Ethisch Wirtschaften

Einsatz für die Rechte der Arbeiterinnen in China

Chinese Working Women Network

«Überstunden heute Abend: Die Schrift auf dem Anschlagbrett ändert sich nie. Wie fliessendes Wasser tröpfeln die Tage pausenlos dahin.» Dies ist die erste Strophe eines Gedichtes, welches auf einer Internetplattform von CWWN, dem Chinese Working Women Network, kursiert. Die Partnerorganisation von Brot für alle bietet Fabrikarbeiterinnen die Möglichkeit, sich online mit anderen Arbeitenden auszutauschen. Dies tut auch der Autor des Gedichts: «Der Arbeiter ist immer in seiner eigenen kleinen Welt und spricht nicht mit dem Rest.» Auf den Plattformen von CWWN findet man die zahlreichen Geschichten der Arbeiterinnen. Sie handeln von Müttern, die ihre Kinder nicht aufwachsen sehen können, von Frauen, die mit 42 Jahren aussehen wie weit über 60. Oder von Söhnen, die erst am Fliessband verstehen, was ihre Eltern durchmachten, während sie als Kinder daheim auf sie warteten. Die Menschen, welche in den Fabriken Südchinas für einen Hungerlohn Überstunden leisten, reden sich so grosse Lasten von der Seele. Und in der Gemeinschaft finden sie nicht nur Trost, sondern auch Kraft und Wissen.

Projektnummer

835.8014

Land

China

Dauer

2017 bis 2018

Projektsumme

Fr. 30'000.- / Jahr

Verantwortung

Karin Mader

Das Projekt

Brot für alle engagiert sich gemeinsam mit CWWN für die Rechte der Arbeiterinnen. Das Netzwerk vermittelt zwischen Hochschulaktivisten, Arbeitenden, Hilfswerken, Konsumenten und der Politik. So schafft sie ein Verständnis zwischen den verschiedenen Gruppen, um die Arbeitssituation der Fabrikarbeiterinnen zu verbessern.

In den letzten Jahren hat CWWN Schulungszentren aufgebaut, um die Arbeiterinnen und Arbeiter zu vernetzen und sie über ihre Rechte zu informieren. Doch die Mitarbeitenden von CWWN stehen aktuell vor grossen Herausforderungen. Die chinesische Regierung setzt NGOs immer stärker unter Druck. Schulungszentren werden geschlossen, Internetseiten gesperrt. Gleichzeitig arbeitet eine neue Generation von Wanderarbeiterinnen in den
Fabriken. Sie sind besser ausgebildet, nutzen vermehrt elektronische

Medien und wandern als Teil der städtischen Bevölkerung je nach Arbeit von
einer Fabrik zur nächsten. Dabei haben sie nicht die gleichen sozialen
Rechte wie die ansässige Bevölkerung und sind als alleinstehende Frauen
und Fabrikarbeiterinnen gleich mehrfach kultureller, sozialer und sexueller
Ausbeutung ausgesetzt.
Um die Arbeiterinnen weiterhin zu erreichen, baute CWWN Online-
Plattformen auf. Hier informieren sich tausende von Frauen (und auch
Männern) und tauschen sich aus. Begleitet werden sie dabei von
qualifizierten Reporterinnen und engagierten Arbeiterinnen, die dazu durch
CWWN spezielle ausgebildet wurden. So organisieren und vernetzen sich
die Fabrikarbeiter zunehmend selbstständig und treffen sich in kleinen
Gruppen, um Erfahrungen und Erlebnisse mit Gleichgesinnten zu
besprechen. Die besondere Förderung des Selbstbewusstseins und
Handlungsspielraums von Fabrikarbeiterinnen bildet nach wie vor den
Schwerpunkt von CWWN. In diesem Rahmen erhalten die Arbeiterinnen
wichtige Informationen und Ratschläge zu ihren Arbeitsrechten und -möglichkeiten, aber auch für den Alltag. Besondere Schwerpunkte bilden die Themen Gesundheit, sexuelle Gewalt,Kindererziehung und die besonders benachteiligte Situation von Wanderarbeiterinnen.

Unsere Ziele

Im Süden

  • CWWN erarbeitet Materialien für die Schulung von Angestellten zu Themen wie Arbeitsrechte oder Selbsthilfegruppen.

  • CWWN führt Trainings in den städtischen Kurszentren im Perlflussdelta durch und arbeitet mit lokalen Berufsschulen zusammen.

  • Ab 2017 baut CWWN eine virtuelle Plattform über soziale Medien auf, um vermehrt mobile Wanderarbeiterinnen für ihre Rechte zu sensibilisieren und mit entsprechenden Informationen zu versorgen.

Im Norden

  • Konsumentinnen und Konsumenten werden für die Arbeitsbedingungen in der chinesischen Textil- und Elektronikindustrie sensibilisiert und lernen ihre individuellen Handlungsmöglichkeiten kennen.

  • Brot für alle unterstützt CWWN in der aktuell schwierigen politischen Situation, bei der die Arbeit von chinesischen NGOs unter Druck steht.

CWWN (Chinese Working Women Network) wurde 1996 als Non-Profit-Organisation in Shenzhen gegründet mit dem Ziel, die Lebensbedingungen der Chinesischen Wanderarbeiterinnen zu verbessern sowie ihr feministisches Bewusstsein zu fördern und ihr Selbstbewusstsein zu stärken. CWWN wurde von einer Gruppe engagierter Professorinnen rund um die Technische Universität in Hongkong gegründet. CWWN hat grosse und langjährige Erfahrung im Aufbau von alternativen Projekten in China, gestützt auf solider Recherchearbeit und mittels Entwicklungstrainings.

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für das Chinese Working Women Network unterstützen Sie zum Beispiel den Aufbau der virtuellen Informationsplattform für Wanderarbeiterinnen..

PC: 40-984-9, Vermerk: CWWN

 

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


Hier das Projektblatt als PDF herunterladen »

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