Recht auf Nahrung

Bauernorganisationen verteidigen ihren Zugang zu Land und Saatgut

Convergence

Julienne Gounou läuft mit anderen Frauen und Männern staubige Strassen entlang, durch Dörfer, vorbei an weiten Feldern. Sie nimmt an der Karawane für Land und Wasser teil, die 3’500 Kilometer durch Westafrika führt. Als Mitglied von Synergie Paysanne, einer Partnerorganisation von Brot für alle, demonstriert sie so gemeinsam mit etwa 2’000 Personen für ihren Zugang zu Land und Wasser und dass sie als Bauern ihr eigenes Saatgut verwenden können.

«Das ist meine Lebensversicherung», sagt Gounou und fügt hinzu: «Dank der Karawane weiss ich nun, dass es in anderen Ländern die gleichen Probleme gibt und dass wir gemeinsam für eine Lösung kämpfen müssen». Auf dem Weg trifft sie unterschiedliche Personen von anderen Organisationen an. Bei jedem Zwischenhalt erfährt sie von deren Erfahrungen, die sie in ihrem Notizbuch aufschreibt. So erzählen zum Beispiel malische Frauen, wie sie organischen Dünger produzieren oder das eigene Saatgut weiterentwickeln. Gounou zeigt einen Flyer, den sie von Frauen in Ouagadougou in Burkina Faso erhalten hat. «Ich habe viel gelernt. Was mir aber am meisten gefallen hat, war der Austausch mit den anderen Frauen. Diese neu geknüpften Kontakte werde ich auch in Zukunft pflegen», freut sich Gounou.

Westafrika ist eine der Regionen, die am stärksten von Land Grabbing betroffen sind. Nach der Nahrungsmittelkrise 2008 als die Preise für die Grundnahrungsmittel rapide anstiegen, ist der Zugang zu Land zu einem grossen Problem geworden. Viele Bäuerinnen und Bauern wurden mit Gewalt von ihrem Land vertrieben. Mit dem Zugang zu Land ist meistens auch der Zugang zu Wasser gefährdet. So werden die Bäuerinnen und Bauern immer mehr durch die industrielle Landwirtschaft vertrieben und damit ihrer Existenzgrundlage beraubt. Deshalb ist es wichtig, dass sich die Bäuerinnen und Bauern vernetzen und gemeinsam Strategien entwickeln, wie sie sich wehren können. Da das Problem, die gesamte Region betrifft, ist es umso wichtiger, dass sich die Menschen über die Ländergrenzen hinweg organisieren. Darum unterstützt Brot für alle Aktionen wie die Karawane durch Westafrika.

Projektnummer

835.8048

Land

Westafrika

Dauer

2016 bis 2019

Projektsumme

Fr. 30 000.- / Jahr

Verantwortung

Maryline Bisilliat

Das Projekt

In Westafrika unterstützt Brot für alle verschiedene Partner, die sich für die Rechte von betroffenen Gemeinschaften einsetzen. Vor allem indem sie sich für ein Landrecht einsetzen, das die Landbevölkerung vor benachteiligenden Landverkäufen schützt, und indem sie sich auf nationaler und regionaler Ebene gegen Landraub einsetzen.

Deshalb unterstützt Brot für alle die jährlichen Treffen dieser Netzwerke, unterstützen Sensibilisierungsaktivitäten und den Erfahrungsaustausch, wie zum Beispiel die Karawane für Land und Wasser, an der Gounou teilgenommen hat, oder die Veröffentlichung von Dokumenten, in denen die Forderungen und Vorschläge dieser Netzwerke vorgestellt werden. Bei der Karawane wurden nicht nur Erfahrungen ausgetauscht, sondern auch politische Massnahmen auf lokaler, nationaler und regionaler Ebene entwickelt und gefordert. Im November 2018 wird erneut eine Karawane stattfinden.

Projektziele

Aktivitäten im Süden

  • Workshop für die Betroffenen, in denen sie gemeinsam Massnahmen gegen Land Grabbing entwickeln.

  • Sensibilisieren der Bevölkerung in Westafrika zu den Folgen von Land Grabbing und dem fehlenden Zugang zu Wasser und Saatgut.

  • Organisieren und mobilisieren von sozialen Bewegungen, damit die Bäuerinnen und Bauern eine starke Stimme bekommen, um die Rechte der Gemeinschaften einzufordern.

  • Auffordern von nationalen und internationalen Institutionen in der Region, damit sie die Menschenrechte schützen.

Engagement im Norden

  • Grosse Fälle von Land Grabbing, in die Schweizer Firmen involviert sind, wie beispielsweise in Sierra Leone, werden in der Schweiz publik gemacht.

  • Engagement für die Uno-Deklaration für die Rechte der Bäuerinnen und Bauern.

Die «Convergence Globale des Luttes pour la Terre et l’Eau» ist ein Netzwerk in dem über 300 Organisa-tionen zusammenkommen. Darunter sind zum Beispiel Bauern-, Fischer- oder Menschenrechtsorganisa-tionen oder Organisationen, die sich für die Opfer von Land Grabbing einsetzen, vereint. Die Organisationen stammen aus 15 Ländern.

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für die Convergence ermöglichen Sie zum Beispiel, dass sich die Bäuerinnen und Bauern über ihre Rechte informieren können.
 
PC: 40-984-9, Vermerk: Convergence

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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