500 Jahre Reformation

Reformationsthesen

Im Rahmen des Reformationsjubiläums beteiligt sich Brot für alle am Prozess, Vorschläge für neue Reformationsthesen zu erarbeiten. Unsere Thesenvorschläge haben wir zu unseren drei Arbeitsschwerpunkten Recht auf Nahrung, Ethisch Wirtschaften und Nachhaltiges Leben verfasst.

  • Die Welt ist eine Gabe, keine Ware. Aus ihrer Fülle kann die Erde alle ihre Wesen (er)nähren (Gen 1,29f). Der Mensch hat die Aufgabe, die Erde zu bebauen und zu bewahren (Gen 2,15), damit sich der Einzelne ernähren kann, ohne die Nahrungsgrundlagen aller zu bedrohen.
  • Bereichernder Austausch beginnt mit geben, nicht mit nehmen. Weil uns die Welt geschenkt wurde und wir sie nicht selbst erschaffen haben, dürfen wir auch geben ohne zu nehmen. Eine Wirtschaft im Dienst des Lebens verteilt die Waren zu Gunsten der Menschen. Denn wenn nur bekommt, wer gibt, und nur gibt, wer bekommt, werden Beziehungen auf Profit reduziert und so selbst zu einer Ware.
  • Menschen brauchen befreiende Beziehungen, keinen Wettstreit. Menschen sind zum gemeinsamen Leben berufen, indem sie miteinander in Verbindung statt in Konkurrenz stehen. Aus unserer Erfahrung wissen wir, dass Teilen von Verantwortung entlastet, geteilte Freude sich aber verdoppelt. Die Vielfalt an Wegen zum Glück ist dabei grundlegend für das Wohlergehen der Gemeinschaft.

(c) Beat Dietschy/Bfa

Wirtschaft und Menschenrechte: Unser Programm zu ``500 Jahre Reformation``

Die Reformatoren wollten, dass jede und jeder frei und verantwortlich sei, in seiner Beziehung zu Gott wie in seinem alltäglichen Leben. Wer diese Verantwortung wahrnimmt und wahrnehmen kann, verändert die Welt. Diesen Ansatz verfolgt Brot für alle in ihrer Arbeit und wehrt sich gegen Unternehmen, die weltweit die Rechte von Menschen und Natur missachten. Dazu engagiert sich Brot für alle im Norden wie im Süden.

Die Region Basse Kando im Kongo ist ein Naturschutzgebiet. Jegliche Minentätigkeit ist dort verboten. Trotzdem hat eine grosse Minengesellschaft die Schürferlaubnis erhalten. Die Folgen sind dramatisch: Der Wasserspiegel sinkt und die schmutzigen Abwasser führen zu Fischsterben. Der metallhaltige Staub, welcher vom Bergbau und den Explosionen in den Minen ausgelöst wird, gefährdet die Gesundheit der Dorfbewohner. Ihre Häuser werden von Rissen durchzogen. 

Dieses Beispiel ist kein Einzelfall. Nicht nur im Kongo, auch in vielen anderen Ländern der Welt ignorieren Unternehmen die Rechte ihrer Angestellten und der lokalen Bevölkerung. Deshalb unterstützt Brot für alle weltweit die betroffenen Menschen darin, ihre Rechte einzufordern. In Workshops lernen die Menschen beispielsweise die Umweltgesetze ihres Landes kennen. Mit diesem Wissen können sie sich gegen die Unternehmen zur Wehr setzen und für ihre Rechte einstehen. 

Dieses Engagement beschränkt sich aber nicht auf den Süden. Brot für alle setzt sich auch dafür ein, dass Unternehmen die Rechte von Mensch und Umwelt respektieren. Die Schweizer Politik soll die weltweite Verantwortung von Konzernen anerkennen und sie gesetzlich verankern. Mit ihren Kampagnen zeigt Brot für alle zudem auf, wie jede und jeder einzelne mutig sein und so die Welt verändern kann: mit der Unterschrift einer politischen Initiative, dem umsichtigen Konsum oder der Unterstützung der Entwicklungspolitik von Brot für alle.

 

Mit diesem Engagement im Bereich «Menschenrechte und Wirtschaft» lehnt sich Brot für alle gemeinsam mit ihren Partnern und den Kirchen in der Schweiz gegen Machtmissbräuche auf und setzt sich für eine Wirtschaft ein, die zuerst dem Leben und nicht allein dem Profit dient.

 

Download:

Verändert die Welt – Projektbeschreibung »

 

Um diese Ziele zu verwirklichen, engagiert sich Brot für alle entwicklungspolitisch im Norden und arbeitet mit den beiden Partnern Afrewatch und Bench Marks Foundation im Süden zusammen:

Projekt: Bench Marks Foundaition

Tunatazama –
Wir schauen genau hin

Brot für alle und die südafrikanische Nichtregierungsorganisation Bench
Marks Foundation beobachten deshalb die Aktivitäten grosser Konzerne in
Afrika und dokumentieren soziale oder ökologische Missstände.

Dazu werden junge arbeitslose Menschen, die in den Siedlungen am Rande der Minen leben, zu Monitoring-Aktivistinnen und -Aktivisten ausgebildet. In den Kursen haben bereits hunderte junger Menschen gelernt, genau hinzuschauen
und die Lage rund um die Minen und in ihren Dörfern zu beschreiben. Sie tragen Fakten zusammen und dokumentieren diese mit Berichten, Bildern und Videos, die sie im Internet auf einem Blog veröffentlichen. So auch Norman Thubeli, der neben der Minenarbeit auch als Blogger arbeitet und die Missstände in seiner Siedlung dokumentiert und im Internet veröffentlicht. 

Projekt: Afrewatch

Damit der Rohstoffabbau
der Bevölkerung zu Gute kommt

Brot für alle beobachtet und dokumentiert gemeinsam mit der kongolesischen Partnerorganisation Afrewatch die Auswirkungen des Rohstoffabbaus in der DR Kongo.

So können Fälle von Umweltverschmutzung und Menschenrechtsverletzung publik gemacht und öffentlicher Druck auf die Rohstoffunternehmen aufgebaut werden. Diese sollen ihre Verantwortung für Mensch und Umwelt wahrnehmen. Damit der Rohstoffabbau der Bevölkerung zu Gute kommt Brot für alle ist die Entwicklungsorganisation der Evangelischen Kirchen der Schweiz. Wir bewegen Menschen im Norden zu einer verantwortungsvollen Lebensweise und engagieren uns entwicklungspolitisch für das Recht auf Nahrung und Ethisch Wirtschaften. Im Süden unterstützen wir Menschen, sich aus Not und Hunger zu befreien und ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

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