Jetzt die Weichen für die Zukunft stellen

05.05.2020
PS_Blog

Pascale Schnyder arbeitet bei Brot für alle als Fachexpertin Kommunikation
und ist für die KlimaGespräche zuständig.

Unser Leben auf Klimakurs bringen – wann, wenn nicht jetzt?

Die aktuelle Situation rund um das Corona-Virus hat unser Leben auf den Kopf gestellt. Vieles, was vorher selbstverständlich war, ist es derzeit nicht mehr: in die Ferien verreisen, mit dem Auto oder Zug zur Arbeit fahren, schnell ins Fachgeschäft um die Ecke gehen.

Was uns dabei vielleicht nicht immer bewusst ist: Viele dieser Aktivitäten haben auch einen Einfluss aufs Klima. In China etwa hat der aktuelle Shutdown dazu geführt, dass seit Januar rund 25 Prozent weniger klimaschädliche Treibhausgase in die Atmosphäre entlassen wurden. Und auch in vielen europäischen Städten wie Mailand, Paris oder Rom lassen sich seit den getroffenen Massnahmen erhebliche Verbesserungen der Luftqualität beobachten.

Die grosse Frage ist nur: Wie nachhaltig sind diese Veränderungen?  Wie gross ist die Gefahr, dass wir nach der Krise zum Courant normal zurückkehren oder es gar einen fürs Klima negativen Aufholeffekt gibt? Und wie gross ist die Chance, dass die grossen Konjunkturpakete, die derzeit geschnürt werden, auch Klimamassnahmen berücksichtigen?

Druck aufrecht erhalten

Fakt ist: Wir werden das Klima nicht so schnell beeinflussen können, wie wir uns das wünschen. Denn CO2 bleibt für Jahrhunderte, wenn nicht gar für Jahrtausende in der Atmosphäre. Das darf uns aber nicht davon abhalten, alles nur Erdenkbare zu tun, um eine weitere Anhäufung von CO2 in der Atmosphäre zu vermeiden. Klar ist auch, dass es nebst dem politischen Willen deutliche Signale aus der Bevölkerung braucht, damit das Klima, nebst all den neuen Dringlichkeiten, eine Priorität auf der öffentlichen Agenda bleibt. Und nicht zuletzt wird auch unser individuelles Verhalten entscheidend dafür sein, wie es mit dem Klima weitergeht.

Seit Mitte 2019 bin ich bei Brot für alle für die KlimaGespräche zuständig. Es handelt sich dabei um eine Methode, die auf eine nachhaltige Verhaltensänderung unseres individuellen Lebensstils abzielt. Brot für alle hat die KlimaGespräche zusammen mit Fastenopfer in der Deutschschweiz lanciert, weil beide Organisationen der Überzeugung sind, dass es einen gesellschaftlichen Wandel braucht, um das Ziel einer globalen Gerechtigkeit und einer nachhaltigen Zukunft zu erreichen. Auch die Uno-Nachhaltigkeitsziele (SDGs) fordern die Industrieländer klar zum Handeln auf, wenn es um Klimafragen geht.

KlimaGespräche gehen weiter

Die KlimaGespräche stammen ursprünglich aus England und finden bereits in verschiedenen Ländern statt. Im Rahmen von sechs Gruppengesprächen und verschiedenen Hausaufgaben werden sich die Teilnehmenden dabei ihres Verhaltens und dessen Klimarelevanz in den Bereichen Wohnen, Mobilität, Ernährung und Konsum bewusst. Dieses Bewusstsein ist die Ausgangslage, um Schritt für Schritt alte Gewohnheiten zu reflektieren, über Bord zu werfen und nachhaltigere Alternativen zu entwickeln. 

Ein zentrales Momentum der KlimaGespräche ist die gegenseitige Unterstützung in der Gruppe. Denn die Erfahrung zeigt, dass uns vieles einfacher fällt, wenn wir damit nicht allein sind. Etwas, das wir in der aktuellen Situation eindrücklich erleben. Deshalb haben wir beschlossen, dass wir die KlimaGespräche gerade in dieser besonderen Zeit weiterführen wollen und diese deshalb virtuell anbieten.

Denn wann, wenn nicht jetzt, wo wir bereits mit vielen Gewohnheiten gebrochen haben, haben wir den Raum dafür, unser Leben zu reflektieren, neu aufzustellen und auch auf Klimakurs zu bringen?

Weitere Infos und Anmeldemöglichkeiten zu einem Online-Klimagespräch: www.sehen-und-handeln.ch/klimagespraeche

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