Gemeinden in Afrika wehren sich gegen den Landraub für Palmöl

21.09.2019

Gemeinden in Afrika wehren sich gegen den Landraub für Palmöl

Ein neuer Bericht über den Zustand industrieller Ölpalmenplantagen in Afrika zeigt, wie sich die Gemeinden bei einem massiven Landraub in der Region erfolgreich wehren.

Afrika wird von Agrarunternehmen als neue Grenze für den Ausbau industrieller Ölpalmenplantagen anvisiert. Zwischen 2000-2015 unterzeichneten Unternehmen mit afrikanischen Regierungen Konzessionsverträge für Ölpalmenplantagen mit einer Fläche von über 4,7 Millionen Hektar. Die meisten dieser Vereinbarungen wurden ohne Wissen der betroffenen Gemeinden unterzeichnet.

Aber diese Unternehmen haben jetzt Schwierigkeiten, ihre Projekte voranzutreiben. Dem Bericht zufolge ist die Zahl und Gesamtfläche der Landdeals für industrielle Ölpalmenplantagen in Afrika in den letzten fünf Jahren deutlich zurückgegangen, von 4,7 Millionen Hektar auf etwas über 2,7 Millionen Hektar. Und nur ein kleiner Teil dieser Fläche – 220.608 Hektar – wurde im letzten Jahrzehnt in Ölpalmenplantagen umgewandelt oder mit neuen Palmen bepflanzt.

Der Bericht stellt fest, dass die Bemühungen der Gemeinschaft, ihr Land zu verteidigen, dazu beigetragen haben, die Expansion der industriellen Ölpalmenplantagen in der Region zu verlangsamen.

Der Bericht hebt auch hervor, wie sich kleinbäuerliche Systeme der Ölpalmenzucht in ganz Afrika entwickeln, während das Modell des Großunternehmens scheitert.

Die vielfältige Kleinproduktion muss die Grundlage für die Zukunft der Palmölproduktion auf dem Kontinent sein. Gemeinschaften brauchen keine Unternehmen, die ihr Land verwalten und Palmöl produzieren. Unternehmen leiten die Gewinne nur an weit entfernte Orte ab, und ihr Produktionsmodell hinterlässt nichts als Elend und Umweltverschmutzung für die lokale Bevölkerung.

Die Verfasser des Berichts, die größtenteils direkt mit den von Ölpalmenplantagen betroffenen Gemeinden zusammenarbeiten, fordern ein sofortiges Verbot aller zukünftigen, großen Ölpalmenplantagenprojekte und eine Einstellung der derzeit durchgeführten Projekte. Wo es bereits großflächige Plantagen gibt, fordern sie, dass die Flächen wieder an die Kontrolle der lokalen Gemeinschaften zurückgegeben werden, die dann eine Vision entwickeln können, wie sie diese Flächen jetzt und in Zukunft nutzen und organisieren wollen. Sie sagen auch, dass die Konzessionsverträge, die die Regierungen mit Unternehmen unterzeichnet haben, von denen die meisten gegen das Gesetz und die Rechte der lokalen Gemeinschaften verstoßen, abgeschafft werden müssen.

Es ist an der Zeit, Ölpalmen wieder in die Hände der Gemeinschaften zu legen!

DOWNLOAD

Die Studie wurde mitveröffentlicht von: 

ADAPPE-Guinée, Bread for All (Switzerland), CDHD (Congo-Brazzaville), COPACO (DRC), Culture Radio (Sierra Leone), GRAIN, Joegbahn Land Protection Organization (Liberia), JVE Côte d’Ivoire, MALOA (Sierra Leone), Muyissi Environnement (Gabon), NRWP (Liberia), RADD (Cameroon), REFEB (Côte d’Ivoire), RIAO-RDC (DRC), SEFE (Cameroon), SiLNoRF (Sierra Leone), Synaparcam (Cameroon), UVD (Côte d’Ivoire), WRM, YETIHO (Côte d’Ivoire) and YVE Ghana.