Medienmitteilung

Benzol tötet. Salt schweigt.

26.09.2016

Lausanne, 26. September 2016. – Mehr als 3'800 Mails sowie die gemeinsamen Anstrengungen von Fastenopfer und Brot für alle reichten nicht aus, um einen Dialog über den Einsatz von Benzol mit dem Mobiltelefon-Verkäufer Salt einzuleiten. Eine Delegation begab sich deshalb heute Montagmorgen zum Sitz von Salt in Renens.

In dem von den zwei Entwicklungsorganisationen gewünschten Dialog geht es um die Verantwortung des Anbieters betreffend die Gefahr durch Benzol, der die Arbeiterinnen und Arbeiter bei der Herstellung von Smartphones ausgesetzt sind. Dieser stark krebserregende Stoff ist in vielen Ländern Europas verboten. Trotzdem wird es in der letzten Phase der Herstellung von Mobiltelefonen verwendet. Rund 300‘000 Angestellte weltweit leiden jedes Jahr unter den Folgen des Umgangs mit Benzol, Tausende von ihnen sterben daran.

Verantwortung der Mobiltelefon-Verkäufer?

Angesichts dieser tragischen Tatsache führen Brot für alle und Fastenopfer bei den vier grössten Schweizer Mobiltelefon-Verkäufern, Swisscom, Sunrise, Salt und Mobilezone, eine Untersuchung zur sozialen Verantwortung der Unternehmen durch. Das Unternehmen Salt beantwortete den ihm zugestellten Fragebogen nicht. Seine Begründung: «Salt ist nicht für den Fabrikationsprozess zuständig». Mit anderen Worten: Es ist nicht das Problem von Salt, wenn die Telefone, die der Anbieter bestellt, schuld sind am Tod derjenigen, die sie herstellen.

Kaum Mehrkosten

Fastenopfer und Brot für alle haben vergeblich versucht, mit Salt in Kontakt zu treten. Die rund 3‘800 Unterschriften der Petition der beiden Organisationen haben beim Mobiltelefon-Verkäufer keine Reaktion ausgelöst. Daniela Renaud, verantwortlich für die Untersuchungen, bedauert: «Wenn man weiss, dass es einen Ersatz für Benzol gibt, der Mehrkosten von weniger als einem Franken pro Gerät verursachen würde, erscheint die Reaktion von Salt noch verantwortungsloser.»

Brot für alle und Fastenopfer informieren über allfällige Fortschritte im Kontakt mit Salt. Bis dahin sind alle eingeladen, die Petition www.stopp-benzol.ch zu unterschreiben und zu teilen.

Die Forderungen von Fastenopfer und Brot für alle an Salt:

Das Unternehmen Salt soll:

  1. sich für eine klare Politik der benzolfreien Produktion von Elektronikartikeln einsetzen;
  2. von seinen Lieferanten verlangen, dass sie eine klare Politik für eine benzolfreie Produktion von Elektronikartikeln verfolgen;
  3. den «Chemical Challenge» unterzeichnen, ein Dokument, das von den Herstellern von Elektronikartikeln verlangt, Benzol und andere gesundheitsschädigende Chemikalien aus der Produktion zu verbannen (http://www.icrt.co/images/pdf_files/Meeting_the_Challenge.pdf);
  4. eine Abteilung für soziale Unternehmensverantwortung einrichten, die sich für eine Politik der nachhaltigen Beschaffung einsetzt.
Ergänzende Informationen:

 

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