Kampf gegen Land Grabbing

Dorfgemeinschaften wehren sich gegen die Ausbreitung von Ölpalmplantagen

Folgen von zertifizierten Ölpalmplantagen angehen

«Die Firma kam heimlich von hinten und hat ohne unsere Zustimmung rund um unser Dorf Ölpalmplantagen angelegt», erzählt Pak Tontong aus Nanga Pari. Das Dorf liegt – wie viele andere auf Kalimantan – wie eine Insel in einem Meer von Ölpalmen.

Was Pak Tontong in Indonesien erlebt, geschieht auch den Menschen in Malaysia, Honduras oder in den Ländern West- und Zentralafrikas. In Malaysia haben die indigenen Gemeinschaften der Sarawak schon unzählige Felder und Wälder an Ölpalm-Firmen verloren. Dass die Palmölproduktion zur Abholzung tropischer Wälder und der Vertreibung von Dorfgemeinschaften führt, ist seit langem bekannt. Der «Roundtable on Sustainable Palm Oil (RSPO)» verspricht, Abhilfe zu schaffen und zertifiziert Firmen und Plantagen, die «nachhaltiges» Palmöl produzieren. Doch führt das wirklich zu Verbesserungen für die Menschen vor Ort? Nach wie vor wird die Palmölproduktion massiv ausgeweitet, immer mehr auch in afrikanischen und lateinamerikanischen Ländern. So leiden auch in Nigeria und Honduras die Kleinbauernfamilien unter den grossen Investitionen in die industriellen Plantage-Projekte. Sie schüren Konflikte um Land und zerstören tropische Wälder und die biologische Vielfalt.

Brot für alle macht mit dem internationalen Netzwerk Friends of the Earth auch auf internationaler Ebene darauf aufmerksam, dass eine nachhaltige Landwirtschaft mit solchen Plantagen nicht möglich ist. Brot für alle unterstützt darüber hinaus die betroffenen Gemeinschaften in Honduras, Malaysia und West- und Zentralafrika, um Verbesserungen auf den Plantagen zu erreichen, weitere Ausweitung der Produktion auf Kosten von Umwelt und Menschenrechten zu verhindern und die nationalen Regierungen für die Probleme zu sensibilisieren.

Projektnummer

835.8058

Land

Honduras, Malaysia, West- und Zentralafrika

Dauer

2020 bis 2023

Projektsumme

Fr. 46'000.- / Jahr

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Brot für alle unterstützt ihre Partnerorganisationen in Malaysia, Honduras und das afrikanische Friends of the Earth Netzwerk. Die Informationen, die während der letzten Projektphase zu den Folgen und Problemen im Zusammenhang mit Ölpalmplantagen gesammelt wurden, bilden die Basis für Advocacy und Lobbyarbeit auf nationaler und internationaler Ebene. So hat die malaysische Organisation SAM eine ausführliche Analyse über die Auswirkungen der Ölpalmplantagen auf zwei indigene Gemeinschaften in Sarawak erarbeitet.

SAM wird in der neuen Projektphase ihre intensive Lobbyarbeit gegenüber der Regierung fortsetzen, um die traditionellen Landrechte besser zu schützen. Die Analyse hat deutlich aufgezeigt, dass eine Zertifizierung durch den «Runden Tisch für nachhaltiges Palmöl» RSPO keinerlei Verbesserungen für die Gemeinschaften bringt. In Honduras und den afrikanischen Ländern geht es darum, die Zerstörungen durch die Plantagen publik zu machen. Gleichzeitig werden in Workshops Alternativen zu der Plantagenwirtschaft diskutiert.

Dass es auch anders geht, zeigt zum Beispiel ein Pilotprojekt im Benin: Auf drei Hektaren wird getestet, wie man ohne Pestizide und Dünger nachhaltiges Palmöl anbauen kann. So kann man zum Beispiel Mucuna-Bohnen kombiniert mit der Ölpalme anpflanzen. Dadurch erhält die Palme wichtige Rohstoffe und der trockene Boden wird dauerhaft befeuchtet. Solche Methode und die gemeinschaftsorientierte Waldbewirtschaftung sind nachhaltiger als jedes der aktuellen Nachhaltigkeits-Zertifikate.

Während die lokalen Gemeinschaften darin unterstützt werden, in ihren Ländern und Regionen ihre Rechte zu verteidigen, ist es auch wichtig, in der Schweiz zu reagieren. Deshalb wird Brot für alle gemeinsam mit Pro Natura in der Schweiz handeln und die Politik für die Folgen der Ausweitung der Palmölproduktion für Mensch und Umwelt sensibilisieren.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Lobbyarbeit für den Schutz traditioneller Landrechte indigener Gemeinschaften auf Basis von Analyse und Rechercheberichten.

  • Sensibilisierung für die zerstörerischen Auswirkungen industrieller Plantagenwirtschaft. Förderung agrarökologischer Anbausysteme.

  • Entwickeln von Massnahmen, insbesondere Kampagnen und Medienarbeit, um vor Ort Verbesserungen zu erreichen.

Engagement im Norden

  • Sensibilisieren der Schweizer Öffentlichkeit, Politik und Wirtschaft für die Auswirkungen des Palmölbooms für Mensch und Umwelt.

Partnerorganisation

Die Organisationen Environmental Rights Action Nigeria, Madre Tierra Honduras und Sahabat Alam Malaysia sind Teil des Netzwerkes Friends of the Earth. Sie engagieren sich vor Ort für den Schutz der Umwelt und die Rechte indigener Gruppen. Sie sensibilisieren die Öffentlichkeit und Politik für die Folgen des aktuellen Wirtschaftsmodells, das vor allem auf die Interessen der multinationalen Konzerne ausgerichtet ist. Friends of the Earth unterstützt alternative Ansätze, welche die Entwicklung einer nachhaltigen und gerechten Gesellschaft ermöglichen. Weltweit zählt das Netzwerk 2 Millionen Mitglieder.

www.foei.org/membergroups

Ihr Beitrag

Mit einer Spende helfen Sie zum Beispiel den Kleinbauernfamilien in Honduras, sich gegen Ölpalmplantagen zu wehren.

PC: 40-984-9, Vermerk: Friends of the Earth

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »

 

Vielen Dank für Ihre Unterstützung!

Welchen Betrag möchten Sie spenden?