Ethisch Wirtschaften

Damit der Rohstoffabbau der Bevölkerung zu Gute kommt

DR Kongo: Menschenrechte im Bergbau

Zu Fuss streift Capitaine Léonie durch die Wälder der Region Basse Kando. Sie ist für die Einhaltung der Regeln im Naturschutzgebiet zuständig. Doch das ist keine einfache Aufgabe. Obwohl hier nach kongolesischem Recht jegliche Minentätigkeit verboten ist, hat die Mutanda Mining eine Schürferlaubnis erhalten. Die Tochterfirma des Schweizer Rohstoffkonzerns Glencore baut Kupfer ab. Das hat schlimme Folgen, wie Capitaine Léonie berichtet: Die Wasserspiegel sinken und die schmutzigen Abwasser der Minen zerstören die Äcker der Bauern in den umliegenden Dörfer.

Seit 2011 dokumentiert Brot für alle gemeinsam mit kongolesischen Nichtregierungsorganisationen die Situation und die Arbeitsbedingungen in verschiedenen Minen in der Provinz Katanga/DR Kongo, in die das Schweizer Unternehmen Glencore investiert. «Wir wollen sicherstellen, dass die Ausbeutung der Rohstoffe im Rahmen der Gesetze geschieht und die ganze Bevölkerung davon profitiert», bringt Emmanuel Umpula Nkumba von Afrewatch das Ziel seiner Arbeit auf den Punkt. Die Untersuchungen zeigen, dass die lokalen Gemeinschaften nur wenig vom Bergbau profitieren und ihre Rechte oft nicht respektiert werden. So gefährden enorme Mengen von metallhaltigem Staub, welche vom Bergbau und Explosionen in den Minen ausgelöst werden, die Gesundheit der Dorfbewohner. Die Häuser werden von Rissen durchzogen und die Konsultationsprozesse nicht beachtet. Dadurch profitiert das Unternehmen von steuerlichen Begünstigungen und nimmt Menschenrechtsverletzungen und schwere Umweltschäden in Kauf.

Projektnummer

835.8018

Land

DR Kongo

Dauer

2016 - 2017

Projektsumme 2016

Fr. 45'000.- / Jahr

Verantwortung

Chantal Peyer

Das Projekt

Brot für alle unterstützt mit den kongolesischen Partnerorganisation Afrewatch und Centre d’Aide Juridico-Judiciaire (CAJJ) die lokalen Gemeinschaften rund um die Minen in der DR Kongo.

In einem Informations- und Weiterbildungsprogramm können sich die betroffenen Gemeinschaften untereinander austauschen. Dabei werden Themen wie Bergbaurechte und -vorschriften und die Grundlagen der Menschenrechte behandelt. Gleichzeitig lernen sie Wege kennen, wie sie ihre Anliegen mit den Behörden und den Verantwortlichen der Minen diskutieren können. Auch Dokumentationstechniken werden erlernt, um Umweltverschmutzungen und Menschenrechtsverletzungen publik zu machen. So wird öffentlicher Druck auf die Unternehmen aufgebaut, damit sie ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt wahrnehmen. Seit 2015 hat Afrewatch mit Gemeinschaften in der Region Kolwezi zusammengearbeitet, um lokale Komitees zu gründen. Les membres des comités ont été élus par les populations locales. 2017 wurden die Komiteemitglieder in Ateliers für ihre Aufgaben geschult. Sie haben angefangen regelmässige Monitoringberichte zu schreiben, die als Basis für lokale Publikationen und Dialog mit Behörden und Firmen gebraucht werden. 2018 wird die Dokumentationsarbeit weitergeführt.

Schon jetzt gibt es zahlreiche Opfer von Minentätigkeiten, die ihre Rechte einfordern möchten. Wer sich keinen Anwalt leisten kann, erhält juristische Unterstützung von CAJJ. Seit 2015 hat das Zentrum beispielsweise erfolgreich Bauern verteidigt, welche durch die Umweltverschmutzung der Minen drei Jahresernten verloren haben. Nun haben sie eine Entschädigung erhalten. En mai 2017, un incident dans une usine de Mutanda Mining (filiale de Glencore) a engendré une nouvelle pollution dans la réserve naturelle.Une femme a été blessée et des champs ont à nouveau été pollués. Là encore le CAJJ offre un soutien aux lésés.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Seit 2011 sensibilisiert Brot für alle gemeinsam mit Fastenopfer die Bevölkerung für die Problematik beim Rohstoffabbau. Brot für alle trägt ihre detaillierten Recherchen an die Öffentlichkeit und baut mit der Unterstützung von Privatpersonen und Kirchgemeinden Druck auf Glencore aus. Mit der Konzernverantwortungsinitiative fordert Brot für alle, dass Schweizer Unternehmen die Menschenrechte weltweit berücksichtigen müssen.

    Die Regierung und private Akteure, welche die natürlichen Ressourcen Afrikas ausbeuten, werden in die Verantwortung genommen.

  • Lokale Gemeinschaften lernen Recherchemethoden kennen und können so die Situation und deren Entwicklung zu Menschenrechten, Umwelt oder den Konsultationsverfahren dokumentieren.

  • Bürgerinnen und Bürger werden durch Weiterbildungen geschult. Sie können ihre Anliegen im Umgang mit und dem Zugang zu natürlichen Ressourcen vermehrt und besser einbringen.

  • Die Gemeinschaften können offene und regelmässige Dialoge mit den lokalen Autoritäten und den Unternehmen führen, mit dem Ziel, dass ihre Rechte respektiert werden.

Im Norden

  • Seit 2011 sensibilisiert Brot für alle gemeinsam mit Fastenopfer die Bevölkerung für die Problematik beim Rohstoffabbau. Brot für alle trägt ihre detaillierten Recherchen an die Öffentlichkeit und baut mit der Unterstützung von Privatpersonen und Kirchgemeinden Druck auf Glencore aus. Mit der Konzernverantwortungsinitiative fordert Brot für alle, dass Schweizer Unternehmen die Menschenrechte weltweit berücksichtigen müssen.

Partnerorganisationen

Afrewatch setzt sich für einen sorgsamen und nachhaltigen Umgang mit natürlichen Ressourcen ein. Dafür will Afrewatch konkret die Mitsprache der Bevöl-kerung im Bereich der natür-lichen Ressourcen ver-bessern, indem sie Zugang zu den relevanten Infor-mationen haben. Zudem sollen die verantwortlichen Akteure, welche in Afrika im Bereich der Rohstoffe tätig sind, in die Verantwortung genommen werden. Die Organisation wurde 2014 in Lubumbashi gegründet und engagiert sich in der DR Kongo.

www.afrewatch.org

Das centre d’aide juridico-judiciaire CAJJ ist ein Zusammenschluss von Anwälten, welche sich das Ziel gesetzt haben, verletz-liche Personen, Familien oder Gemeinschaften zu unterstützen, deren Rechte missachtet wurden. Das CAJJ nutzt das juristische System, um die notwen-digen Prozesse in Gang zu setzen, damit die Unterneh-men, die durch sie verur-sachten Schäden wieder gut machen. Das CAJJ beschäf-tigt zurzeit drei Anwälte.

cajj.e-monsite.com

Ihr Beitrag

Mit ihrer Spende werden Menschen im der Region Katanga im Kampf um ihre Rechte unterstützt.

PC: 40-984-9, Vermerk: Menschenrechte im Bergbau

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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