CO2-Gesetz – was ist passiert?

17.06.2021
YM

Yvan Maillard Ardenti ist bei Brot für alle verantwortlich
für das Dossier Klimagerechtigkeit

Engagement für konsequenten Klimaschutz – wichtiger denn je!

Sonntag, 13. Juni: Ich muss zugeben, dass ein Gefühl von Hilflosigkeit und Unverständnis in mir aufstieg, als das Resultat der Abstimmung über das CO2-Gesetz klar wurde. Niemals hätte ich mit einem derart schlechten Ergebnis gerechnet. Und natürlich hätte ich ein knappes Ja diesem knappen Nein vorgezogen…

Aber das Schweizer Volk ist der Souverän, wie man so schön sagt, und ich respektiere seine Entscheidung. Was mich jedoch überrascht hat, ist das Abstimmungsverhalten der Jungen: Laut einer Nachwahlbefragung von Tamedia haben 58 Prozent der 18- bis 34-Jährigen ein Nein in die Urne gelegt. Wie kann ich ihnen erklären, dass dieses CO2-Gesetz, das sie abgelehnt haben, eigentlich dazu hätte beitragen sollen, ihre Zukunft zu schützen?

Dank an die Freiwilligen

Trotz der Niederlage an der Urne möchte ich mich bei den vielen Freiwilligen bedanken, die Flyer verteilt, Plakate aufgehängt und das Gespräch mit der Bevölkerung gesucht haben. Die Mobilisierung war grossartig – auch wenn man noch mehr hätte tun können. Ich denke, viele von uns haben die Aufgabe unterschätzt. Wir hätten der Bevölkerung die Notwendigkeit dieses Gesetzes und seine Verbindung zu den Menschen im Süden, die bereits heute stark unter den negativen Auswirkungen der globalen Erwärmung leiden, besser erklären müssen.

Und jetzt?

Die Zeit wird knapp! Die Klimakrise verschlimmert sich von Jahr zu Jahr. Millionen von Menschen auf der ganzen Welt werden ihre Lebensgrundlage, ihr Land, ihr Zuhause verlieren. Die breite Allianz, die sich für ein Ja zum CO2-Gesetz eingesetzt hat, muss sich nun dringend auf individueller, kantonaler oder eidgenössischer Ebene für einen konsequenten Klimaschutz einsetzen.

Brot für alle organisiert auch künftig in möglichst vielen Gemeinden Klimagespräche, wo die Teilnehmenden die Möglichkeiten zur Reduktion ihrer Emissionen im täglichen Leben selber entdecken können. Auf Bundesebene setzen wir unser Engagement in der Klima-Allianz fort, in der sich mehr als 100 zivilgesellschaftliche Organisationen zusammengeschlossen haben. Vor allem im Finanzsektor gibt es noch viel zu tun, um die Anlagen von Pensionskassen, der Schweizerischen Nationalbank und der Grossbanken zu dekarbonisieren. Und natürlich stehen wir unseren Partnerorganisationen im Süden weiterhin zur Seite, damit sie den von der Klimakrise betroffenen Menschen helfen können. Unser Engagement für Klimagerechtigkeit geht weiter – und ist wichtiger denn je!

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