Recht auf Nahrung

Auf dem Weg zur Selbstbestimmung der indigenen Bevölkerung

 

Guatemala – Ökumenische Partnerschaft

«Früher haben wir Lastwagen voller Gemüse diesen Berg hinunter gefahren und auf dem Markt verkauft. Heute fahren die Lastwagen den Berg hinauf und bringen das Gemüse und den Mais zu uns. Wir können nicht mehr genug auf unseren eigenen Feldern anbauen, um unsere Familien zu ernähren» berichtet Don Modesto.

Der Bauer lebt in der Region Jalapa und gehört dem Volk der Xincas an. Durch den Klimawandel ist es für ihn und zahlreiche weitere Bäuerinnen und Bauern noch schwieriger geworden, mit der Arbeit auf seinem Feld durchzukommen. Bergbauprojekte und Monokulturen von Ölpalmen, Zuckerrohr oder Gemüse gefährden zudem die Umwelt und verschlechtern die Lebensbedingungen der ländlichen Gemein-schaften. Auch lange Trockenheitsphasen und wiederkehrende Naturkatastrophen wie Wirbelstürme und Vulkanausbrüche erschweren den Anbau von Gemüse, Mais oder Kaffee.

Die Hälfte der guatemaltekischen Bevölkerung ist von Armut betroffen, die meisten davon sind Mayas. Grund dafür sind die verschiedenen Formen von Diskriminierung der indigenen Bevölkerung. So werden ihre Rechte, ihr Wissen und ihre Kultur missachtet. Auch der Zugang zu ihrem eigenen Land ist bedroht. Sie müssen um ihre Landtitel kämpfen. Ausländische Bergbauunternehmen erhalten Lizenzen für den Abbau von Rohstoffen auf dem Land der indigenen Völker. Das hat nicht nur den Verlust des Landes, sondern auch die Vergiftung von Wasser und Böden zur Folge. Verschärft wird die Problematik durch schwache staatliche Institutionen – eine hohe Kriminalität geht mit einer fast totalen Straflosigkeit einher.

Gemeinsam mit Fastenopfer unterstützt Brot für alle die Menschen, ihre Ernährung zu sichern und ihre kulturelle Identität selbstbewusst zu leben.

Projektnummer

835.8070

Land

Guatemala

Dauer

2014 - 2022

Projektsumme

Fr. 100'000.- / Jahr

Verantwortung

Tina Goethe

Das Projekt

Ein Schwerpunkt der Arbeit von Brot für alle und Fastenopfer ist das Recht auf Nahrung der guatemaltekischen Bevölkerung. Gemeinsam mit den Partnerorganisationen vor Ort unterstützen sie die Menschen in der Anwendung ökologischer Anbaumethoden und im Anlegen von Hausgärten für eine gesunde und vielfältige Ernährung. Durch Obstbäume, Aufforstung mit einheimischen Sorten und eine verbesserte Waldwirtschaft erzielen die Familien zusätzlich kleine Einkommen. In Workshops werden lokale Lösungen gesucht, um sich an den Klimawandel anzupassen.

Doch diese nachhaltige Landwirtschaft wird bedroht. 2014 wurde nach massiven Protesten der Bäuerinnen und Bauern sowie der indigenen Bevölkerung ein Gesetz gestoppt, das die Regierung im Schnellverfahren verabschieden wollte. Das als «Monsanto-Gesetz» bekannt gewordene Gesetz hätte es Bäuerinnen und Bauern verboten, ihre eigenen Saatgutsorten anzubauen, zu tauschen und zu verkaufen. Gemeinsam mit den Partnern vor Ort, werden die Bäuerinnen und Bauern darin unterstützt, sich gegen solche ungerechte Gesetze zu wehren. Zurzeit wird von einer Partnerorganisation ein alternativer Gesetzesvorschlag erarbeitet, der die Bedürfnisse der Bäuerinnen und Bauern berücksichtigt.

Die indigene Bevölkerung muss sich gegen vielfältige Formen der Diskriminierung wehren. So auch bezüglich ihres Glaubens, der immer wieder unterdrückt wurde. Hier setzen sich Fastenopfer, Brot für alle und die Partnerorganisationen ein, indem sie Führungspersonen aus den Gemein-den zu Menschenrechten und Konzepten der Gerechtigkeit ausbilden.

Unsere Ziele

Im Süden

  • Umweltfreundliche landwirtschaftliche Methoden sowie der Zugang zu lokalen Märkten werden gefördert.

  • Kleinbauernfamilien werden durch Laienjuristen dabei unterstützt, ihren Landbesitz zu legalisieren.

  • Unterstützung der indigenen Gruppen im Kampf um ihre Rechte.

  • Stärkung der politischen Repräsentation von Indigenen.

  • Erarbeiten eines Gesetzes für den Schutz der Rechte der Bäuerinnen und Bauern in Guatemala.

Im Norden

  • Sensibilisierung der Schweizer Öffentlichkeit für die Situation in Guatemala.

  • Unterstützung der Arbeit gegen die Straflosigkeit und Schutz von Menschenrechtsverteidiger/innen in Guatemala.

Partnerorganisation

Seit über 40 Jahren arbeiten Brot für alle und Fastenopfer zusammen. Mit der Ökumenischen Kampagne zwischen Aschermittwoch und Ostern sensibilisieren sie die Schweizer Bevölkerung für entwicklungspolitische Themen. Seit vielen Jahren besteht zwischen Brot für alle und Fastenopfer eine enge Kooperation in der Entwicklungspolitik sowie bei Vertretungen in Institutionen wie Max Havelaar Schweiz. Seit 2007 arbeiten Brot für alle und Fastenopfer in einigen Ländern des Südens zusammen. Die Zusammenarbeit war jedoch auf einzelne entwicklungspolitische Themen und Aktivitäten begrenzt.
Im Herbst 2014 starteten die beiden Organisationen ein neues Kooperationsmodell in Guatemala. Zum ersten Mal wird ein Programm gemeinsam begleitet, besprochen und finanziert. So kann das gemeinsame Wissen genutzt und die gute Zusammenarbeit weiter vertieft werden.

www.sehen-und-handeln.ch

 

Ihr Beitrag

Mit einer Spende für Guatemala unterstützen Sie die Menschen zum Beispiel darin, ihren Zugang zu Land zu sichern.

PC: 40-984-9, Vermerk: Ökumenische Partnerschaft Guatemala

Projektauskunft

Maria Dörnenburg

Bürenstrasse 12
3007 Bern

Tel +41(0) 31 380 65 62
Fax +41(0) 31 380 65 64

doernenburg@bfa-ppp.ch


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