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Jahresbericht 2014: Kampagnen stärkten Einsatz für faire Arbeitsbedingungen

18.05.2015

Bern, 18. Mai 2015 – Brot für alle stellte sich 2014 ausgeprägt in den Dienst der Benachteiligten in den Fabriken im Süden. Ob Handy und Computer oder Kleider, produziert wird unter misslichen Arbeitsbedingungen und ungenügenden Löhnen. Das zeigten die beiden erfolgreichen Kampagnen von Brot für alle.

Brot für alle hat sich 2014 verstärkt auf zwei Arbeitsschwerpunkte ausgerichtet: Das Recht auf Nahrung soll für alle gelten – und Unternehmen und Konzerne müssen ethisch wirtschaften. Das trug Früchte. Zwei grosse Kampagnen brachten die Anliegen erfolgreich in die Öffentlichkeit und die Politik. «Die beiden Hauptarbeitsfelder von Brot für alle hängen stark zusammen», betont Zentralsekretär Beat Dietschy. «Damit alle Menschen Zugang zu Nahrung haben, braucht es eine Wirtschaft, bei der das Wohlergehen der Menschen mindestens so stark gewichtet wird wie der eigene Profit.» Auch im Alltag brauche es Änderungen, unterstreicht Jeanne Pestalozzi, Präsidentin des Stiftungsrates Brot für alle: «Wir zeigen den Konsumentinnen und Konsumenten sowie den Bürgerinnen und Bürgern, was sie ändern können, um nachhaltiger zu leben». Die Entwicklungsorganisation der Reformierten Kirchen der Schweiz setze sich jedoch auch auf politischer Ebene dafür ein, damit Firmen mit Sitz in der Schweiz stärker zu einem menschenrechtskonformen Handeln verpflichtet werden. 

Unwürdige Arbeitsbedingungen verbessern

In der Ökumenischen Kampagne 2014 wurde thematisiert, wie die Kleiderproduktion Mensch und Umwelt vergiftet. Gegenmassnahmen sind möglich. So haben 18 000 Personen eine Petition unterschrieben, damit die SBB für Ihre Mitarbeitenden fair produzierte Arbeitsbekleidung beschafft. Das im Spätsommer vorgestellte erste Ethik-Rating für Handy oder Computer ermöglicht, beim Kauf Hersteller zu wählen, denen Arbeitsbedingungen und Umweltschutz wichtig sind. Damit ethisch wirtschaften zur Norm wird, setzt sich Brot für alle für entsprechende Gesetze und Vorschriften ein.

Im Bereich Recht auf Nahrung wurden 2014 bessere Regelungen rund um Saatgut erreicht. In der EU richtete sich der Widerstand gegen Gesetze, die den Agrarkonzernen exklusive Rechte über die Verwendung und Verbreitung von Saatgut zugestehen. Das bringt viele Kleinbauernfamilien in grosse Bedrängnis. In Benin erreichte die Partnerorganisation Synergie Paysanne im Bodenrecht Verbesserungen zu Gunsten der Kleinbauern.

Partnerorganisationen und rund 350 Projekte unterstützt

Die Kampagnen halfen auch, die nötigen Mittel beizubringen. 2014 erreichte der Gesamtertrag von Brot für alle 18,7 Millionen Franken. Das ist nach über 9 Prozent Zuwachs im Vorjahr ein leichter Rückgang um rund 3,5 Prozent. Auch 2014 blieb bei Brot für alle der Aufwand für Administration und Mittelbeschaffung mit 15 Prozent des Gesamtertrags sehr tief und unter dem Durchschnitt der Zewo-zertifizierten Organisationen. Sechs von sieben Spendenfranken helfen direkt den Partnerorganisationen mit ihren rund 350 Projekten.

Auskunft: Beat Dietschy, Zentralsekretär Brot für alle, +41 079 489 38 24,