Recht auf Nahrung

Dorfgemeinschaften wehren sich gegen die Ausbreitung von Ölpalmplantagen

Folgen von zertifizierten Ölpalmplantagenangehen

«Die Firma kam heimlich von hinten und hat ohne unsere Zustimmung rund um unser Dorf Ölpalmplantagen angelegt», erzählt Pak Tontong aus Nanga Pari. Das Dorf liegt wie viele andere auf Kalimantan – wie eine Insel in einem Meer von Ölpalmen.

Was Pak Tontong in Indonesien erlebt, passiert auch den Menschen in Malaysia, Nigeria oder Honduras. In Malaysia haben die indigenen Gemeinschaften der Sarawak schon unzählige Felder und Wälder an Ölpalm-Firmen verloren. 2015 waren 5,2 Millionen Hektaren von Ölpalm- Plantagen bedeckt. Dass die Palmölproduktion zur Abholzung tropischer Wälder und der Vertreibung von Dorfgemeinschaften führt, ist seit langem bekannt. Der «Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO)» verspricht, Abhilfe zu schaffen und zertifiziert Firmen und Plantagen, die «nachhaltiges» Palmöl produzieren. Doch führt das wirklich zu Verbesserungen für die Menschen vor Ort? Nach wie vor wird die Palmölproduktion massiv ausgeweitet, immer mehr auch in afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern. So leiden auch in Nigeria und Honduras die Kleinbauernfamilien unter den grossen Investitionen in die industriellen Plantage-Projekte. Sie schüren Konflikte um Land und zerstören tropische Wälder und die biologische Vielfalt.

Brot für alle will gemeinsam mit den Organisationen aus dem Friends of the Earth Netzwerk untersuchen, ob RSPO-zertifizierte Plantagen Veränderungen vor Ort bewirken und Lösungen bieten. Brot für alle unterstützt die betroffenen Gemeinschaften in Honduras, Nigeria und Malaysia, Verbesserungen auf den Plantagen zu erreichen und die weitere Ausweitung der Produktion auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten zu verhindern. In der Schweiz engagiert sich Brot für alle dafür, dass ein Bewusstsein für die Probleme im Zusammenhang mit Palmöl entsteht.

Projektnummer

835.8058

Land

Nigeria, Honduras, Malaysia

Dauer

2016 bis 2019

Projektsumme

Fr. 35'000.- / Jahr

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Brot für alle unterstützt ihre Partnerorganisationen in Malaysia, Nigeria und Honduras. In einem ersten Schritt werden Informationen zu den Folgen und Problemen im Zusammenhang mit zertifizierten Ölpalmplantagen gesammelt.

Die betroffenen Gemeinschaften werden besucht und interviewt, die Folgen auch fotografisch dokumentiert. Die Ergebnisse werden in einer Studie zusammengefasst und veröffentlicht. Auf Basis dieser Resultate können Massnahmen entwickelt werden, wie man die Interessen der Bauernfamilien und der indigenen Gemeinschaften auf nationaler Ebene in Malaysia, Honduras und Nigeria vertreten kann. Auch auf internationaler Ebene sollen die Resultate der Studie zu einem Umdenken beitragen. Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel ein Pilotprojekt im Benin: Auf drei Hektaren wird hier getestet, wie man ohne Pestizide und Dünger nachhaltiges Palmöl anbauen kann. So kann man zum Beispiel Mucuna-Bohnen kombiniert mit der Ölpalme anpflanzen. Dadurch erhält die Palme wichtige Rohstoffe und der trockene Boden wird dauerhaft befeuchtet. Solche Methode und die gemeinschaftsorientierte Waldbewirtschaftung sind nachhaltiger als jedes der aktuellen Nachhaltigkeits-Zertifikate. Während die lokalen Gemeinschaften darin unterstützt werden, in ihren Ländern und Regionen ihre Rechte zu verteidigen, ist es auch wichtig, in der Schweiz zu reagieren. Deshalb wird Brot für alle gemeinsam mit Pro Natura in der Schweiz handeln und die Politik für die Folgen der Ausweitung der Palmölproduktion für Mensch und Umwelt sensibilisieren, an denen bisher auch die vermeintlich nachhaltig zertifizierte Produktion wenig ändern kann.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Recherche über die Situation auf und rund um RSPO-zertifizierte Palmölplantagen und Vergleich mit nicht zertifizierter Produktion.

  • Entwickeln von Massnahmen, insbesondere Kampagnen und Medienarbeit, um vor Ort Verbesserungen zu erreichen.

Engagement im Norden

  • Sensibilisieren der Schweizer Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft für die Auswirkungen des Palmölbooms für Mensch und Umwelt.

Partnerorganisation

Die Organisationen Environmental Rights Action Nigeria, Madre Tierra Honduras und Sahabat Alam Malaysia sind Teil des Netzwerkes Friends of the Earth. Sie engagieren sich vor Ort für den Schutz der Umwelt und die Rechte indigener Gruppen. Sie sensibilisieren die Öffentlichkeit und Politik für die Folgen des aktuellen Wirtschaftsmodells, das vor allem auf die Interessen der multinationalen Konzerne ausgerichtet ist. Friends of the Earth unterstützt alternative Ansätze, welche die Entwicklung einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft ermöglichen. Weltweit zählt das Netzwerk 2 Millionen Mitglieder.

www.foei.org/membergroups

Ihr Beitrag

Mit einer Spende helfen Sie zum Beispiel den Kleinbauernfamilien in Honduras, sich gegen Ölpalmplantagen zu wehren.

PC: 40-984-9, Vermerk: Friends of the Earth

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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