Ökumenische Kampagne

Mehr Gleichberechtigung heisst weniger Hunger

23.02.2012

70 Prozent der weltweit Hungernden sind Frauen. In der Ökumenischen Kampagne «Mehr Gleichberechtigung heisst weniger Hunger» weisen Brot für alle, Fastenopfer und Partner sein auf die gravierenden Folgen der alltäglichen Ungerechtigkeit zwischen Mann und Frau hin und zeigen Lösungen auf. Mit einer Lichtkunstbeleuchtung und Videoclips veranschaulichen sie, wie wichtig Gerechtigkeit für eine nachhaltige Entwicklung ist.

Vielerorts können Frauen keinen Boden besitzen. Sie haben erschwerten Zugang Wasser, Saatgut und Bildung. In Burkina Faso zum Beispiel erhalten Frauen vom Dorfrat ödes, unwirtliches Land zugeteilt, wie Haoua Ouédraogo, eine Gemeindeanimatorin und Mutter aus Tikaré erzählt. «Haben wir das Land bearbeitet, für Erosionsschutz gesorgt, gedüngt und aufgeforstet, wird den Frauen die Parzelle wieder entzogen und einem männlichen Mitglied des Clans zugeteilt.»

Hätten Frauen und Männer gleichen Zugang zu Produktionsmitteln, würden weltweit rund 150 Millionen Menschen weniger hungern. Antonio Hautle, Direktor des Fastenopfers, ist überzeugt: «Der Einsatz für die Rechte der Frauen ist auch ein Einsatz für das Recht auf Nahrung. Diese Kampagne zeigt eindrücklich, dass es weiterhin unseren unermüdlichen Einsatz braucht.»

Sechs Frauen für „A Voice in Rio“

Gegen diese Ungerechtigkeiten wehren sich immer mehr Frauen. Fastenopfer, Brot für alle und Partner sein unterstützen sie dabei mit ihren Projekten. Beat Dietschy, Zentralsekretär von Brot für alle, erklärt: «Mit Spar- und Kreditgruppen oder Zugang zu Bildung ermächtigen wir die Frauen, ihr Schicksal selbst in die Hand zu nehmen.» Sechs Frauen und ihre beispielhaften Projekte aus Benin, Brasilien, Kamerun, Kolumbien, den Philippinen und Senegal werden in der Ökumenischen Kampagne 2012 vorgestellt. Das Publikum bestimmt, welches im Rahmen der Uno-Nachhaltigkeitskonferenz Rio+20 vom 20. bis 22. Juni in Rio de Janeiro präsentiert wird. Erstmals nutzt die Ökumenische Kampagne bei dieser Abstimmung auch Facebook.

Millionenstadt kommt in die Schweizer Alpen

Ein erster Höhepunkt der Kampagne erfolgte am Donnerstag in Sertig Dörfli bei Davos: Mit einer Projektion der Christusstatue in Originalgrösse holte Lichtkünstler Gerry Hofstetter die Millionenstadt Rio in die verschneiten Schweizer Alpen. Das Bild verdeutlicht, wie eng in einer globalisierten Welt alles miteinander verbunden ist – wie die Rechte der Frauen und der Hunger.
Zu den wiederkehrenden Elementen der Ökumenischen Kampagne gehören die Brot- und die Rosenaktion. Rund 500 Bäckereien in der ganzen Schweiz bieten das „Brot zum Teilen“ zu Gunsten der Projekte der Werke an. Und am 17. März verkaufen Freiwillige von Pfarreien und Kirchgemeinden 160‘000 von der Migros zur Verfügung gestellte Max-Havelaar-Rosen für das Recht auf Nahrung. Sie alle sind eindrückliche Zeichen des Engagements gegen Ungerechtigkeit.