19.05.2020 - MEDIENMITTEILUNG

Brot für alle: Hoffnung auf Einsicht und Wandel wächst

19.05.2020

Bern/Lausanne, 19. Mai 2020. Das Geschäftsjahr 2019 stand bei Brot für alle im Zeichen des Aufbruchs: Das Engagement gegen den Klimawandel sowie für eine gerechtere und nachhaltigere Wirtschaft stösst in immer breiteren Kreisen auf Resonanz. Auch finanziell konnte Brot für alle im letzten Jahr wiederum eine positive Bilanz ziehen.

Aufbruchstimmung prägte das Jahr 2019: Weltweit protestierten immer mehr Menschen für drastische Massnahmen zum Schutz des Klimas. Auch Brot für alle legte einen starken Fokus auf dieses Thema: In Indonesien unterstützte die Organisation zum Beispiel die Schulung der Bevölkerung in besonders gefährdeten Regionen, damit sie sich vor den oft lebensbedrohenden Folgen der Klimaveränderungen besser schützen kann. Die Trauerfeier für den verschwundenen Pizolgletscher, die Brot für alle im Sommer 2019 mitorganisiert hat, machte deutlich, dass auch in der Schweiz grosse Umwälzungen im Gang sind. Auf grosses Interesse stiessen die ersten von Brot für alle und Fastenopfer gemeinsam organisierten Klimagespräche, die auch 2020 weitergeführt werden: In kleinen Gruppen suchen Menschen gemeinsam nach individuellen Wegen und Lösungen, um ihren ökologischen Fussabdruck zu verbessern.

Einen weiteren Schwerpunkt der Arbeit von Brot für alle bildete 2019 der Kampf gegen Landgrabbing und Menschenrechtsverletzungen in der Wirtschaft. So konnten etwa Bäuerinnen und Bauern auf Borneo, mithilfe neuer, auf GPS-Daten basierter Karten, ihre Landrechte nachweisen. Damit wächst die Hoffnung, die Ausbreitung der Agroindustrie in ihren Dörfern zu stoppen. Einen ersten handfesten Erfolg konnten sie bereits verbuchen: In einem von Walhi, der indonesischen Partnerorganisation von Brot für alle, angestrebten Verfahren, hat das Verfassungsgericht in Westkalimantan Ende 2019 ein vielversprechendes Urteil gefällt und die Umwandlung von geschützten Wäldern in Plantagen verboten.

Ebenfalls mit dem Thema Landgrabbing befasste sich die Studie über die Aktivitäten des Socfin-Konzerns in Liberia. Sie zeigte auf, welche verheerenden Folgen die Erweiterung seiner Kautschuk-Plantagen im westafrikanischen Land für die örtliche Bevölkerung hatte. Die Weltbank-Tochter IFC hat eine entsprechende Beschwerde der Green Advocates, der liberianischen Partnerorganisation von Brot für alle, akzeptiert und an ihre Ombudsstelle weitergeleitet.

Die Studie aus Liberia zeigt einmal mehr, wie relevant die Forderungen der Konzernverantwortungsinitiative für die Menschen im Süden sind. In der Schweiz bildeten sich bis Ende 2019 über 300 lokale Komitees zur Unterstützung der Initiative; auf der von Brot für alle mitgegründeten Online-Plattform «Kirche für Konzernverantwortung» unterstützten Ende Jahr bereits 60 evangelisch-reformierte Kirchgemeinden und zehn reformierte Kantonalkirchen das Anliegen. Ein wichtiger Meilenstein war auch die deutliche Zustimmung des Rats der Evangelisch-reformierten Kirche Schweiz (vormals SEK). Damit sind die Chancen auf einen erfolgreichen Abstimmungsausgang erheblich gestiegen.

Von Aufbruchstimmung geprägt war 2019 aber auch für Brot für alle als Organisation: Im Frühjahr 2019 fällten die Stiftungsräte von Brot für alle und Heks den Grundsatzentscheid für den Zusammenschluss der beiden Organisationen. Damit sollen Kräfte gebündelt sowie das Engagement für eine gerechtere Welt und zugunsten benachteiligter Menschen weltweit verbessert werden. Was die Finanzen anbelangt, schaut Brot für alle auf ein stabiles Geschäftsjahr zurück: Obwohl die Einnahmen durch Spenden gegenüber 2018 leicht abgenommen haben, stiegen die Gesamteinnahmen dank mehrerer grosszügiger Legate an. Der erwirtschaftete Überschuss wurde dem Organisationskapital zugewiesen.

 

Rückfragen:

Bernard DuPasquier, Geschäftsleiter Brot für alle, 079 489 3824, dupasquier@bfa-ppp.ch

Fotos, Jahresbericht und Jahresrechnung: www.brotfueralle.ch/medien