Machen wir 2021 zum Klimajahr!

07.01.2021
Bildnachweis: Silvan Hohl (Headerbild) und Manon Allard, istock (Vorschaubild)
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Pascale Schnyder arbeitet bei Brot für alle als Verantwortliche
für die KlimaGespräche in der Deutschschweiz

Energie und Lust auf neue Wege

Erging es nur mir so oder haben Sie den Jahreswechsel 20/21 ebenfalls bewusster wahrgenommen als andere Jahre? Sicher war mit ein Grund, dass alles etwas ruhiger vor sich ging als sonst und es deshalb mehr Zeit zum Nachdenken gab. Bewusster aber vor allem auch deshalb, weil nach diesem Jahr, das grosse Teile unseres Lebens auf den Kopf gestellt hat, der Wunsch für einen Neuanfang zumindest bei mir grösser war als sonst.  

Das Bild, das mich über den Jahreswechsel begleitete, war der Phönix, der aus der Asche steigt. Mehr denn je spürte ich den Willen, die Energie und die Lust, mich gemeinsam mit Tausenden von Menschen auf der ganzen Welt für die dringend nötige gesellschaftliche, soziale und ökologische Veränderung zu engagieren.

Seit anderthalb Jahren bin ich bei Brot für alle für den Aufbau der KlimaGespräche in der Deutschschweiz verantwortlich. Diese ursprünglich aus England stammende Methode hilft Menschen dabei, nicht nur über den Klimawandel zu reden oder sich Sorgen zu machen, sondern dank Selbstreflexion und dem Austausch in der Gruppe konkrete Schritte hin zu einem klimafreundlichen Lebensstil zu tätigen. An sechs Abenden reflektieren die Teilnehmenden ihr Verhalten in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum, tauschen sich über individuelle Vorsätze aus und motivieren sich gegenseitig, an den eigenen Zielen dranzubleiben.

Was vor anderthalb Jahren als Idee begann, hat in der Zwischenzeit und trotz Corona mehr als 200 Menschen von St. Gallen bis Biel und von Visp bis Basel erreicht und viele davon begeistert. «Die KlimaGespräche sind Augenöffner: Zusammenhänge werden klarer und ich komme auf Ideen, was ich als Einzelperson gegen den Klimawandel tun kann», fasst eine Teilnehmerin ihre Erfahrungen zusammen. «Wer etwas ändern möchte und den Dreh alleine nicht schafft, ist hier genau richtig. Informationen und Austausch in einer guten Mischung, Ermutigung und gemeinsames Nachdenken bringen mich weiter», formuliert eine andere Teilnehmerin.

Doch wir haben im letzten Jahr nicht nur über 20 KlimaGesprächs-Zyklen, sondern aus dem Kreis der Teilnehmenden auch 27 Personen darin ausgebildet, selber KlimaGespräche durchzuführen: Wer an einem KlimaGespräch teilgenommen hat, kann im Anschluss eine zweitägige Ausbildung absolvieren, die ihn oder sie befähigt, künftig selber KlimaGespräche anzubieten – in der eigenen Stadt, Region, der Firma, dem Verein oder im persönlichen Umfeld.

Das bringt mich zurück zum Phönix, der mich in dieses neue Jahr begleitet hat: Was mich an den KlimaGesprächen so begeistert, ist die Idee, dass damit ein Netzwerk von Menschen entsteht, die sich nicht nur hinterfragen, sondern auch handeln; die sich gegenseitig unterstützen und motivieren, dran zu bleiben –  und die im Anschluss an die KlimaGespräche auch ihr Umfeld auf nicht moralisierende und wertende Art für alltägliche Klimafragen sensibilisieren und aufzeigen, was alles möglich ist, wenn man einfach einmal damit anfängt, seinen Lebensstil klimafreundlicher zu gestalten. Denn neue Wege entstehen nur, indem man sie geht.

In dem Sinne wünsche ich uns allen einen guten Start in dieses neue Jahr und hoffe, dass wir 2021 zusammen mit all den anderen aktiven und engagierten Menschen zum Klimajahr machen können!  

Mehr Informationen und Daten zu den KlimaGesprächen finden Sie auf www.sehen-und-handeln.ch/klimagespraeche

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