Medienmitteilung

Ökumenische Kampagne 2013: Stopp dem Raubzug auf Land

13.02.2013

Ausländische Investoren entziehen in Entwicklungsländern der lokalen Bevölkerung immer mehr fruchtbaren Boden. Landraub führt zu Vertreibungen und Hunger. Dagegen wendet sich die ökumenische Kampagne von Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein. Sie dauert von heute Aschermittwoch bis Ostern, 31. März.

Der Zugang zu Land ist entscheidend, ob die Menschen genügend Essen haben. Das Land steht darum im Zentrum der ökumenischen Kampagne „Ohne Land kein Brot“. Dabei nehmen die drei Werke die Landnahme und deren Auswirkungen unter die Lupe. Dabei handelt es sich eigentlich um Landraub, wenn auch oft vertraglich geregelt und gegen Zahlungen. Entscheidend ist, dass die lokale Bevölkerung buchstäblich den Boden unter den Füssen verliert: Land Grabbing führt zu Vertreibung und zum Verlust der Lebensgrundlage.

Vor allem für fremde Bedürfnisse

Seit Jahren raffen staatliche oder private Unternehmen fruchtbares Ackerland in den ärmeren Regionen der Welt zusammen. Weltweit sind bislang über 200 Millionen Hektaren Land von Landraub bedroht, Werden alle Projekte umgesetzt, geht eine Fläche 50 mal grösser als die Schweiz für die Ernährung von Menschen verloren.

Auf dem geraubten Boden wird meist Mais, Soja und Zuckerrohr für die industrielle Produktion von Fleisch und für Agrotreibstoffe gepflanzt. Das deckt fremde Bedürfnisse, die lokale Bevölkerung aber verliert ihre Lebensgrundlage. Nur wenige finden Arbeit auf den Plantagen. „Und sogar wenn für die Landnutzung Pacht oder ein Kaufpreis bezahlt wird, fliesst dieses Geld häufig in die Taschen korrupter Politiker oder mächtiger Grossgrundbesitzer“, sagt Beat Dietschy, Zentralsekretär von Brot für alle.

Die ökumenische Kampagne 2013 nimmt auch die Zusammenhänge zwischen Landraub und den Ernährungs- und Lebensgewohnheiten in der Schweiz unter die Lupe. Die neugestaltete Agenda und die Website bringen Anregungen und Ideen, um anders zu handeln.

Angesichts der innerkirchlichen Auseinandersetzungen ist die ökumenische Kampagne für Antonio Hautle, Direktor des Fastenopfers ein Hoffnungszeichen: „Die Kampagne ist Beispiel für eine lebendige Kirche und soziales Engagement aus christlicher Motivation.“ Das konkretisiert sich in zwei landesweiten Aktionen: Bei der Brotaktion verkaufen während der ganzen Kampagnenzeit Hunderte von Bäckereien ein besonderes „Brot zum Teilen“ mit einem Solidaritätsbeitrag. Und beim Rosenverkauf am Samstag 9. März bieten Freiwillige 160‘000 Rosen mit dem Max Havelaar-Label an. Mit Suppentagen und weiteren Veranstaltungen tragen Pfarreien und Kirchgemeinden in den kommenden Wochen dazu bei, die Öffentlichkeit in der Schweiz auf den Landraub aufmerksam zu machen. Und sie zeigen auf, wie Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein sich mit ihren Projekten dagegen zur Wehr setzen.