Recht auf Nahrung

Einsatz für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern

La Via Campesina

«Heute stehen wir Bäuerinnen und Bauern vor neuen Herausforderungen: Fruchtbares Land wird knapper und weckt die Profitgier von Grossunternehmen. Neue Gesetze könnten Bauern und Bäuerinnen bald daran hindern, ihr Saatgut zu züchten. Menschen werden gewaltsam von ihrem Land vertrieben», berichtet Diego Montón, argentinischer Bauer und Mitglied der internationalen Bewegung La Via Campesina. Er betont: «Deshalb ist es absolut wichtig, unsere Rechte international besser zu schützen.»

Bei den Vereinten Nationen in Genf wird nun ein Regelwerk – eine sogenannte Uno-Deklaration – verhandelt, welche die Staaten verpflichten soll, die Rechte ihrer Bauern und Bäuerinnen zu schützen. La Via Campesina ist stolz darauf, sich bei der Uno Gehör verschafft zu haben und sich in den Prozess einbringen zu können. «Noch vor einigen Jahren, wäre es undenkbar gewesen, dass Bäuerinnen und Bauern bei den Vereinten Nationen auf Augenhöhe mit Regierungsvertretungen diskutieren», sagt Diego Montón. Denn noch immer werden sie für ihr Engagement kriminalisiert: «Ich kenne Bauern, die im Gefängnis sitzen, weil sie versucht haben, ihre Häuser vor den Bulldozern zu schützen und nicht illegal vertrieben zu werden. Die Deklaration muss die Bäuerinnen und Bauern vor Verfolgung und Unterdrückung schützen», so Montón.

Projektnummer

834.8047

Region

Weltweit

Dauer

2014 - 2018

Projektsumme

Fr. 30'000.- / Jahr

Verantwortung

Ester Wolf

Das Projekt

Brot für alle unterstützt La Via Campesina bei ihrem Einsatz für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern. Denn es benötigt finanzielle Mittel um den Einsatz der internationalen Delegationen zu koordinieren und sie zu begleiten. Sie brauchen die Begleitung von Partnern, die das Uno-System gut kennen. Das Ziel von La Via Campesina ist es, die Anliegen möglichst vieler Bäuerinnen und Bauern aus aller Welt in die Diskussionen am Uno-Menschenrechtsrat einzubringen. Denn es ist wichtig, dass die Menschen mit ihren Regierungsvertretungen in einen Dialog treten und ihnen die Situation der Betroffenen klar machen können. In ihren Ländern ist ein solches Zusammenkommen häufig nahezu unmöglich. Mit diesen Kontakten kann auf den Inhalt der Deklaration direkt Einfluss genommen werden.

Es zeigt sich bereits, dass die Stimme der Bäuerinnen und Bauern gehört und das Engagement der Delegierten von La Via Campesina aus Asien, Afrika, Lateinamerika und Europa erste Früchte trägt: Bereits mehrere Regierungen wie Argentinien, Brasilien oder die Schweiz, die zunächst gegen ein solches Uno-Regelwerk waren, konnten überzeugt werden, sich für den Schutz der Bäuerinnen und Bauern einzusetzen. Ziel ist es, den Regierungen die Realität und die Forderungen der betroffenen Menschen nahe zu bringen. Sie sollen dazu bewegt werden, ein Regelwerk zu schaffen, das die Lebens- und Arbeitsbedingungen der Bäuerinnen und Bauern weltweit verbessert und ihnen beispielsweise den Zugang zu Land und zu Saatgut sichert. Dies ist ein wichtiger Meilenstein in einem langen Prozess. «Die Deklaration ist noch nicht das Ziel an sich, sondern ein Instrument, das hilft, diese Errungenschaften in unsere nationalen Gesetzgebungen zu übertragen und dann in der Praxis umzusetzen», erklärt Diego Montón.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Bauern und Bäuerinnen aus der ganzen Welt werden über die Prozesse und Errungenschaften am Menschenrechtsrat informiert und können ihre Stimme einbringen.

  • Delegationen aus dem Süden sammeln die Forderungen der Bäuerinnen und Bauern in ihren Ländern und bringen sie bei den Treffen am Menschenrechtsrat der Uno ein.

  • Die Bäuerinnen und Bauern werden von Menschenrechtsexperten unterstützt, geschult und in ihrem Engagement begleitet.

Engagement im Norden

  • Brot für alle arbeitet direkt mit La Via Campesina zusammen und setzt sich dafür ein, dass die Schweiz den Prozess der Uno-Deklaration unterstützt und dazu beiträgt, die Rechte der Bäuerinnen und Bauern zu schützen. Obwohl die Schweizer Regierung zunächst gegen die Deklaration war, konnte sie dazu bewegt werden, ihre Position zu ändern.

Partnerorganisation

La Via Campesina ist eine internationale Bewegung, die etwa 200 Millionen Bäuerinnen und Bauern aus 73 Ländern Asiens, Afrikas, Europas und Lateinamerikas vertritt. Darunter Landlose, Gruppierungen von Bäuerinnen, indigene Bevölkerungsgruppen und Landarbeiterinnen und -arbeiter. Sie setzt sich für eine nachhaltige bäuerliche Landwirtschaft ein, die soziale Gerechtigkeit und Menschenwürde fördert.

www.viacampesina.org

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für La Via Campesina geben sie einer Bäuerin oder einem Bauern aus dem Süden eine Stimme an der Uno in Genf.

PC: 40-984-9, Vermerk: La Via Campesina

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »

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