Konzernverantwortungsinitiative

Glencore-Bericht verschweigt «Menschenrechtsvorfälle»

02.06.2020

Null. Zero. So viele „schwere Menschenrechtsvorfälle“ gab es gemäss dem weltweit grössten Rohstoffkonzern Glencore im Jahr 2019 bei seinen weltweiten Tätigkeiten in über 35 Ländern. So steht es zumindest im alljährlichen Nachhaltigkeitsbericht, den der multinationale Konzern zu Händen von Investoren und Aktionären kürzlich publiziert hat.

Null. Obwohl es im Juni 2019 auf der Konzession der Glencore-Tochterfirma KCC im Kongo zu einem Unfall mit mindestens 30 Toten und zahlreichen Verletzten kam. Null. Obwohl im Februar 2019 ein Tanklastwagen, der hochgiftige Säure zu einer Glencore Tochter im Kongo transportierte, einen Unfall hatte und dabei durch die auslaufende Säure acht Personen verätzt und 21 Personen getötet wurden.

Null. Diese Zahl kommt zustande, weil Glencore in ihrem Hochglanzprospekt nach eigenen Kriterien definiert, was als „schwerer Menschenrechtsvorfall“ gewertet wird.

Der Glencore-Bericht verschweigt zudem laufende Verfahren im Bereich der Korruption und Kinderarbeit und unterlässt es, konkrete Massnahmen aufzulisten, was der Konzern unternimmt, um seine Risiken im Bereich Menschenrechte und Umwelt zu minimieren.

Diese Art der Berichterstattung durch internationale Konzerne ist intransparent, täuscht Investoren wie auch Aktionäre und genügt nicht internationalen Standards.

Brot für alle fordert daher gemeinsam mit 11 weiteren Organisationen, dass Glencore seine Berichterstattung internationalen Standards anpasst und öffentlich berichtet, wie das Unternehmen seine negativen Auswirkungen auf Mensch und Umwelt minimieren wird.

Das Beispiel zeigt, dass eine freiwillige Regelung der Sorgfaltspflicht von Unternehmen im Bereich Menschenrechte und Unternehmen nicht ausreicht. Es braucht zwingende Regeln. Das fordern Brot für alle und zahlreiche andere Organisationen mit der Konzernverantwortungsinitiative.

Brot für alle unterstützt gemeinsam mit seinen Partnerorganisationen im Kongo die betroffenen Menschen und Gemeinden, für ihre Rechte einzustehen.