsweise eine Wasserstelle für mehrere Tausend Einwohner reichen. Doch das Wasser ist schmutzig. Es weist häufig zu hohe Nitratwerte auf und die Wäsche wird trotz mehrmaligem waschen nicht sauber und bleibt grau.

Die Situation in seinem Dorf ist kein Einzelfall. Der Abbau und Verkauf von Rohstoffen in afrikanischen Ländern bringt internationalen Rohstoff-konzernen viel Geld ein. Dabei bleiben die Rechte der lokalen Bevölkerung und der Umwelt aber häufig auf der Strecke. Die Mineralien werden von Arbeiterinnen und Arbeitern oft unter schwierigsten Arbeitsbedingungen abgebaut und zur Herstellung von Konsumgütern gewonnen. So sind Kobalt, Tantal, Kupfer, Zink und Platinum bei der Herstellung von Computern, Handys, Autos oder medizinischen Geräten unverzichtbar geworden. Der Abbau von Rohstoffen ist jedoch in der Regel nicht nur mit schlechten Arbeitsbedingungen verknüpft, sondern beeinträchtigt auch die Lebens-bedingungen in den umliegenden Gebieten.

Land

Südafrika

Dauer

2014 - 2019

Projektsumme

Fr. 45'000.- / Jahr

Projektnummer

835.8072

Verantwortung

Yvan Maillard Ardenti

Das Projekt

Brot für alle und die südafrikanische Nichtregierungsorganisation Bench Marks Foundation beobachten deshalb die Aktivitäten grosser Konzerne in Afrika und dokumentieren soziale oder ökologische Missstände. Dazu werden junge arbeitslose Menschen, die in den Siedlungen am Rande der Minen leben, zu Monitoring-Aktivistinnen und -Aktivisten ausgebildet.

In den Kursen haben bereits hunderte junger Menschen gelernt, genau hinzu-schauen und die Lage rund um die Minen und in ihren Dörfern zu beschreiben. Sie tragen Fakten zusammen und dokumentieren diese mit Berichten, Bildern und Videos, die sie im Internet auf einem Blog veröffent-lichen. So auch Norman Thubeli, der neben der Minenarbeit auch als Blogger arbeitet und die Missstände in seiner Siedlung dokumentiert und im Internet veröffentlicht. «Die Minengesellschaften haben kein Problem, die Experten beizuziehen, die sie brauchen. Die Gemeinde aber kann sich keine Experten leisten. Deshalb wollen wir sie ausbilden, damit sie eine eigene Stimme haben», begründet Eric Mokuoa von der Bench Marks Foundation das einfache aber wirkungsvolle Konzept.
Mit diesem «Monitoring Action Project» wird das Selbstvertrauen der jungen Menschen gestärkt. Gleichzeitig lässt sich mit den präzisen Beobachtungen belegen, wenn Versprechen der Bergbaukonzerne oder der Politik nicht eingehalten werden. Deshalb lautet das Motto auch «Tunatazama», was auf Kisuaheli so viel wie «Wir schauen hin» bedeutet.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Die lokalen Gemeinschaften werden darin unterstützt, sich eigenständig für ihre Rechte einzusetzen und diese gegenüber den lokalen Behörden sowie gegenüber den Konzernen durchzusetzen (aktuell mehr als 35 Siedlungen in den Regionen Vaale, Velkom Kwa Thema, Rustenburg, Limpopo und Mpumalanaga mit einer Bevölkerung von insgesamt 1.7 Millionen betroffenen Menschen).

  • Über das Nachwuchsprogramm werden jedes Jahr 90 «Community Monitors» In den letzten Jahren wurden mehr als 500 junge Menschen ausgebildet.

  • Die ausgebildeten Aktivistinnen und Aktivisten evaluieren das Verhalten der Bergbauunternehmen und veröffentlichen ihre Evaluationen im Internet, im Radio und in monatlichen Newsletters. So stellen sie sicher, dass diese ihre Unternehmensverantwortung wahrnehmen und konkrete Verbesserungen für Mensch und Umwelt vornehmen.

Im Norden

  • Brot für alle dokumentiert und veröffentlicht Menschenrechts-verletzungen und Umweltverschmutzungen von Schweizer Konzernen im Ausland.

  • Brot für alle dokumentiert in Zusammenarbeit mit Bench Marks Foundation Missstände in Bergbauregionen. Die Ergebnisse werden einer breiten Öffentlichkeit bekanntgemacht, um eine Regulierung des Finanz- und Rohstoffsektors in der Schweiz durchzusetzen.

  • Mit der Konzernverantwortungsinitiative fordert Brot für alle, dass Schweizer Konzerne ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt auch im Ausland wahrnehmen müssen.

Partnerorganisation

Die Bench Marks Foundation ist eine Initiative verschiedener südafrikanischer Kirchen und fokussiert sich in ihrer Arbeit auf die ethische Unternehmensführung und Investition. Sie überwacht in Afrika tätige multinationale Konzerne in Bezug auf die Einhaltung minimaler sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher Standards. Die Bench Marks Foundation verfasst Studien zu diesem Thema und dokumentiert Missbräuche.

www.bench-marks.org.za

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für die Bench Marks Foundation kann ein neuer Studiengang für zukünftige Internet-Aktivisten finanziert werden.

PC: 40-984-9, Vermerk: Bench Marks Foundation

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »

1

Danke für Ihre Unterstützung!

Welchen Betrag möchten Sie spenden?

Pin It on Pinterest