Medienmitteilung

Konzerne nehmen Menschenrechte nicht ernst

05.04.2016

Menschenrechte für Konzerne keine Priorität

Im Namen von Schweizer Unternehmen werden im Ausland immer wieder Menschenrechtsverletzungen begangen – sei dies direkt durch die Konzerne selbst oder indirekt durch Zulieferer. Wie die grossen Schweizer Unternehmen zu dieser Tatsache stehen und inwiefern sie sich um eine Verbesserung der Situation bemühen, zeigt eine neue Studie von Brot für alle und Fastenopfer. Die Ergebnisse sind ernüchternd.

Vor 5 Jahren hat der Uno-Menschenrechtsrat die „Leitprinzipien zu Wirtschaft und Menschenrechten“ einstimmig gutgeheissen. Auch die Schweiz hat damals und in der Zwischenzeit immer wieder die Wichtigkeit dieser Leitprinzipien unterstrichen.
Die vorliegende Studie schaut genauer hin und fragt: Inwieweit wurden die geforderten Mindeststandards zum Schutz der Menschenrechte tatsächlich umgesetzt? Dafür wurden die 200 grössten Schweizer Unternehmen unter die Lupe genommen.

Es zeigt sich klar: Die meisten grossen Konzerne nehmen ihre Verantwortung in Bezug auf Menschenrechte nicht ernst. Fast zwei Drittel der 200 grössten Unternehmen haben nicht einmal grobe Leitlinien bezüglich der Einhaltung von Menschenrechten.
Trotz vereinzelter guter Ansätze wird offensichtlich, dass die fehlende Pflicht für Unternehmen, ihrer Verantwortung bezüglich der Einhaltung von Menschenrechten nachzukommen, zu Nachlässigkeit in diesem Bereich führt. Nur verbindliche Vorgaben für die betreffenden Konzerne können hier Abhilfe schaffen. Brot für alle und Fastenopfer setzen sich für die Konzernverantwortungsinitiative ein, welche genau solche einheitliche Spielregeln fordert.