Medienmitteilung

Erfolgreicher Klimaworkshop auf den Philippinen

09.08.2010
Workshop mit Fischerfrauen in Hinatuan © Brot für alle

Anfang Juli führten Brot für alle und Fastenopfer eine Projektanalyse und einen Klimaworkshop auf den Philippinen durch. Ziel war die Erarbeitung von Strategien zusammen mit lokalen Partnerorganisationen, um sich gegen Klimarisiken wie starke Niederschläge, ansteigender Meeresspiegel und Dürren künftig besser schützen zu können. Die erarbeiteten Massnahmen werden bereits in die nächste Projektphase einfliessen.

Zu den Philippinen gehören 7100 Inseln und 18400 Kilometer Meeresküste. Rund 45 Prozent der insgesamt 88 Millionen Bewohner/innen müssen mit weniger als 2 US-Dollar pro Tag auskommen (HDR 2009). Der Grossteil der Bevölkerung lebt von der Landwirtschaft und der Fischerei.

Entsprechend stark ist die arme ländliche Bevölkerung von den klimatischen Veränderungen betroffen. „Die Springfluten werden immer höher, so dass unsere Insel regelmässig unter Wasser steht, Land weggeschwemmt und der Boden versalzen wird. Dadurch sind meine Ernteerträge sehr unsicher geworden“, klagt Jose Novallo, ein Fischer und Bewohner der Insel Mahaba.

Fastenopfer engagiert sich seit 1996 für die nachhaltige Nutzug von Fischgründen auf der Insel Mindanao und die Sicherung der Lebensgrundlage der lokalen Bevölkerung. Ein Projekt, das durch die Auswirkungen des Klimawandels ebenfalls gefährdet ist. „Die Fischer sind in der Bucht von Hinatuan täglich mit dem Klimawandel konfrontiert. Ihre Aussagen decken sich mit den wissenschaftlichen Szenarien für die Region“, bestätigt Marion Künzler, Klimaexpertin von Brot für alle, welche die Projektanalyse und die Workshops vor Ort durchgeführt hat.

„Nebst dem Anstieg des Meeresspiegels kämpfen die Fischer vor allem auch mit den zunehmend indirekten Auswirkungen von Taifunen. Die damit verbundenen heftigen Niederschläge verursachen beispielsweise Schwankungen vom Salzgehalt im Meer und beeinträchtigen damit den Ertrag aus der Fischerei oder den Seegrassfarmen.“

Gemeinsam nach Lösungen suchen

In verschiedenen Workshops mit Fischern und lokalen Projektmitarbeitern wurden die klimatischen Veränderungen, deren Auswirkungen sowie mögliche Umgangsstrategien diskutiert und nach Lösungsansätzen gesucht. Auch wenn das Projekt die Verletzlichkeit der Fischer gegenüber Klima- und Katastrophenrisiken bereits stark reduziert habe – etwa durch Meeresschutzgebiete, die zu erhöhtem Fischbestand geführt haben und durch die Aufforstung von Mangrovenwäldern zum Schutz gegen hohe Wellen – könne noch einiges getan werden, sagt Künzler.

„Wichtig ist eine weitere Diversifizierung der Einkommen in der Landwirtschaft sowie die Forschung nach salz- oder/und trockenresistenten Getreide- oder Fischsorten. Ausserdem braucht es vermehrt Trainings, welche die lokale Bevölkerung dazu befähigt, Anzeichen von Taifunen oder anderen Naturereignissen frühzeitig zu erkennen.“
Die nächste Projektphase wird soeben ausgearbeitet, so dass die diskutierten Vorschläge bereits in die nächste Phase einfliessen werden.

 

Grundstein gelegt für Weiterentwicklung der Projekte

Ein von Brot für alle und Heks entwickeltes Instrument wird die Projektmitarbeiter auch künftig darin unterstützen, systematisch nach Lösungsansätzen in Bezug auf Klimagefahren zu suchen. Anlässlich eines weiteren Workshops und eines Feldbesuchs im Südwesten von Mindanao, konnten Teilnehmende das Instrument erstmals anwenden.

Miges Baumann, Co-Leiter des Workshops in Davao, ist zuversichtlich, dass damit ein Grundstein für die weitere Entwicklung der Projekte gelegt werden konnte. „Die Stimmung hat sich während den Workshops deutlich verändert – herrschten anfänglich Bedrückung und Aussichtslosigkeit vor, so breitete sich im Verlauf Hoffnung aus sowie die Bereitschaft, den Klimawandel gemeinsam zu bekämpfen.“ Mit neuen Ideen und Hoffnungen gingen die Teilnehmer an ihre Arbeit zurück, wo sie das Gelernte unmittelbar und praktisch in ihren Projekten einsetzen können.  

Medienmitteilung von Brot für alle und Fastenopfer
Bern/Luzern, 9. August 2010

 

Spezialfonds Klima und Entwicklung

Der Spezialfonds für Klima und Entwicklung von Brot für alle bietet Kirchgemeinden und Privatpersonen die Möglichkeit, klimarelevante Mass­nahmen in Projekten direkt zu unterstützen. Flyer (pdf) »