Medienmitteilung

Computerfirmen müssen Ausbeutung beenden

Auf die Serie von Selbstmorden in der Belegschaft reagiert der chinesische Elektronikzulieferer Foxconn mit dem Versprechen einer Lohnerhöhung. Ein unzureichender Schritt, urteilen Fastenopfer und Brot für alle, die sich seit 2007 mit der Kampagne “High Tech – No Rights?” für faire Arbeitsbedingungen in der Computerindustrie einsetzen. Weiterhin werden grundlegende Arbeitsrechte missachtet. Gefordert sind nun Appple und andere Markenfirmen.

Die Selbstmord-Serie beim weltweit grössten Elektronikzulieferer stimmt nachdenklich: Seit Jahresbeginn begingen bei der Foxconn Technology Group im chinesischen Shenzhen zehn Menschen Selbstmord. Bereits 2009 berichteten Brot für alle und Fastenopfer über einen Selbstmord bei Foxconn. Der junge Mann war zuvor beschuldigt worden, einen Prototypen des iPhones 4G von Apple gestohlen zu haben. Apple gehört zu den grössten Auftraggebern von Foxconn. Unter grossem zeitlichen Druck setzen die Arbeiter/innen iPhones, iPads sowie andere Produkte zusammen.

Die Antwort des taiwanesischen Foxconn-Besitzers auf die jüngsten Selbstmorde war nicht nur vage, sondern auch höchst unpassend. So besuchten auf Einladung von Foxconn buddhistische Mönche das Fabrikgelände und die Angestellten mussten ein Dokument unterzeichnen, in dem sie sich dazu verpflichteten, sich und anderen Angestellten keine Schmerzen zuzufügen. Ausserdem soll Foxconn den Angestellten auch eine Lohnerhöhung versprochen haben.

Arbeiter/innen müssen über ihre Rechte informiert werden

Für Brot für alle und Fastenopfer sind diese Massnahmen von Foxconn Augenwischerei. Die weltweite Produktion von Computern basiert weiterhin auf Ausbeutung der Arbeiterinnen und Arbeitern in Fernost. An dieser Situation wird sich nichts ändern, solange die Angestellten ihre Rechte nicht kennen, regierungsunabhängige Organisationen nicht zugelassen sind und keine fabrikinternen und -externen Beschwerdemechanismen eingeführt werden. Brot für alle und Fastenopfer fordern klare, transparente und unabhängige Kommunikationsmechanismen zwischen den Angestellten und dem Fabrikmanagement.

Die beiden Werke setzen sich im Rahmen der Kampagne „High Tech – No Rights?“ seit 2007 für faire Arbeitsbedingungen in der Computerproduktion ein. Dabei haben die Erfahrungen von Brot für alle und Fastenopfer gezeigt, dass es auch anders geht. Gemeinsam mit der Nichtregierungsorganisation SACOM, einem chinesischen Partner der beiden Werke, gelang es erstmals, in zwei Fabriken chinesischer Elektronikzulieferer Schulungen zu Arbeitsrechten mit dem Management und den Angestellten durchzuführen.

Die Reaktionen der grossen Markenfirmen und der Electronic Industry Citizenship Coalition (EICC) auf die Vorfälle fallen knapp aus. Die EICC zeigt sich erschüttert und wird eine Arbeitsgruppe zur Analyse der Vorfälle in China ins Leben rufen. Entscheidend ist jedoch auch hier die Einbindung der Angestellten und unabhängiger Organisationen.

Weitere Informationen finden Sie in der Medienmitteilung von Good Electronics, einem inernationalen Netwzerk zu Menschenrechten und Nachhaltigkeit in der Computerindustrie, zu dem auch Brot für alle und Fastenopfer gehören: http://goodelectronics.org/news-en/suicides-at-foxconns-in-china-an-appalling-showcase-for-the-global-electronics-industry/

News_Computer_Arbeiterin

Pin It on Pinterest

Share This